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Algerien - Einfuhr nur noch mit Akkreditiv möglich

Algier (26.08.2009) - Nach Angaben der Auslandshandelskammer Algerien müssen alle Importe per Akkreditiv abgewickelt werden. Dazu gibt es neue Informationen.

Die neuen Einfuhrbestimmungen in Algerien schreiben vor, das alle Importe nur per Akkreditiv abgewickelt werden können. Hierzu hat die AHK Algier neue Informationen veröffentlicht.

 

Ausnahmeregelungen des algerischen Nachtragshaushaltsgesetzes 2009:

Der algerische Finanzminister und der Handelsminister präzisieren in einer offiziellen Note vom 12. August 2009 die Artikel 58 und Artikel 66 des Nachtragshaushaltsgesetzes 2009 (Loi de finances complémentaire, LFC).

Art. 58: Die 30% algerische Beteiligungspflicht für Importgesellschaften gilt für Gesellschaften, welche Rohstoffe oder andere Güter für den unverarbeiteten Weiterverkauf in Algerien einführen ist ausdrücklich nicht retroaktiv. Die Beteiligungspflicht gilt für neu zu gründende Gesellschaften nach dem Inkrafttreten des LFC 2009, dem 28. Juli 2009.

Art. 66: Die Anwesenheitspflicht des Geschäftsführers bei Importformalitäten (Zoll- und Bankformalitäten) ist praktisch aufgehoben. Für die Gesellschaftsformen Spa, SARL und EURL gilt, dass ein Bevollmächtigter des Geschäftsführers die Importformalitäten durchführen kann.

 

Akkreditivpflicht

Nach Aussage des Finanzministers in einem Interview der Tageszeitung El Watan vom 17. August gilt eine Bagatellgrenze bei Importgüter mit einem Wert unter 100.000 Dinar. Diese sind nicht von der Domizilierungspflicht betroffen und können weiter per SWIFT-Überweisung bezahlt werden. Hierbei handelt es sich nicht um offiziell bestätigte Informationen. Die AHK Algerien steht diesbezüglich mit dem Finanzministerium in Kontakt.

Es ist davon auszugehen, dass das „réglement 07-01 aus dem Jahr 2007 (im Anhang) weiter Anwendung findet. Dies ist von verschiedenen algerischen Banken bestätigt worden.

Artikel 33 legt fest, welche Waren nicht von einer Domizilierungspflicht betroffen sind:

- Importe/Exporte, bei denen keine Zahlungsabwicklung stattfindet (bspw. persönliche Gegenstände Reisender, Geschäftsleute, Immigranten)

- Waren mit einem Wert unter 100.000 Dinar FOB (Bagatellgrenze)

- Stichproben: Güter und Waren oder Ersatzteile im Rahmen von Garantieleistungen

Diese Waren können weiter ohne Domizilierung nach Algerien eingeführt werden (“importation/exportation non domiciliée“) und im Fall einer Zahlungsfälligkeit per SWIFT-Überweisung bezahlt werden.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die AHK, Algier

Aktuelle Meldung vom 06.08.2009:

Nach Angaben der Auslandshandelskammer Algerien müssen alle Importe gemäss Art. 69 des seit 27. Juli gültigen Haushaltsergänzungsgesetzes per Akkreditiv abgewickelt werden.
Es git keine Ausnahmen (weder für Dienstleistungen noch für Bagatellbeträge) und keine Übergangsregelung! Die Regelung findet auch Anwendung für Waren, die bereits vor dem 27. Juli verschifft wurden.  Zurzeit liegen hunderte von Containern, Fahrzeugen etc. in den algerischen Häfen.

Alle in Algerien agierenden Geschäftsbanken sind von der algerischen Zentralbank, dem Finanzministerium und dem Bankenverband aufgefordert worden, das Gesetz strikt ohne Ausnahmen anzuwenden.

Allerdings wurde in einer Sitzung am Montag, an der Vertreter des alg. Finanzministeriums, der algerischen Zentralbank und der Geschäftsbanken teilnahmen,die Problematik der fehlenden Übergangslösung und der Bezahlung von Dienstleistungen per Akkreditiv angesprochen. Internationale Consultants und Vertreter in Algerien ansässiger Geschäftsbanken gehen davon aus, dass die Banque d’Algérie und das Finanzministerium zeitnah eine  gemeinsame Durchführungsregelung erlassen werden, in der zumindest eine Übergangsregelung geschaffen wird.