Außenwirtschaft von A bis Z: Heute A wie ASEAN

Außenwirtschaft von A bis Z: Heute A wie ASEAN

Nürnberg (18.9.2015) - Die EU ist das große Vorbild für den Verband Südostasiatischer Nationen (Association of Southeast Asian Nations) mit Sitz in Jakarta. 600 Millionen Menschen leben in den dazu gehörenden Staaten, derzeit errichtet man einen Binnenmarkt.

Während die Europäische Union (mal wieder) in einer Sinnkrise steckt, gilt sie anderswo als Blaupause. So auch beim Zusammenschluss ostasiatischer Staaten ASEAN, dem heute Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thaliland und Vietnam angehören.

Wie auch bei den Europäischen Gemeinschaften diente die Zusammenarbeit der Stärkung der Wirtschaft, aber durchaus auch politisch als Bollwerk gegen Ostblock und China. Heute aber ist selbst das kommunistische Vietnam Mitglied bei ASEAN.

 von Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Thailand und Singapur gegründet, gehören dem Verbund heute zehn Staaten an, Papua Neuginea hat zudem Beobachterstatus und Ostimor hat bereits einen Mitgliedsantrag gestellt, über den aber noch nicht entschieden ist. Ganz wie in Europa hat sich die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit nach und nach auf andere Felder erstreckt, wie Kultur oder Umweltfragen.

Zwischen 1993 und 2003 wurde eine ASEAN-Freihandelszone (AFTA) umgesetzt. Und nun sind die Staaten dabei, einen Binnenmarkt zu etablieren.

Gut gebrüllt Tiger

Mit der EU lässt sich ASEAN also in mancherlei Hinsicht durchaus vergleichen. Bei der Bevölkerung liegen die ostasiatischen Staaten gar um rund 100 Millionen höher. Bei der Wirtschaftskraft jedoch sind die ASEAN-Staaten in Summe (noch) weit abgeschlagen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt weniger als ein Siebtel dessen der EU. Doch andere Länder hat man inzwischen überholt, wie Brasilien oder Russland oder auch Indien. Mit seinen Wachstumsraten von über fünf Prozent sind die Tigerstaaten im Kommen und bilden ein Gegengewicht zu den BRICS-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika). Bei den Direktinvestitionen zogen die ASEAN-Staaten zweimal hintereinander an China vorbei.Geschäfte im dreistelligen Milliardnebreich hält McKinsey in den nächsten Jahren für möglich

Ein entscheidender Vorteil der ASEAN-Länder ist sicherlich ihre demographische Struktur. Während Europa altert, überwiegen hier die jungen Einwohner. Aber es gibt auch Schwierigkeiten, die Divergenzen zwischen den einzelnen Staaten sind wesentlich größer als in der EU, hinzu kommen ganz unterschiedliche Sprachen mit eigenen Schriftzeichen. Und Indonesien dominiert den Zusammenschluss eindeutig. Es macht 40 Prozent der ASEAN-Bvölerung aus, beim BIP trägt es sogar 70 Prozent bei.

Alle zwei Jahre veranstaltet das AWZ zusammen mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken das Asien-Pazifik-Forum.

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