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So war’s: Compliance - ein Muss für Mittelständler in Brasilien

So war’s: Compliance - ein Muss für Mittelständler in Brasilien

München (19.10.2015) - 50 Teilnehmer aus mittelständischen Unternehmen und Großunternehmen aus ganz ‎Deutschland ‎informierten sich beim Seminar Compliance in Brasilien am 9.10. in der IHK ‎München, das ‎gemeinsam mit dem Lateinamerikaverein e.V. und Deloitte ‎ausgerichtet wurde.‎

‎Gerade angesichts der aktuellen Situation ist es in Brasilien für Mittelständler günstig ‎einzusteigen. Viele Großunternehmen sind in Verfahren verwickelt, die sie daran hindern, an ‎Ausschreibungen teilzunehmen. Aufgrund der rückgängigen wirtschaftlichen Entwicklung stehen ‎mittelständischen Investoren die Türen in Brasilien so weit offen wie schon lange nicht mehr.‎

Dass sich in Brasilien aber nicht nur Multinationals, sondern auch Mittelständler um Compliance ‎‎bemühen müssen, ist unstrittig. Ein strenges Unternehmensstrafrecht und eine auf ‎Einzelfallauslegung ausgerichtete Rechtsprechung lässt das Risiko für Firmen, in Brasilien in den ‎Sog von Anti-Korruptionsermittlungen zu geraten, beträchtlich steigen.‎

Um sich im brasilianischen Markt sicher zu bewegen, sollten Unternehmen frühzeitig über ‎geeignete Compliance-Strategien nachdenken, empfahlen die Referenten der IHK-Veranstaltung.‎

Dabei besteht die Herausforderung darin, die Compliance-Systeme so anzupassen, dass sie ‎den ‎besonderen Anforderungen der brasilianischen Justiz gerecht werden. Lösungen von „der ‎Stange“ helfen da oft nicht weiter. Eine Grundregel ließe sich aber relativ einfach bewerkstelligen, ‎so die Experten: „Dokumentieren Sie alle Ihre Schritte, die Sie unternehmen.“ Einigkeit herrschte ‎in dem Punkt, dass Unternehmen beim Aufbau ihrer Compliance-‎Strukturen professionelle Hilfe in ‎Anspruch nehmen sollten. Auch die Hinzuziehung eines ‎lokalen brasilianischen Anwalts, der mit ‎den Besonderheiten der brasilianischen ‎Rechtsprechung vertraut ist, hilft bei der Entwicklung ‎eines passgenauen Systems.

Diese und andere Hinweise gaben die brasilianische ‎‎Rechtsanwältin Ana Luiza de Sá von der Kanzlei Carlos Eduardo Machado Advogados in São ‎‎Paulo, Alexander Schemmel, Partner Forensic der Deloitte Legal Rechtsanwaltsgesellschaft ‎in ‎München und Wolfram von Koeller, Partner und Director Forensic der Deloitte & Touche ‎GmbH ‎Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Stuttgart.‎

IHK-Außenwirtschaftschef Frank ‎Dollendorf stellte in seiner Begrüßung die Bedeutung Brasiliens ‎für die bayerische Wirtschaft ‎heraus und betonte die enge Verzahnung von Compliance mit den ‎Prinzipien des Ehrbaren ‎Kaufmanns, der für die transparente, faire und nachhaltige Gestaltung ‎von ‎Unternehmensprozessen steht, für die die IHK eintritt. Phillip Reimnitz, Bereichsvorstand ‎‎Multinational Corporates bei der UniCredit Bank ‎AG in München und Präsidiumsmitglied des ‎‎Lateinamerika Vereins hob hervor, dass Compliance nicht nur in Brasilien, sondern auch vor ‎der ‎eigenen Haustüre anfangen müsse. Brasilien-Fachmann Dieter Garlik von Deloitte & ‎Touche ‎GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft München moderierte das ‎Programm.‎