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DIHK: Erfolgsfaktor Export – auch als Vize-Exportweltmeister

Berlin (14.01.2010) - China hat Deutschland gerade als Exportweltmeister abgelöst. Das muss aber nadh Ansicht des Dt. Industrie- und Handelskammertags keine Sorgen bereiten, denn das dortige Wachstum stärkt auch die Nachfrage nach Maschinen und Autos aus Deutschland.

Insgesamt sind die deutschen Exporte seit 1991 pro Jahr um 6 % gestiegen. Selbst nach dem krisenbedingten Einbruch hat die deutsche Industrie 2009 fast 2,5-mal so viele Waren ins Ausland geliefert wie 1991. Ohne diese Entwicklung wäre auch die Erfolgsgeschichte am Arbeitsmarkt mit mehr als 1,5 Mio. zusätzlichen Jobs seit 2005 nicht möglich gewesen.

Krisenbewältigung im Gange …

Die Krise hat zu einem weltweiten Nachfrageeinbruch geführt und Deutschland wegen seiner Exportorientierung besonders hart getroffen. Die Erholung in weiten Teilen der Welt hilft der deutschen Wirtschaft nun aber auch schneller wieder aus der Krise. Mehr als ein Drittel der Exporteinbrüche sind bereits wettgemacht. Die Exporterwartungen der Industrie haben sich zuletzt spürbar verbessert. Die Unternehmen vertrauen auf die Tragfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle und halten – auch mit Hilfe der Kurzarbeit – so lange wir möglich an ihren Fachkräften fest. Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist 2009 kaum gestiegen. Auch in anderen exportstarken Ländern wie Japan und den Niederlanden erweisen sich die Arbeitsmärkte als relativ stabil. Hingegen waren die Arbeitsplatzverluste in exportschwachen Volkswirtschaften wie den USA oder Spanien dramatisch – obwohl die Wachstumseinbrüche dort nicht so heftig ausgefallen sind. Die Erholung zieht sich dort jetzt aber länger hin – mit negativen Folgen für den Arbeitsmarkt.

Ausland profitiert von deutschen Importgütern

Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit ist kein Nullsummenspiel – von guten Produkten zu günstigen Preisen profitieren die Kunden weltweit. Gerade die aufstrebenden Volkswirtschaften Chinas und anderer Teile Asiens sowie Lateinamerikas brauchen für ihren Aufholprozess hochwertige Investitionsgüter. Hier ist die deutsche Industrie stark aufgestellt. Auch hochwertige Technologie auf den Zukunftsfeldern Energie- und Materialeffizienz oder Medizintechnik stammt häufig aus deutschen Werkhallen.

Deutsche Exportorientierung ohne Alternative

Durch die demografische Entwicklung verliert die Inlandsnachfrage an Gewicht, daher muss die Wirtschaft auf die internationalen Märkte und Wettbewerbsfähigkeit setzen.
Ihre Wettbewerbsfähigkeit kann die Wirtschaft nur mit qualifizierten Mitarbeitern sichern – Unternehmen müssen daher ihre Bildungsanstrengungen intensivieren.
Der Staat muss seine Investitionen in leistungsfähige Straßen, moderne Schulen und Universitäten verstetigen. Seit den 90er-Jahren hat der Staat seine Investitionen mehr und mehr zusammengestrichen, während die Staatsausgaben überdurchschnittlich gewachsen sind.
Steuerpolitik und Lohnabschlüsse dürfen nicht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit gehen. Die Politik sollte den Beschäftigten mehr Netto vom Brutto lassen. Ein Abkoppeln der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von den Arbeitskosten dämpft deren Anstieg.