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Bayerische Wirtschaft fordert Ende der Russland-Sanktionen

Bayerische Wirtschaft fordert Ende der Russland-Sanktionen

München (18.9.2015) - Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft begrüßt die Initiative von Ministerpräsident Horst Seehofer, bei der Suche nach einer Friedenslösung für Syrien eine engere Zusammenarbeit mit Russland zu suchen und entsprechende Gespräche mit Präsident Putin aufzunehmen. Der Verband spricht sich sogar für eine Aufhebung der Sanktionen aus.

„Als bayerische Wirtschaft haben wir schon immer die Notwendigkeit betont, am Verhandlungstisch zu bleiben und die historisch gewachsenen guten Beziehungen zu Russland nicht abreißen zu lassen", sagt vbw-Präsident Alfred Gaffal. "Ebenso wie die USA brauchen wir Russland nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch als strategischen Partner, um gemeinsam die globalen Probleme zu lösen. Dazu zählt auch der ‚IS - Islamische Staat‘, der eine der Grundursachen für die hohen Flüchtlingszahlen ist. Die Situation in Syrien ist ohne Russland nicht in den Griff zu bekommen. Als erstes Signal der Annäherung müssen jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, damit unverzüglich die Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufgehoben werden.“

Gaffal betont, dass die Sanktionen die politische Situation im Russland-Ukraine-Konflikt nicht verbessert haben. „Im Gegenteil: Sie schaden den Mitgliedstaaten der EU ebenso wie Russland. Es nützt niemandem und löst keine Krise, wenn sich Russland andere Handelspartner sucht. Gute wirtschaftliche Beziehungen dagegen können zur Stabilisierung der politischen Lage beitragen.“

Auch bayerische Unternehmen sind von den Auswirkungen der Sanktionen massiv betroffen. „Die jüngsten Exportzahlen Bayerns zeigen, dass der Außenhandel mit Russland im Vergleich zum Vorjahr regelrecht eingebrochen ist“, so Gaffal. Nachdem sich die Handelsbeziehungen zwischen Bayern und Russland von 2003 bis 2013 deutlich intensiviert hatten, sind die Exporte seit August 2014 spürbar gesunken. Im Jahr 2014 sanken die bayerischen Exporte um mehr als 13 Prozent, im ersten Halbjahr 2015 fielen sie um weitere 39 Prozent. Gaffal: „Wenn sich die Exportentwicklung des bisherigen Jahresverlaufs bis zum Jahresende so fortsetzt, werden wir also um mehr als 50 Prozent unter dem Niveau von 2013 sein.“

(Quelle: vbw)