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Ägyptens Nahrungsmittelindustrie bietet zunehmend Chancen für Maschinenexporteure

Ägyptens Nahrungsmittelindustrie bietet zunehmend Chancen für Maschinenexporteure

Bonn/Kairo (20.1.2015) - Für deutsche Exporteure von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen ist Ägypten unverändert der wichtigste Markt in Nordafrika. Wachsende Ansprüche an eine hochwertige, effiziente und rückverfolgbare Herstellung bieten Chancen für Anbieter anspruchsvoller Technologien. Milchprodukte sollen nun durch die Einführung internationaler Standards exportfähig gemacht werden. Insbesondere ist auch der Einsatz von Technologien gefragt, die Verluste nach der Ernte von Getreide reduzieren.

Die Lebensmittelindustrie in Ägypten erzielt einen Jahresumsatz von schätzungsweise 38 Milliarden Euro. Davon entfallen knapp 900 Millionen Euro auf Getränke. Der Wert der Nahrungsmittelproduktion im Privatsektor stieg neuesten Zahlen des Statistikamtes CAPMAS zufolge 2012 um 13,2 Prozent auf umgerechnet etwa 5,9 Milliarden Euro. Maßgebliche Wachstumsträger waren Öle und Fette, Molkereiprodukte und Mehl. Laut der General Authority for Investment and Free Zones waren 2013 in der Nahrungsmittelverarbeitung 194 Unternehmen aktiv.

Lokale Hersteller können Bedarf an Molkereiprodukten nicht decken

Ägypten ist eines der wichtigsten Milch erzeugenden Länder im Nahen Osten und in Afrika. Die gesamte Milchproduktion liegt bei schätzungsweise 3,8 Millionen Tonnen im Jahr. Das Land verfügt über eine Molkereiprodukteindustrie mit einer breiten Angebotspalette. Außer Rohmilch werden beispielsweise Butter, Käse, Joghurt, Kondensmilch und Eiscreme hergestellt. Im Produktionsprozess genutzte Verfahren sind beispielsweise Kühlen, Pasteurisieren und Homogenisieren.

Die meisten Erzeuger sind kleine Familienbetriebe mit zwei bis zehn Rindern. Sie produzieren nicht verarbeitete und unverpackte Rohmilch. Eine Gruppe von etwa 80 bis 100 mittelgroßen Unternehmen verfügt über automatische Melkmaschinen und Kühleinrichtungen. Hinzu kommen einige große Erzeuger und Milchverarbeiter wie der Marktführer Juhayna. Dina Farms dominiert den Markt für Frischmilch. Seit 2005 ist auch Danone auf dem ägyptischen Markt aktiv. Trotz der hohen Bedeutung der großen Anbieter wird etwa 85 Prozent der Milch im Land lose verkauft. Damit geht das Risiko einher, dass sie oft nicht richtig gelagert oder vor Verunreinigungen geschützt werden kann. Entsprechend gewinnt verarbeitete Milch an Bedeutung.

Regierung setzt auf hohe Standards für exportfähige Milchprodukte

Ein Komitee des Ministeriums für Industrie und Außenhandel soll sich um ein System der Produktsicherheit und Qualität für Milcherzeugnisse kümmern. Ziel ist die Produkte exportreif zu machen. Hierbei stehen internationale Standards, wie die Importerfordernisse der EU im Fokus.

Vor allem exportorientierte Unternehmen müssen besonders auf hohe Standards achten. Insbesondere im Hinblick auf Qualität, Hygiene und Sicherheit ist Sorgfalt erforderlich. Ägypten exportierte im Jahr 2013 verarbeitete Lebensmittel im Wert von rund 3,3 Milliarden US-Dollar.  Das entsprach einem Zuwachs von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Transport und Lagerung von Getreide sollen verbessert werden

Nur etwa 4 bis 5 Prozent der Landesfläche ist anbaufähig, vor allem in den Gebieten nahe des Nils. Die Steigerung der Erträge pro Hektar ist ein Ausweg, genau wie die Verhinderung von Verlusten nach der Ernte. Hier bestehen Schwächen bei Transport und Lagerung. Auf diese beiden Bereiche zielen Initiativen der Regierung, die sowohl die Logistik als auch die Silos im Land verbessern möchte. Die Kapazitäten für die Getreidelagerung im Land sollen Presseberichten zufolge von 3 Millionen Tonnen auf 4,5 Millionen Tonnen gesteigert werden.

Nicht nur die knappen Speichermöglichkeiten für Getreide sind ein Engpass. Hinzu kommt ein Mangel an Mechanisierung auf den Feldern wie auch unzureichende Möglichkeiten für eine gekühlte Lagerung.  Insbesondere bei Obst und Gemüse stehen Lagerung, Verpackung und Transport in der Kritik. Angesichts des für den Anbau benötigten Ressourceneinsatzes plädiert der ENCC eindringlich für den Einsatz von Technologien, die die Verluste nach der Ernte reduzieren.

Besonders hilfreich wäre das bei in großen Mengen benötigten und knappen Agrargütern wie Weizen. Der Staat zahlt inländischen Landwirten überdurchschnittlich hohe Preise, damit der Weizen an ihn statt an andere Abnehmer verkauft wird. Trotzdem ist Ägypten der größte Weizenimporteur der Welt.

Ägypten will regionale Drehscheibe für Getreidehandel werden

Ägypten bringt sich in Stellung, um seine günstige geografische Lage besser zu nutzen. Im September 2014 begannen dem Minister für Versorgung und Binnenhandel zufolge die technischen Vorbereitungen für die erste Warenbörse im Nahen Osten. Fachlich unterstützt werden die Anstrengungen von der US-Börse Chicago Mercantile Exchange. Die künftige ägyptische Warenbörse soll eine zentrale Rolle für den Handel und die Verteilung von Getreide in der Region spielen. Die Drehscheibenfunktion für den Binnenhandel sowie den Warenaustausch mit oder zwischen Europa, Asien und Afrika dürfte so gestärkt werden.

Für ausländische Anbieter von Landtechnik entwickelte sich Ägypten als Absatzmarkt 2013 schwächer als im Vorjahr. Die Landtechnikeinfuhren sanken vorläufigen Angaben von Destatis zufolge um 13 Prozent auf 96 Millionen Euro. Nach einem starken Vorjahr fielen die Importe damit in etwa auf das Niveau von 2010 beziehungsweise 2011 zurück. Mit rund 31 Prozent waren Traktoren 2012 das mit Abstand wichtigste Segment. Hauptbezugsländer für Landtechnik waren die VR China, Italien, Deutschland, das Vereinigte Königreich und die USA.

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(Quelle: GTAI)