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So war’s: MENA-Forum Bayern 2011

So war’s: MENA-Forum Bayern 2011

München (09.06.2011) - Rund 200 Teilnehmer informierten sich am 7. Juni 2011 auf dem MENA-Forum über aktuelle Entwicklungen und Geschäftsmöglichkeiten in Nordafrika und dem Nahen Osten.

 

„Aufbruch in der arabischen Welt – wie geht es weiter?“ Unter diesem Motto stand die Podiumsdiskussion zum Auftakt des MENA-Forums 2011. Der „arabische Frühling“ hat in Tunesien und Ägypten die autokratischen Regimes hinweg gefegt. Und jetzt? Die Expertenrunde betonte übereinstimmend die Wichtigkeit tiefgreifender Reformen. Ohne eine gerechtere Ordnung sei keine Demokratisierung möglich. Wirtschaftsreformen seien durchaus auch unter Mubarak und Ben Ali realisiert worden, jedoch ohne soziale Komponente.
 
Die Länderstaffel mit dem Titel „Nordafrika im Wandel“ schloss an diese Thematik an, verlagerte den Fokus aber mehr auf die Wirtschaftslage und die Geschäftsmöglichkeiten. In Ägypten gibt es ein klares Konzept des Militärs zur Übertragung der Macht auf ein demokratisches System. Dies schafft bei der Bevölkerung, aber auch international Vertrauen. Wichtig ist die Fortsetzung einer liberalen Wirtschaftspolitik und eine entschiedene Bekämpfung der Korruption. In Algerien sieht die Lage ganz anders aus. Die Staatskassen sind durch die Öl- und Gasexporte gut gefüllt, so dass große Infrastrukturvorhaben umgesetzt und aus Eigenmitteln finanziert werden. Geschäftschancen gibt es vor allem in der Bauwirtschaft, aber auch im Bereich alternativer Energien. Im Gegensatz dazu ist Tunesien arm an Rohstoffen, aber reich an gut ausgebildeten jungen Menschen, die jedoch oft keine Arbeit finden. Das Assoziierungsabkommen mit der EU gilt als Stabilitätsfaktor, viele deutsche Unternehmen haben dies auch erkannt und in dem Maghreb-Land investiert. Dies gilt auch für das Königreich Marokko, dessen Exporte zu 66% in die EU gehen. Das Königreich strebt bis 2012 weitere Maßnahmen zur Handelsliberalisierung an und empfiehlt sich als stabiler Faktor in der Region.
 
In den Golfstaaten VAE, Katar und Saudi Arabien, die in der zweiten Länderstaffel präsentiert wurden, ist der Bauboom ungebrochen. Abu Dhabi setzt auf High-End-Tourismus im Kulturbereich, auch der Gesundheitssektor bietet gute Perspektiven. Letzterer boomt auch in Saudi Arabien. 70% der deutschen Medizinexporte in die MENA-Region entfallen auf das Königreich. Aber auch die Verkehrsinfrastruktur wird massiv ausgebaut. Katar scheint nicht nur im Fußball-WM-Fieber zu sein – hier werden 154 Mrd. Euro investiert - , sondern erfreut sich auch märchenhafter Wachstumsraten und enormer Investitionen in den Ausbau der touristischen- und Verkehrsinfrastruktur. Wieder ganz anders ist die Situation im Irak. Der Irak gilt mit 32 Mio. Einwohnern, einer Wachstumsrate von 5,5% und einem natürlichen Reichtum an fossilen Brennstoffen als der Zukunftsmarkt im Nahen und Mittleren Osten mit großem Potenzial. Die Sicherheitslage hat sich stark verbessert und ist je nach Landesteil sehr unterschiedlich
 
Die Länderstaffeln wurden ergänzt durch drei Praxis-Workshops zum Markteinstieg, zur Projektfinanzierung und zu neuen Entwicklungen im Wirtschaftsrecht der MENA-Staaten.
 

Parallel zu den Vortragsrunden und Workshops wurden insgesamt 144 Einzelgespräche mit den Marktexperten der deutschen Auslandshandelskammern geführt. Darüber hinaus informierten im Rahmen einer Begleitausstellung das Außenwirtschaftszentrum Bayern und Bayern International über Förderprojekte, Auslandsmessen und Delegationsreisen des Freistaats. Germany Trade & Invest stellte eine Länderbroschüre über die Region und viele andere aktuelle Publikationen zur Verfügung, und die Berater der Bayerischen Landesbank gaben den Teilnehmern Auskunft über Fragen der Exportfinanzierung.