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Ost-West-Forum Bayern: Der Blick nach Osten lohnt sich!"

Amberg (02.06.2008) - Mit der Russischen Föderation, der Ukraine und Kasachstan stehen die drei wichtigsten Absatzmärkte der bayerischen Exportwirtschaft im Wirtschaftsraum GUS im Mittelpunkt des diesjährigen Ost-West-Forums Bayern.

'Diese drei Länder eint eine hohe wirtschaftliche Dynamik, ein enormes Absatzpotential, gute Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre und sich stetig verbessernde Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen', erklärte Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller auf dem Forum in Amberg. 'Für bayerische Firmen sehe ich in diesen Ländern vor allem bei Investitionen im Infrastrukturbereich, bei der Modernisierung der Industrie und durch den Nachholbedarf im privaten Konsum große Chancen.'

Die Musik spielt im Osten, vor allem in Russland. Aber auch die Ukraine und Kasachstan sind für bayerische Unternehmen interessant. Diese drei Länder standen im Mittelpunkt des „Dritten Ost-West-Forums Bayern“. Mit über 130 Teilnehmern war die Veranstaltung voll ausgebucht. Die bayerische Wirtschaftsministerin Emilia Müller machte in der Konferenz klar, dass die Chancen, die sich auf diesen Wachstumsmärkten ergeben, von den bayerischen Unternehmen jetzt genutzt werden müssen. Die bayerische Staatsregierung und die Kammern böten deshalb gezielt Unterstützungsmaßnahmen wie Messebeteiligungen und das Programm GO INTERNATIONAL für diese Länder an. IHK-Präsident Peter Esser bekannte in seinem Grußwort: „Wir alle schauen mit zunehmender Faszination nach Osten“. Für uns als direkter Nachbar stand bisher Tschechien im Vordergrund.“ Aktuell noch viel interessanter aber seien die Märkte noch weiter im Osten: in Russland, der Ukraine und Kasachstan, so Esser.

Die Ministerin verwies auf die bereits bestehenden engen Wirtschaftsbeziehungen zur Russischen Föderation und die steigende Bedeutung Kasachstans und der Ukraine als Handelspartner. Speziell die Ukraine rücke durch die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2012 immer stärker ins Blickfeld der bayerischen Wirtschaft. Kasachstan könne sich aufgrund seiner geographischen Lage zu einem bedeutenden Brückenkopf für internationale Transportverbindungen zwischen Europa und Asien entwickeln. 'Die thematische Schwerpunktsetzung am heutigen Tag trifft insofern den Nerv der Zeit', sagte Müller.

Für die bayerischen Unternehmen gewinnt der Wirtschaftsraum GUS als Absatzmarkt zunehmend an Wichtigkeit. Im vergangenen Jahr konnten die bayerischen Ausfuhren in die Region um 29 Prozent auf über 5 Milliarden Euro gesteigert werden.

Russland

Russland hat zweifelsohne eine neue Qualität erreicht. Alexander Markus, stellvertretender Chef der Deutschen Auslandshandelskammer in Moskau machte klar: „Russland tritt nicht mehr nur politisch sondern nun wirtschaftlich als Großmacht auf. Gepuscht durch die explodierenden Öl- und Gaseinnahmen baut Russland seine Industrie aus und entwickelt  schnell modernste Handels- und Dienstleistungs-zentren.“ Große Projekte würden angepackt, das Verkehrssystem verbessert und in den Metropolen steige die Kaufkraft schnell und damit sogar die Nachfrage nach westlichen Luxusprodukten. Dass die russische Wirtschaft weiterhin so dynamisch wachsen werde wie bisher, bejahten die Experten in den Fachworkshops. Nach einem Rekordwachstum im letzten Jahr mit plus 8,1 Prozent hat das Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2008 schon wieder ähnlich hoch zugelegt. Michael Koller von der Münchner-Medizin-Mechanik (MMM) erläuterte. „Es sind gewaltige Investitionen in die Krankenhäuser und das Gesundheitssystem geplant.“  Dazu brauche Russland westliches Know-how. Beste Chancen also auch für bayerische Anbieter. MMM habe schon ein sehr gutes Geschäft in Russland aufgebaut, so Koller.

Ukraine

In der Ukraine ist die Situation ebenfalls positiv. Das  Wirtschaftswachstum beträgt knapp 8 Prozent. Karin Rau, die offizielle Delgierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine mit Bürositz in Kiew, legte dar: „Die Automobilproduktion, der Maschinenbau und die Nahrungsmittelindustrie boomen. Und auch die politischen Verhältnisse haben sich geändert. Die pro-westliche neue Präsidentin Julia Timoschenko darf diesen Trumpf mit politischen Rangeleien aber nicht verspielen.“ Die Wirtschaft sei klar im Aufwind. „Einerseits sind die Lohnkosten noch niedrig, so dass sich für ausländische Investoren unter Kostengesichtspunkten nach wie vor interessante Investitionsmöglichkeiten ergeben“, betonte Roman Shpek, der frühere ukrainische Wirtschaftsminister und jetzt Chef der Alpha-Bank auf. Diese werden genutzt, wie die Statistik der ausländischen Investitionen in der Ukraine zeigen. „Nicht ganz einfach sei die Personalsuche“, erklärte Robert Scherl, Personalberater mit Büros in Kiev, Moskau und Eschenbach. Dass die Ukraine noch in diesem Jahr der Welthandelsorganisation WTO beitritt, stehe fest, so die Experten. Für viele Güter wie zum Bespiel Medizintechnik, Möbel, Spielzeug, Papier werden die Importzölle abgeschafft. Für andere Güter wie Bauausrüstung, Stahl, Pharmazeutik und Lebensmitte sinkt der Zollsatz auf unter ein Prozent. Für bayerische Exporteure verbessert das die Absatzbedingungen.

Kasachstan

„Kasachstan ist wahrscheinlich für die meisten Unternehmensvertreter eher noch unbekannt“, fragte Dr. Galia Shunusalieva, die deutsche Repräsentantin aus Almaty. Aber Kasachstan sei ein Boom-Land. Die Öl- und Gasvoräte seien enorm. Die kasachische Wirtschaft habe in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Dynamik entwickelt. Kasachstans Wirtschaftspolitik lasse den privaten Unternehmen viel Spielraum. Große Unternehmen wie auch mittelständische nutzen diesen.

Die Themen der Vorträge und die Vorträge selbst finden Sie hier zum Download.


Das Ost-West-Forum Bayern, vom Außenwirtschaftszentrum Bayern unter Federführung der IHK Regensburg organisiert, hat sich als bedeutende Wirtschaftsveranstaltung im Freistaat etabliert. Ziel des Ost-West-Forums ist es, interessierten bayerischen Unternehmen durch einen Mix aus Fachvorträgen, Länderworkshops und Praxisberichten Geschäftsmöglichkeiten in attraktiven Exportmärkten aufzuzeigen.