Gute Perspektiven am US-Markt für Verpackungsmaschinen

Gute Perspektiven am US-Markt für Verpackungsmaschinen

New York (4.11.2015) - Besonders deutsche Unternehmen könnten vom wachsenden Bedarf an Verpackungsmaschinen in den USA profitieren, vor allem der Pharmasektor trägt zur Nachfrage bei. Die Anforderungen an die Maschinen steigen dabei.

Die Auslieferungen der Verpackungsmaschinenhersteller in den USA für den heimischen Markt haben 2014 um 4,4 Prozent angezogen. Marktexperten erwarten in den kommenden Jahren moderate Wachstumsraten. Der Nahrungsmittel- und vor allem der Pharmasektor sollen positive Impulse liefern. Die wertmäßigen Einfuhren waren im 1. Halbjahr 2015 rückläufig. In der zweiten Jahreshälfte sollen sich die Zeichen auf dem Importmarkt umkehren. Deutschland ist das bedeutendste Bezugsland.

Die bedeutendste Abnehmerbranche im vergangenen Jahr war die Nahrungsmittelindustrie. Circa 37 Prozent der wertmäßigen Auslieferungen entfielen auf diesen Sektor. Es folgten die Getränkeindustrie mit einem Anteil von 23 Prozent und der Pharmasektor mit elf Prozent.

Hersteller aus dem Ausland erhöhten 2014 ihre Lieferungen um etwa 4,5 Prozent auf ein Rekordniveau von circa 2,5 Milliarden US-Dollar. Unternehmen aus Deutschland sind die bedeutendsten Lieferanten. Ihr Marktanteil (wertmäßig) auf dem Importmarkt belief sich auf fast 30 Prozent. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sind die USA für deutsche Lieferanten das bedeutendste Abnehmerland.

Im 1. Halbjahr 2015 sind die Einfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Marktexperten erwarten allerdings, dass sich die Situation auf dem Importmarkt kurzfristig wieder aufhellen wird.

Auslieferungen von Verpackungsmaschinen sollen weiter wachsen

Laut Prognosen des Marktforschungsunternehmens IHS werden die wertmäßigen Auslieferungen für den Binnenmarkt zwischen 2014 und 2019 im Durchschnitt um 1,6 Prozent pro Jahr steigen. In diesem Zeitraum wird bei Form-, Füll- und Verschließanlagen mit durchschnittlich 3,5 Prozent jährlich das kräftigste Wachstum erwartet.

Für eine positive Marktentwicklung sprechen die guten Perspektiven in der Nahrungsmittel- und der Getränkeindustrie. Die Nahrungsmittelbranche dürfte nicht zuletzt von höheren verfügbaren Realeinkommen profitieren. Für 2016 erwarten Analysten hier einen Zuwachs von 2,6% gegenüber dem Vorjahr.

Flexible Verpackungen für Nahrungsmittel und Getränke immer beliebter

Die Nahrungsmittelindustrie weitet ihr Produktportfolio stark aus, um veränderten Verbraucheransprüchen nachzukommen. Lebensmittelhersteller bevorzugen zunehmend flexible gegenüber formfesten Primärverpackungen, berichten Analysten. Die Verpackungen sollen dem Branchenverband PMMI zufolge auch verstärkt auf den Bedarf kleiner Haushalte abgestimmt und leicht zu entsorgen sein.

Zudem erwartet die Nahrungsmittelindustrie, dass die Verpackungen ihre Produkte länger frisch halten und Nährstoffe optimal konservieren. Sie gerät darüber hinaus verstärkt unter Druck, ihre Produktionsabläufe so steril wie möglich zu gestalten. Dies wirkt sich auf die Maschinennachfrage aus. Die einfache Handhabung bei der Reinigung und Desinfektion wird zunehmend relevant.

In der Getränkeindustrie ist eine hohe Dynamik bei den Markteinführungen neuer Produkte festzustellen. Zudem wandeln sich mit den Kundenwünschen auch die Anforderungen an die Verpackungen: Das effiziente Handling der Produktverpackung hat stark an Bedeutung gewonnen. So soll die Verpackung leicht zu öffnen und wiederverschließbar sein oder Portionierhilfen bieten. Kreative, innovative Verpackungen sind im wettbewerbsintensiven Getränkemarkt zunehmend ein ausschlaggebender Faktor, so die Beverage Marketing Corp.

Innovative und nachhaltige Verpackungen im Kosmetiksektor gefragt

Der PMMI rechnet in den kommenden Jahren mit einer steigenden Nachfrage nach Verpackungsmaschinen für Köperpflegemittel und Kosmetik. Laut Marktexperten hat sich in den vergangenen Jahren die Dynamik bei Produkteinführungen in der Branche stark erhöht. Damit wächst auch der Druck, die Produktsortimente in einem rasanten Zyklus zu erneuern. Dabei gewinnen laut dem Marktforscher IBIS World innovative Verpackungen an Bedeutung.

Unternehmen aus der Branche setzen sich zunehmend Nachhaltigkeitsziele, die sich bei den Anforderungen an die Verpackungsgestaltung widerspiegeln. Laut dem PMMI suchen Branchenunternehmen zunehmend Alternativen zu Plastikverpackungen und setzen auf die Entwicklung biologisch abbaubarer Materialien. So finden mehr und mehr recycelte Pappen und Kunststoffe Verwendung.

Laut IHS-Prognosen wird die Pharmaindustrie im Zeitraum 2014 bis 2019 unter allen Abnehmerbranchen den höchsten Bedarf an Verpackungsmaschinen anmelden. Im Zeitraum 2014 bis 2019 sollen die Auslieferungen in diesen Sektor im Durchschnitt um 2,7 Prozent pro Jahr zulegen. In der Branche stehen die Zeichen auf Wachstum.

Seitens des Sektors wächst der Bedarf an hochwertigen Verpackungen für eine praktische Dosierung wie beispielsweise Blisterpackungen. Auch parenterale Verpackungen dürften weiterhin auf einen kräftig steigenden Bedarf treffen, vor allem vorgefüllte Injektionsspritzen. Kleine Plastikflaschen und -behälter sollen laut Analysten in der Branche auf absehbare Zeit die bevorzugte Verpackungsvariante bleiben.

Wachsende Anforderungen an die Maschinenhersteller

Die Hersteller stehen unter Druck, ihre Produkte hochgradig flexibel auszugestalten. Aufgrund des hohen Anteils an kundenspezifischen Systemlösungen setzen Maschinenhersteller im Land zunehmend auf eine modulare Produktentwicklung. Multifunktionale Maschinen sind stark gefragt. Diese sollen über einen breiten Anwendungsbereich verfügen und Formatumstellungen innerhalb weniger Sekunden ermöglichen. Zudem sollten sie sich variablen Materialeigenschaften anpassen können, berichtet der PMMI.

Die Maschinen sollen nach den Vorstellungen der Industrie über eine ausgefeilte Software zur Selbstbeobachtung und -analyse verfügen. Im Fokus der Hersteller stehen zudem technologisch fortschrittliche Ansätze bei der Maschinensteuerung (beispielsweise über Touchscreens).

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(Quelle: GTAI)