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VAE: Neues Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland

Dubai/Berlin (26.07.2010) - Am 01.07.2010 wurde das neue Doppelbesteurerungsabkommen (DBA) von den beiden Außenministern der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Emirate unterzeichnet und geht jetzt in das Gesetzgebungsverfahren.

Erst danach wird es Gültigkeit rückwirkend zum 01.01.2009 erhalten.

Die wesentlichste Neuerung und diejenige mit den gravierensten Auswirkungen ist die Umstellung von der Freistellungsmethode auf die Anrechnungsmethode, die für Niederlassungen deutscher Unternehmen wie auch für in den VAE tätige deutsche Arbeitnehmer zu einer Besteuerung in Deutschland führen kann.
 
Das alte VAE-Abkommen, wie die meisten alten deutschen Abkommen, folgte noch der Freistellungsmethode. D.h. wenn den VAE das Besteuerungsrecht nach Art.14 zugewiesen war, so war der deutsche Steuerpflichtige in Deutschland von der Besteuerung freigestellt, obwohl in den VAE keine Steuer erhoben wurde.

 In dem neuen VAE-Abkommen wird grundsätzlich die Anrechnungsmethode angewendet. Soweit wiederum nach Art. 14 den VAE das Besteuerungsrecht für unselbständige Tätigkeit zugewiesen ist, ist die natürliche Person, die in Deutschland noch einen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hat, mit den Einkünften aus unselbständiger Tätigkeit gleichwohl in Deutschland steuerpflichtig. Allerdings kann eine in den VAE erhobene Steuer auf diese Einkünfte (if any) auf die deutsche Steuer angerechnet werden (Art. 22)
 
Damit ist zwar das Ziel des Doppelbesteuuerungsabkommens, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden erreicht.  Im Ergebnis aber werden die deutschen Steuerpflichtigen, die einer unselbständigen Tätigkeit in den VAE nachgehen, ebenso wie Arbeitnehmer in Deutschland einmal, und zwar in Deutschland, besteuert, soweit sie noch einen Wohnsitz unterhalten oder dort ihren ständigen Aufenthalt haben.

 Dieses Ergebnis ist auch besonders gravierend  für deutsche Steuerpflichtige, die sich für Montagen in den VAE aufhalten. Für sie war in der abkommenslosen Zeit der Auslandstätigkeitserlass (ATE) mit der Folge der Steuerfreistellung anwendbar. Da der ATE nur bei Staaten ohne DBA anwendbar ist, ist eine Freistellung künftig nicht mehr möglich.

Die AHK prüft momentan mit Experten die genaue Interpretation und die Auswirkungen des neuen DBA und wird darüber in ihren Publikationsorganen sowie auch durch Veranstaltungen unterrichten.

Den vollständigen Text des DBA finden Sie hier.

(Text/Quelle: Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer)