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Private Kreditversicherer verpflichten sich zur Übernahme bislang staatlicher Deckungen in der Exportkreditversicherung

Berlin (02.12.2010) - Die privaten deutschen Kreditversicherer verpflichten sich, alle zum heutigen Tag vom Bund gedeckten kurzfristigen Exportforderungen gegenüber Abnehmern in Kern-OECD- und EU-Ländern für die Dauer von mindestens sechs Monaten ab sofort zu marktüblichen Preisen zu übernehmen. Die Exporteure müssen sie ihnen lediglich antragen.

 Von dieser Selbstverpflichtung ausgenommen sind lediglich Deckungen für Lieferungen nach Bulgarien, Rumänien, Island, Lettland und Litauen. Damit bestehen für deutsche Exporteure wieder annähernd gleiche Absicherungsmöglichkeiten auf dem privaten Versicherungsmarkt wie vor der Finanzkrise.
 
Der Bund hatte im August 2009 im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise auf Basis einer entsprechenden Ermächtigung der EU-Kommission eine bis Ende 2010 befristete Ausweitung der bundesgedeckten Exportfinanzierung beschlossen. Ziel war es, die deutsche Exportwirtschaft mit der Absicherung kurzfristiger Exportkredite zu unterstützen, soweit der private Kreditversicherungsmarkt diese wegen des krisenbedingt erhöhten Ausfallrisikos nicht mehr zur Verfügung stellen konnte.
 
„Es kehrt Normalität ein,“ erklärt Dr. Peter Ingenlath, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Schon seit einiger Zeit decken die privaten Kreditversicherer deutsche Exporte in alle Kern-OECD- und EU-Länder wieder in einem Umfang wie vor Ausbruch der Krise; sie werden diesen Deckungsschutz weiter ausbauen. Ziel der privaten Kreditversicherer ist es daher, den übernommenen Deckungsschutz auch über den Zeitraum von sechs Monaten hinaus aufrechtzuerhalten.
 
Für Exporteure, die neben der staatlichen Absicherung auch einen privaten Kreditversicherungsvertrag haben, übernimmt das jeweilige Versicherungsunternehmen die bestehenden Limite vom Bund. Exporteure ohne eine private Exportkreditversicherung können ihre beim Bund bestehenden Deckungen an einen privaten Kreditversicherer ihrer Wahl übertragen.
 
Bundesminister Brüderle: "Insbesondere für unsere kleinen und mittelständischen Exporteure war das von der Bundesregierung zusätzlich zur Verfügung gestellte Absicherungsangebot unerlässlich. Wir haben jetzt jedoch wieder einen Status erreicht, der es uns ermöglicht, die Krisenmaßnahmen weiter zurückzufahren. Ganz im Sinne der Subsidiarität ist entscheidend, dass wir deutschen Exporteuren staatliche Absicherungsmöglichkeiten für ihre Exportgeschäfte nur dann anbieten, wenn keine ausreichenden privaten Angebote zur Verfügung stehen."

(Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV); Bundeswirtschaftsministerium (BMWi))