So war´s: Unternehmerreise Polen

Der Bau in Polen als Wachstumsmotor Unternehmerreise speziell für die Baubranche nach Krakau und Breslau via Kattowitz / Südpolen vom 2. - 5. März 2009
  • Baugewerbe in Polen
    Baugewerbe in Polen

    Polens Bauwirtschaft gehört unverändert zu den stärksten Wachstumsbranchen sowohl im Land als auch in der EU. Bauleistungen im Zusammenhang mit der Erhöhung der Energieeffizienz im Wohnungs- und Gewerbebau, Infrastrukturvorhaben im Straßenbau, der Wasser- und Energiewirtschaft, sowie der Fußball EM 2012 stehen im Vordergrund. Trotz weiterhin ansehnlicher Wachstumsraten sind Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auch in Polen nicht zu übersehen. Die Bindung Polens zur EU, bzw. zu seinem engsten Nachbarn wird enger und effizienter. – Die Chancen für bayerische Unternehmer steigen rasch. Ein vorangegangenes Länderseminar der Handwerkskammer Regensburg in Zusammenarbeit mit DREBERIS GmbH Dresden bereitete die Unternehmerreise für Baufachleute vor.

  • Besuchsziele

    Polen, flächenmäßig nur etwas kleiner als Deutschland mit halb soviel Einwohnern ist EU-Mitglied seit Mai 2004. Seither steigen jährlich die Chancen am polnischen Baumarkt aktiv zu werden. In bestimmten Baubereichen gerät die polnische Bauwirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Mangel von bestimmten Fachkräften und die Preisentwicklung bei Baumaterialien wird teilweise zu einem Problem. Dies wirkt sich mit gestiegenen Preisen für Bauleistungen in Polen aus, wodurch sich wachsende Potentiale für deutsche Anbieter eröffnen. Auch im Zuge der Ausrichtung der Fußball Europameisterschaft Euro 2012 in Polen und der Ukraine, erhielt die rege polnische Bauwirtschaft weiteren Antrieb. Zur Bewältigung der anstehenden Vorhaben müssen die Transportinfrastruktur weitgehend ausgebaut, sowie Stadien und Trainingsstätten, Zufahrtsstraßen, Bahnhöfe, Hotels, hochwertige Apartment-, Wohn- und Touristikanlagen spätestens bis 2012 errichtet werden. So wurden mit dieser Unternehmerreise bayerische Unternehmen des Baugewerbes, sowie baunaher Branchen angesprochen, die Lieferungen und Leistungen in Polen erbringen möchten. Besucht wurde die südliche Region Polens, d.h. Krakau und Breslau, mit Zwischenstopp in Sosnowiec bei Kattowitz.

  • Krakau
    Krakau

    Während der Reise wurden die Reiseteilnehmer über landeskundliche Grundlagen, Informationen zur derzeitigen Situation der Baubranche Polens, anstehenden Baumaßnahmen, dem Marktpotential für deutsche Unternehmen und die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Auftragsdurchführung in Polen bis hin zu steuerlichen Details durch Fachvorträge und Präsentationen eingehend vor Ort vermittelt. Die Arbeitslosenquote liegt zurzeit bei ca. 9,5% - regional aber sehr unterschiedlich. Der Durchschnittslohn liegt bei ca. 3.500 Zloty. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2008 um 5%, 2009 voraussichtlich 3,5%. Das Wachstum in der Bauwirtschaft ist ca. 15,6% und der Investitionstätigkeit insgesamt bei plus 20,6%. Hauptlieferland nach Polen ist mit einem Anteil von 24% Deutschland. Aus dem EU – Haushalt 2007 bis 2013 wurden Polen 67 Milliarden € zugesagt! Krakau mit über 756.000 Einwohnern und ca. 100.000 Studenten, war die frühere polnische Hauptstadt und Herrschersitz – heute noch kulturhistorisches Zentrum. Die zukunftsweisende Stadtentwicklung wurde durch den 2. Bürgermeister Tadeusz Trzmiel persönlich durch eine beeindruckende Präsentation überaus kompetent und zuvorkommend den bayerischen Besuchern vorgestellt. Praxisnah vor Ort wurde abschließend eine Objektbesichtigung der neuen Krakauer Schnellstraßenbahn, die teilweise kreuzungsfrei und unterirdisch auch den Hauptbahnhofumbau mit einbindet, von der Stadtbehörde durchgeführt.

