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Verbesserungen der Hermesdeckungen im Rahmen des Konjunkturpakets II

Berlin (02.03.2009) - Die Bundesregierung hat am 27. Januar im Rahmen des Konjunkturpakets II auch Verbesserungen der Exportkreditgarantien beschlossen. Betroffen sind im Wesentlichen die Lieferantenkreditdeckung...

(Einzel- und Sammeldeckung), die Avalgarantie sowie die Absicherung von Akkreditivbestätigungsrisiken. Da die Maßnahmen der Unterstützung der Exportwirtschaft angesichts der aktuell bestehenden Finanzierungsschwierigkeiten dienen sollen, sind sie bis Ende 2010 befristet.

Lieferantenkreditdeckung
Der Selbstbehalt für die wirtschaftlichen Risiken kann künftig auf Antrag des Exporteurs von 15 % (Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung 10 %) auf 5 % reduziert werden. Sowohl die Kriterien hierfür als auch der Prämienaufschlag werden kurzfristig noch festgelegt. Der Selbstbehalt der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light verbleibt für politische und wirtschaftliche Risiken einheitlich bei 10 %.

Zur weiteren Verbesserung der Lieferantenkreditdeckung wurde die Abtretung bundesgedeckter Forderungen (einschließlich der Abtretung der Entschädigungsansprüche) erleichtert. So gilt unter anderem künftig die Zustimmung des Bundes bei einem Verkauf einer gedeckten Forderung an einen Kreis von anerkannten Abtretungsempfängern als generell erteilt. Ferner werden aus der Abtretung begünstigte Finanzierer künftig das Recht erhalten, das Entschädigungsverfahren mit dem Bund abzuwickeln.

Avalgarantie
Mit der Avalgarantie verbessert der Bund die Liquiditätssituation des deutschen Unternehmens, weil die Bank die Kreditlinie des Unternehmens in Höhe des garantierten Betrags nicht belasten muss. Der maximal zulässige Garantiebetrag, der bisher auf 80 Mio. Euro pro Exporteur begrenzt war, wird nunmehr auf 300 Mio. Euro angehoben. Diese Grenze kann unter bestimmten Voraussetzungen im Einzelfall auch überschritten werden, wenn sich dieses wegen der Besonderheit des Exportgeschäfts als notwendig erweist.

In Einzelfällen kann die Avalgarantie nunmehr vom Bund auch ohne „Hauptdeckung“, d.h. ohne Deckung der sonstigen Risiken des Exportgeschäfts übernommen werden, wenn die Absicherung der übrigen Risiken nicht möglich, nicht zumutbar oder vom Exporteur nicht gewollt ist.

Absicherung von Akkreditivbestätigungsrisiken
Banken fällt es in der aktuellen Situation zunehmend schwer, Akkreditive zu bestätigen, weil die Akkreditivlinien für Auslandsbanken vielfach ausgeschöpft sind, der Kreis von Auslandsbanken, die von den deutschen Banken für Akkreditivbestätigungen akzeptiert werden, eingeschränkt wird und die Syndizierungsmöglichkeiten reduziert sind. Vor diesem Hintergrund beschließt der Bund die Möglichkeit der Nutzung von kurzfristigen Finanzkreditdeckungen auch für Akkreditivbestätigungsrisiken.

Bei der Prämienberechnung ist neben der Deckung der eigentlichen Laufzeit des Akkreditivs zusätzlich der Zeitraum der Akkreditivbestätigung zu berücksichtigen. Im Übrigen gilt das übliche Verfahren für Finanzkreditdeckungen, insbesondere ein genereller Selbstbehalt von 5 % sowie die Notwendigkeit einer Verpflichtungserklärung und eine Antikorruptionserklärung seitens des Exporteurs.

Alle Verbesserungen der Lieferantenkreditdeckung, der Avalgarantien und hinsichtlich der Absicherung von Akkreditivbestätigungsrisiken befinden sich in der Umsetzung und können ab sofort beantragt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bitte wenden Sie sich an die Ansprechpartner Ihrer IHK oder Handwerskammer.

Quelle: AGA-Report Nr. 174 - www.agaportal.de/pdf/aga-report/ar174.pdf
Weitere Informationen: www.agaportal.de