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Ansatzpunkte für Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Bayern und Alberta in Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft

Alberta (28.03.2011) - Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel bricht heute zu einer Delegationsreise nach Alberta / Kanada auf.

Begleitet wird Hessel von einer 25-köpfigen Delegation mit bayerischen Unternehmern, Wissenschaftlern bayerischer Universitäten und Vertretern aus Politik und Institutionen des Freistaats. Auf dem Programm stehen Termine in den Städten Edmonton, Fort McMurray sowie Calgary.
 
„Schwerpunkt der Delegationsreise wird das Thema Infrastruktur insbesondere rund um das Thema Ölsandabbau sein, da sich in diesem Bereich in Alberta gute Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Unternehmen bieten,“ betont Hessel. Die Wirtschaft der kanadischen Provinz Alberta boomt durch den Rohstoffreichtum. Alberta besitzt unter anderem das größte Ölsandgebiet der Erde und damit die zweitgrößten Erdölvorkommen weltweit. Bis 2020 will die Ölsandindustrie in Alberta die derzeitige Fördermenge von 1,4 Millionen Barrel pro Tag auf mindestens 3,5 Millionen Barrel hochfahren. Dabei muss zunehmend der Umweltaspekt beachtet werden. Großinvestitionen in dreistelliger Milliardenhöhe rund um das Ölsandgeschäft bieten gute Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Zulieferer. Aufgrund der mit dem Rohstoffreichtum verbundenen hohen Einnahmen ist die Provinz in der Lage, intensiv im Infrastrukturbereich zu investieren. So plant Alberta, in den nächsten fünf bis zehn Jahren mehrere milliardenschwere Projekte im Bereich der öffentlichen Gebäude sowie in die Verkehrsinfrastruktur. Um die Zusammenarbeit Bayern-Alberta zu intensivieren, führt Staatssekretärin Hessel politische Gespräche unter anderem mit Premierminister Ed Stelmach und mit dem Minister für Wissenschaft und Technologie, Greg Weadick.
 
Alberta ist aber nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht interessant: Es ist auch ein aufstrebender Wissenschafts- und Technologiestandort. Bereits heute arbeiten Forscher und Unternehmer aus Bayern und Alberta an gemeinsamen Forschungsprojekten. Weitere Kooperationsanfragen liegen der Bayerischen Forschungsallianz GmbH vor, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des Wissenschafts- und Innovationsstandortes Bayern. Gemeinsam streben Partner aus Bayern und Alberta eine stärkere Beteiligung an multilateralen Projekten an. Anlässlich dieser Delegationsreise können bayerische Forscher und Unternehmer vertiefte Einblicke in die Forschungs- und Innovationslandschaft der Provinz Alberta gewinnen und somit zielführende Themen und Kooperationsformen identifizieren.
 
Hessel: „Wir wollen unsere Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft weiter intensivieren. Dabei haben wir in 2010 beispielweise erstmals die Möglichkeit des transatlantischen Austauschs von Innovationsgutscheinen genutzt, bei welchem Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Bayern und Alberta zusammenarbeiten können.“
 
Bayern pflegt traditionell enge politische und wirtschaftliche Kontakte mit Kanada, insbesondere mit der Provinz Alberta und der Partnerregion Québec. Die bayerische Repräsentanz in Montréal (eine von 23 bayerischen Auslandsrepräsentanzen weltweit) steht bayerischen Unternehmen als erste Anlaufstelle in Kanada zur Verfügung, vermittelt wertvolle Kontakte und hilft Firmen beim Eintritt in den kanadischen Markt. Seit 2002 ist zudem die Regierung von Alberta mit einer Repräsentanz in München vertreten.
 
Das bayerisch-kanadische Handelsvolumen hat sich nach dem Krisenjahr 2009 wieder etwas erholt. In 2010 lagen die bayerischen Importe bei 610,2 Millionen Euro (+8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), die bayerischen Exporte bei 1,26 Milliarden Euro (+17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Damit rangiert Kanada derzeit auf Platz 28 der wichtigsten Außenhandelspartner Bayerns. Über 1.200 bayerische, vor allem mittelständische Firmen, pflegen bereits Geschäftsbeziehungen mit Kanada.