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Kurdistan - Tor zum wirtschaftlichen Engagement im Irak

München (16.02.2009) - Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wirtschaftssekretärin Katja Hessel empfangen heute eine hochrangige Delegation aus dem Nordirak.

Anlass des Besuches der Delegation unter der Leitung des Vize-Premierministers der Regionalregierung Kurdistan, Omer Fattah Hussain, ist die von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern veranstaltete Wirtschaftskonferenz zur Region Nordirak/Kurdistan. Zeil: „Kurdistan ist das Tor zum wirtschaftlichen Engagement im Irak. Wir möchten bei den Gesprächen an die traditionell guten Beziehungen zum Handelspartner Irak anknüpfen. Der anhaltende Wiederaufbau im Irak, insbesondere im nordirakischen Kurdistan, bietet Bayern große Chancen für die Wiederbelebung der Partnerschaft gerade im wirtschaftlichen Bereich.“

Vor der Wirtschaftskonferenz trifft Zeil den Vizepremierminister zu einem Meinungsaustausch über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage im Irak. „Ich möchte Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Unternehmen insbesondere im politisch ruhigeren und wirtschaftlich aktiveren Nordirak ausloten. Ich freue mich über das große Interesse der Wirtschaft. Fast 70 Unternehmer aus Kurdistan und eine noch höhere Zahl bayerischer Firmen haben sich für die Konferenz angemeldet“, so der Wirtschaftsminister.

Am 18. Februar empfängt Wirtschaftstaatssekretärin Katja Hessel die irakische Delegation. Hessel möchte das Gespräch nutzen, um das international geschätzte Know-how bayerischer Unternehmen für den Wiederaufbau anzubieten. Hessel: „Das bestehende Engagement bayerischer Firmen im Irak ist oft nicht bekannt. Dabei haben etwa Siemens und MAN in großem Umfang im Bereich Energieerzeugung und Nutzfahrzeuge investiert. Ich bin optimistisch, dass wir den bayerischen Beitrag durch unsere Expertise in den Bereichen Wasser/Abwasser, Abfallbeseitigung, Energieversorgung, Medizin- und Kommunikationstechnik in Zukunft noch ausweiten können.“

Den Freistaat Bayern und den Irak verbinden seit den 70er Jahren enge Handelsbeziehungen. 1980 betrug das bayerisch – irakische Handelsvolumen noch über 220 Millionen Euro. Der Irak belegte damals den 22. Rang unter den bedeutendsten bayerischen Exportpartnern. Mittlerweile ist er auf Platz 100 abgerutscht und das Handelsvolumen sank bis 2007 auf 35 Millionen Euro. „Dieser Abwärtstrend ist vorbei. Schon im ersten Halbjahr 2008 konnten wir die Exporte um elf Prozent steigern“, so Zeil. Die Aufwärtsentwicklung sei nicht zuletzt Folge der überdurchschnittlichen Sicherheit und Stabilität in Kurdistan zu verdanken. Die Region im Norden des Landes gilt wegen ihres beachtlichen Wirtschaftswachstums von sechs Prozent daher als bester Einstieg für wirtschaftliches Engagement im Irak.