Energieeffizientes Bauen in der EU - Chancen für das deutsche Handwerk

Energieeffizientes Bauen in der EU - Chancen für das deutsche Handwerk

Bonn (7.7.2015) - In der gesamten Europäischen Union steigen die Anforderungen an den Wohnungs- und Gewerbebau, insbesondere im Hinblick auf energieeffizientes Bauen und Sanierungen in diesem Bereich. Für Europas Handwerker ergeben sich dadurch neue Geschäftschancen.Dabei sind deutsche Handwerker gut gerüstet. Die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie sorgt für eine nachhaltige Nachfrage.

Die Konjunkturerholung setzt sich seit 2013 in den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) fort. Dennoch ist der Anteil der Bauwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt der EU weiter gesunken. Letzterer lag mit Bauinvestitionen im Umfang von 1.162 Mrd. Euro bei 8,8 Prozent. Der Abbau der Haushaltsdefizite und die Konsolidierung der überschuldeten Staatshaushalte seit 2009 gingen häufig zulasten des Baus nicht öffentlicher Wohngebäude und von Infrastrukturvorhaben. Auch heute noch zeigen lediglich der Wohnungsbau und die Modernisierung und Erhaltung von Gebäuden erste Wachstumstendenzen.

Bedeutung von energieeffizientem Bauen steigt in der EU

Die Bedeutung von energieeffizienten Baumaßnahmen dürfte sich weiter erhöhen. Die Gründe dafür: die nur begrenzt erweiterbare Baufläche in Europa, die seit 2005 stetig steigenden Energiepreise und die nun beginnende Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie.

Für zusätzliche Impulse wird das Bevölkerungswachstum in der EU sorgen. Nach den jüngsten Prognosen sollen 2050 insgesamt 526 Millionen Menschen in der Europäischen Union leben, heute sind es gerade einmal 507 Millionen Einwohner.

Besondere Chancen bestehen dabei durch die Größe und die erwartete Dynamik der Bauinvestitionen neben Deutschland im Vereinigten Königreich. In den skandinavischen Ländern, Österreich, Belgien, Polen und der Tschechischen Republik, die allesamt eine solide Haushaltslage, einen über dem EU-Durchschnitt liegenden Anteil der Bauwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt und Fachkräftemangel in Handwerksberufen aufweisen, werden auch sehr gute Geschäftschancen gesehen.

Doch auch andere EU-Länder können durch die hohe Kaufkraft ihrer Bevölkerung und die unmittelbare Nachbarschaft zu Deutschland interessant sein. Die Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäudebau ist in allen EU-Ländern ein zentrales Thema.

Chancen für Handwerker

Diese Entwicklungen bieten deutschen Handwerkern die Chance, mehr im Ausland zu agieren. Dabei kann das deutsche Handwerk auf spezifisches Know-how in einzelnen Sparten zurückgreifen. "Die besondere Expertise der deutschen Handwerker in Fragen der Energieeffizienz ist in ihrer guten Ausbildung begründet: drei Jahre Fachausbildung, berufliche Praxis, dazu häufig die anspruchsvolle Meisterausbildung und ergänzende Weiterbildungen bis hin zum Gebäudeenergieberater. Damit sind die Handwerker in den effizienzrelevanten Bereichen - von der Gebäudehülle bis zur technischen Anlage - ausgewiesene Experten ihres Fachs", so Dr. Alexander Barthel, Chefvolkswirt im Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Hier gelangen Sie zur ausführlichen Meldung inklusive eines Interviews mit der Empfehlung, das Exportgeschäft in den Anrainerstaaten zu starten.

(Quelle: GTAI)