Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Deutsche Unternehmen in Finnland sind optimistisch

Deutsche Unternehmen in Finnland sind optimistisch

Helsinki (18.5.2015) - Die in Finnland tätigen Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung rechnen 2015 tendenziell mit wachsenden Umsätzen, steigenden Investitionen und mehr Beschäftigten, so eine Umfrage der Deutsch-Finnischen Handelskammer (AHK).

Die deutschen Unternehmen erwarten meist eine gute Geschäftsentwicklung, obwohl Finnlands Wirtschaftsleistung seit 2012 gesunken ist. Auch die jüngsten Verschlechterungen im Russlandgeschäft spielen für die meisten Befragten keine Rolle. Insgesamt 55 Prozent aller von der AHK in Finnland befragten Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung erwarten für 2015 steigende Umsätze. Nur zehn Prozent befürchten eine Verringerung, der Rest prognostiziert keine wesentliche Veränderung. Zudem wollen 24 Prozent der deutschen Firmen ihre Investitionen ausweiten und nur 10 Prozent planen diese zurückfahren. Bei zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer werden die Investitionen der Befragung zufolge auf dem Niveau von 2014 verbleiben.

Im Zuge dieser guten Entwicklung werden Unternehmen mit deutschem Hintergrund in Finnland 2015 auch neue Arbeitsplätze schaffen: Mehr Personal will knapp ein Drittel der Befragten einstellen, nur etwa jeder Zehnte plant, die Beschäftigtenzahl zu reduzieren.

Deutsche Firmen prosperieren trotz schwachem Konjunkturumfeld

Diese Umfrageergebnisse sind umso positiver zu bewerten, da Finnlands Wirtschaft einen Strukturwandel durchläuft und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes  drei Jahre in Folge zurückgegangen ist. Daher ist die finnische Wirtschaftsleistung 2014 preisbereinigt auch um 5,9 Prozent unter dem bisherigen Rekordniveau von 2007 verblieben.

Für das Jahr 2015 erwartet die EU-Kommission in ihrer Prognose vom Mai, dass Finnlands Wirtschaft wieder leicht um real 0,3 Prozent wächst. Finnlands schwache Binnenkonjunktur hemmt die Entwicklung der meisten dort ansässigen Unternehmen mit deutschem Hintergrund auch deshalb nicht, weil deren Engagement an diesem Standort ihnen im internationalen Geschäft Vorteile bringt.

Die AHK erfragte in ihrer Erhebung im Frühjahr 2015 auch eine Bewertung verschiedener Standortkriterien in Finnland. Die besten Bewertungen erhielt das nordische Land dabei in punkto akademischer Ausbildung, Arbeitnehmerqualifikation und Berufsbildungssystem. Darüber hinaus wurden auch der freie Wettbewerb, die Infrastruktur sowie die Qualität und Verfügbarkeit der lokalen Zulieferer sehr positiv bewertet.

Die befragten Firmen zeigten sich mit anderen Standortbedingen jedoch unzufrieden. Am schlechtesten schnitten die Arbeitskosten ab, gefolgt von der Steuerbelastung, der wirtschaftspolitischen Berechenbarkeit und dem als zu unflexibel empfundenen Arbeitsrecht. Die Unsicherheit in Bezug auf die Wirtschaftspolitik ist jedoch auch auf die Parlamentswahl im April 2015 zurückzuführen, die zur Abwahl der bisherigen Regierung geführt hat, ohne dass sich eine neue Koalition bereits gebildet hätte.

Probleme im Russlandgeschäft beeinträchtigen nur ein Fünftel der Befragten

Russland war bis 2013 über mehrere Jahre Finnlands wichtigster Handelspartner und ist auch für Dienstleistungsbranchen wie das Gastgewerbe oder den Logistiksektor der wichtigste Auslandsmarkt. Daher hat der durch die schwache russische Konjunktur, die Rubelabwertung und die Sanktionen im Zuge der Ukrainekrise hervorgerufene Einbruch im gegenseitigen Wirtschaftsaustausch die jüngste finnische Rezession nochmals erheblich verschärft. Dies ist auch der Grund dafür, dass Deutschland 2014 Russland als wichtigsten finnischen Handelspartner abgelöst hat.

Auch dieser negative finnische Trend beeinträchtigt die an der AHK-Umfrage teilnehmenden Unternehmen mit deutschem Kapital jedoch nur zu einem geringen Teil. Nur zwei Prozent der Befragten gaben an, dass die Lage in Russland ihre Geschäftstätigkeit sehr stark beeinträchtigt, weitere 17 Prozent sprachen von einer starken Beeinträchtigung. Dagegen berührt die Situation 57 Prozent der Firmen kaum und rund ein Viertel 24 überhaupt nicht.

Hier gelangen Sie zur Deutsch-Finnischen Handelskammer.

(Quelle: AHK)