Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Bayerns Wirtschaft zurück in der Erfolgsspur

München (09.02.2011) - Die bayerische Wirtschaft startet bestens gelaunt ins Jahr 2011. Die aktuelle Geschäftslage ist so gut wie seit über zehn Jahren nicht mehr und der Optimismus hält an. Dank boomendem Export und einer starken Inlandsnachfrage ist die Kapazitätsauslastung weiter gestiegen.

 Die Unternehmen wollen deshalb ihre Produktion und den Personalbestand deutlich ausbauen. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter mehr als 3.800 Unternehmen. „Die hohe Investitions- und Einstellungsbereitschaft zeigt, dass das Vertrauen zurück ist und die Unternehmen wieder an einen anhaltenden Aufschwung glauben“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des BIHK.

Der BIHK-Konjunkturindex, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, ist von 129 Punkten im Herbst auf 133 Punkte weiter angestiegen und übertrifft damit seinen bisherigen Höchststand vom Frühjahr 2007.

Die bayerischen Unternehmen haben ihre Lageeinschätzung deutlich nach oben korrigiert. Fast jedes zweite Unternehmen bezeichnet seine Situation als „gut“, nur knapp jedes zehnte als „schlecht“. Auch für 2011 bleiben die Unternehmen zuversichtlich. Lediglich neun Prozent rechnen mit einem Abwärtstrend. Die Investitionslaune ist noch besser als im vergangenen Herbst, 42 Prozent werden ihre Budgets aufstocken, nur 10 Prozent kürzen. Das hat die Beschäftigungspläne der Unternehmen weiter angekurbelt. Fast jeder vierte Betrieb will neue Arbeitsplätze schaffen, während nur rund jeder zehnte einen Jobabbau plant. „Damit wird der Bedarf an Arbeitskräften spürbar zunehmen und die im deutschlandweiten Vergleich niedrige Arbeitslosigkeit in Bayern weiter zurückgehen“, so der BIHK-Chef.

In der Industrie sind die Beschäftigungspläne sogar wieder auf dem bisherigen Rekordstand vom Frühjahr 2007. Die Unternehmen sind zu Jahresbeginn ähnlich zufrieden wie vor der Finanzkrise. Die wachsende Nachfrage aus dem In- und Ausland hat die Kapazitätsauslastung spürbar verbessert, 38 Prozent produzieren bereits wieder mit voller Drehzahl. Für die kommenden zwölf Monate bleiben die Erwartungen unverändert gut. Die Industrieunternehmen wollen kräftig in den Ausbau der Kapazitäten investieren. Dafür werden 26 Prozent der Industrieunternehmen neue Jobs schaffen.

Von der guten Entwicklung der Industrie profitiert die Dienstleistungsbranche. Jedes zweite Unternehmen konnte seine Umsätze steigern. Die Zuversicht hält an und sorgt für eine unverändert hohe Bereitschaft zu investieren und Personal aufzubauen. Vor allem die Zeitarbeitsbranche wird in den kommenden zwölf Monaten vom Personalbedarf der Industrie profitieren. „Dienstleister und Industrie sind damit die Jobmotoren der bayerischen Wirtschaft“, sagt Driessen.

Die höhere Nachfrage aus dem In- und Ausland nach Industriegütern hat auch den Großhändlern bessere Umsatzzahlen beschert. Die Branche glaubt daran, dass es weiter aufwärts geht und der steigende Warenumschlag nur mit mehr Personal zu stemmen ist. Die Beschäftigungspläne der Großhändler zeigen entsprechend deutlich nach oben.

Doch die bayerische Wirtschaft sieht auch die Schattenseiten des weltweit anziehenden Wachstums. Quer durch alle Branchen hinweg klagen die Unternehmen über steigende Kostenbelastungen und sinkende Margen, weil die steigenden Preise nicht voll an die Kunden weitergegeben werden können. Hinzu komme, so BIHK-Hauptgeschäftsführer Driessen, „dass der demografiebedingte Fachkräftemangel durch die gute konjunkturelle Entwicklung schneller als erwartet zur Realität wird“. So finden derzeit 41 Prozent der bayerischen Unternehmen keine geeigneten Arbeitskräfte, unabhängig von den Qualifikationsstufen. Oft stimme die Qualifikation der Bewerber nicht mit den Stellenanforderungen überein. Fast jedes dritte Unternehmen kritisiert zudem zu hohe Gehaltsvorstellungen der Bewerber. Alarmierend sei allerdings, so Driessen, dass bei 25 Prozent der Unternehmen Stellen unbesetzt blieben, weil sich überhaupt keine Bewerber meldeten.