  • Breslau

    Ein „Highlight“ der Reise war ein 2stündiger Projektbesuch am Wege nach Breslau bei dem neuen Verlags – und Druckzentrum Sosnowiec, das durch die „Passauer Verlagsgruppe“ mit polnischen Partnern kürzlich entstand. Die Reisegruppe waren die ersten Besucher im neuen, hochmodernen Medienzentrum. Eine höchst beeindruckende Betriebsführung mit anschließender Bewirtung in der neuen Kantine (erstmals ausgekocht) bei zuvoriger Präsentation zu Daten und Projektablauf, überzeugten die bayerischen Baufachleute von den dortigen Möglichkeiten und Aktivitäten. Die „Passauer Verlagsgruppe“ unterstreicht mit diesem Engagement seine Kompetenz und Zukunftsausrichtung im östlichen Pressegeschehen. In Breslau (635.000 Einwohner) erfuhr die Gruppe aus erster Hand von deutschen Baufirmenvertretern praxisnah von deren Aktivitäten und Erfahrungswerte, aber auch wertvolle Hintergrundinformationen.

  • Ziele erfüllt

    Das Ziel der Unternehmerreise zur Geschäftsanbahnung durch Firmen- und Behördenbesuche, persönliche Kontaktgespräche mit Entscheidungsträgern und interessanten Kooperationspartnern wurde erreicht. Es haben sich neue Felder der Zusammenarbeit aufgezeigt und etliche Reiseteilnehmer haben vor, die entstandenen Kontakte auszubauen bis hin zu kurzfristigen Terminvereinbarungen für weitere Kooperationsgespräche. Die Reisegruppe aus Bayern sieht Polen als einen schnell an Bedeutung gewinnenden, europäischen Wachstumsmarkt. Polen stellt einen attraktiven Absatzmarkt bei steigender Kaufkraft und hohem Nachholbedarf mit qualifizierten, leistungsbereiten Arbeitskräften dar. Das aktuelle Lohnniveau, eine EU orientierte Wirtschaftspolitik und günstige Kostenstrukturen bieten gute Voraussetzungen. Vielfältige regionale Möglichkeiten wecken das Interesse an Kooperationen und Geschäftsanbahnungen, bzw. bayerische Unternehmer werden angesprochen, die Leistungen für polnische Bauunternehmer erbringen möchten.

  • Fazit

    Resümee ist, dass die Reiseteilnehmer aus Polen, dessen Möglichkeiten oft verkannt werden, mit überraschend nützlichen, sehr positiven Eindrücken und neuen, wertvollen Kontakten zurückgekehrt sind. Deutsche Produkte und Leistungen genießen dort ein hohes Ansehen. Die steigende Kaufkraft, hoher Nachholbedarf, die Privatisierung, leistungsbereite Arbeitskräfte bei günstigem Lohnniveau und Steuersätze bieten neben politischer Stabilität und EU-Ausrichtung, Investitionssicherheit. – Es war nützlich und aufschlussreich diesen wichtigen EU – Nachbarn kennen zu lernen, der uns wirtschaftlich aber auch historisch verbindet und bayerischen Betrieben vielfältige Möglichkeiten bietet. Die Unternehmerreise unter Organisation der Handwerkskammer Niederbayern•Oberpfalz, konnte über das Förderprogramm „Neue Wege – Neue Welten“ mit EU – Fördermitteln über das Bayerische Wirtschaftsministerium für die ostbayerischen Grenzregionen zur Anpassung von Unternehmen an die Herausforderungen der EU-Erweiterung durchgeführt werden.

  • Kontakt

    Ansprechpartner: Heinrich Heller Tel. 0941 7965-227 Fax 0941 7965-169 E-Mail: heller.heinrich@hwkno.de