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Zeil: "Gemeinsame Projekte weiter voranbringen"

Moskau (08.07.2009) - Bayern Wirtschaftsminister Martin Zeil startet heute mit einer hochrangigen 90-köpfigen Wirtschaftsdelegation zu einer Delegationsreise in nach Moskau.

Zeil: „In den Gesprächen mit unseren Partnern in Moskau wird die Weiterentwicklung und Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Fokus stehen. Ich werde die Gelegenheit der ,12. Bayerischen Wirtschaftstage’ in Moskau nutzen, um gezielt konkrete Anliegen der bayerischen Unternehmen anzusprechen. Dabei werde ich mich vor allem für einen zügigen Fortschritt wichtiger gemeinsamer Projekte einsetzen.“ In Moskau wird Zeil mit langjährigen Partnern Bayerns zusammentreffen. Im Zentrum des Besuchs stehen Gespräche mit Moskaus Oberbürgermeister Jury Luschkow, seinem 1. Stellvertreter Jury V. Rosljak und Regierungsmitgliedern des Moskauer Gebiets.

Neben gemeinsamen Großprojekten wie der Sanierung des Stadtteils Lefortovos durch das Architekturbüro Meier-Scupin & Partner oder der Errichtung von 3- Sterne-Hotels durch die Mawy Gruppe gebe es zahlreiche weitere erfolgreiche Projekte. Zeil: „Die SANTec Vertriebs GmbH aus München plant zum Beispiel gemeinsam mit SANTEHPROM aus Moskau die Entwicklung einer berührungslosen Waschbecken-Armatur für den russischen Markt und den Aufbau einer Fertigungs- und Vertriebsstätte in Moskau. Der bayerische Handwerksbetrieb Maierhofer ist in Moskau erfolgreich tätig auf dem Gebiet Metallbedachungen und –fassaden und übernimmt die Ausstattung von Moskauer Villen.“

Die Teilnehmer der diesjährigen Delegationsreise decken ein breites Branchenspektrum ab, angefangen von Bau/Infrastruktur/Innenausbau über Verkehrsleitsysteme bis hinzu Umwelttechnologien. „Neue Impulse, die über die wirtschaftliche Zusammenarbeit hinausgehen, sollen in diesem Jahr von der Querschnitttechnologie Sensorik ausgehen. Besonders erfreulich ist, dass diesmal Forschung und Wissenschaft einen Raum für fruchtbare Zusammenarbeit finden. Im Rahmen einer Summer School der Hochschulen Regensburg und der renommierten Moskauer Technischen Universität MIREA wollen wir gemeinsame Forschungsaktivitäten im Bereich Sensorik initiieren.“ Die meist mittelständischen Delegationsteilnehmer werden im Rahmen der Bayerischen Wirtschaftstage Gelegenheit zum direkten Austausch mit Unternehmern und Regierungsvertretern aus Stadt und Region Moskau, aber auch für konkrete Geschäftsvereinbarungen oder erste Kontaktanbahnung haben.

Seit 2000 bis zum Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 ist der bayerisch-russische Außenhandelsumsatz um das 4,4-fache gestiegen. Die Russische Föderation und insbesondere der Moskauer Raum ist Bayerns bedeutendster Handelspartner in Osteuropa. Die Lieferungen bayerischer Produkte nach Russland sind 2008 um über 38 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro angewachsen. Die Wirtschaftskrise führte allerdings dazu, dass die bayerischen Ausfuhren in die Russische Föderation im 1. Quartal 2009 zum ersten Mal seit fast zehn Jahren und um ganze 41 Prozent sanken. Zeil: „Bayern und Russland stehen nicht zum ersten Mal vor einer gemeinsamen Herausforderung. Im russischen Krisenjahr 1998 folgten die bayerischen Unternehmen nicht der allgemeinen Kapitalflucht aus Russland. Daher konnten sie später deutlich am ökonomischen Aufschwung Russlands partizipieren. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam auch die aktuelle Krise meistern werden. Schließlich liegt in jeder Krise auch eine Chance.“

Die bayerischen Unternehmen sind in der Russischen Föderation überproportional stark vertreten. Von den etwa 4 600 deutschen Unternehmen in ganz Russland kommt gut ein Drittel aus Bayern. Im Großraum Moskau liegt der Anteil sogar bei knapp der Hälfte. Darunter befinden sich nicht nur die bayerischen Global Player, sondern vor allem auch viele mittelständische Firmen.