Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Zentralamerika und EU einigen sich auf Assoziierungsabkommen

San José (25.05.2010) - Nach dreijährigen Verhandlungen ist der Weg zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zwischen den Staaten Mittelamerikas und der EU geebnet: Auf dem EU-Lateinamerika/Karibik-Gipfel, der letzte Woche in Madrid stattfand, erzielten die Staatschefs eine Einigung.

Der Vertrag sieht unter anderem die Schaffung einer Freihandelszone zwischen der EU und den sechs zentralamerikanischen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama vor. Es ist nach Angaben der spanischen EU-Ratspräsidentschaft das erste Übereinkommen dieser Art, das die EU nicht mit einem einzelnen Land, sondern einer Staatengruppe schließt.

Das Abkommen beinhaltet den freien industriellen Güteraustausch zwischen beiden Vertragsparteien. Die Zollerleichterungen auf Industriegüter werden schrittweise innerhalb der nächsten drei bis 15 Jahre erlassen. Zusätzlich soll europäischen Unternehmen der Markteintritt in Zentralamerika erleichtert werden.

Für Costa Rica ist damit ein wichtiger Schritt getan: Das Land verfügt nun insgesamt über zehn Freihandelsabkommen, unter anderem mit den drei größten Weltmärkten USA, China, und jetzt auch der Europäischen Union. Darüber hinaus lassen sich durch bestehende Abkommen Costa Ricas mit Ländern innerhalb des amerikanischen Kontinents wertvolle Synergieeffekte in Bezug auf die neue Kooperation mit der EU erzielen.

Mit einem Anteil von 60% des zentralamerikanischen Exportvolumens ist Costa Rica nach Angaben der Auslandshandelskammer Costa Rica der wichtigste Handelspartner Mittelamerikas für die Europäische Union. Der Staat besitzt eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft, die Landwirtschaft und Exporte in der Computerbranche gehören zu den wichtigsten Devisenbringern. Diese Güter hätten fortan bevorzugten Zutritt zu einem sicheren Markt von 500 Millionen Verbrauchern mit starker Kaufkraft.

Der relativ hohe Bildungsstandard der Arbeitskräfte und die langjährige politische und soziale Stabilität machen Costa Rica zudem zu einem attraktiven Standort für ausländische Investitionen, die nun ebenfalls von dem Abkommen profitieren.

Bericht und Kontakt: Deutsch-Costaricanische Industrie- und Außenhandelskammer (AHK)