Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Neue Perspektiven für Europas KMU

Nürnberg (28.07.2008) - Globalisierung ist für Europas KMU Chance und Bedrohung zugleich, denn sie werden ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig nur dann aufrechterhalten können,

wenn sie in der Lage sind, auf internationaler Ebene zu agieren. Doch bislang beschränken die meisten europäischen KMU ihre Tätigkeit auf ihr eigenes Land. Ein aktueller EU-Bericht beschäftigt sich mit den Faktoren, die die Internationalisierung von KMU in Europa hemmen oder voranbringen.

Immer häufiger sehen sich Unternehmen vor die Notwendigkeit gestellt, ihre Chancen jenseits der Grenzen zu suchen und im internationalen Wettbewerb mitzuspielen. „Internationalisierung“ ist erwiesenermaßen einer der wichtigsten Motoren für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Tatsächlich befürworten 63 % der Bürger der Europäischen Union die Globalisierung (Flash Eurobarometer 151b). Europäischen KMU fällt es jedoch schwer, sich auf diesen globalen Trend einzustellen und die gebotenen Chancen zu nutzen. Aus einem Bericht des Europäischen Beobachtungsnetzes für KMU geht hervor, dass nur 8 % der KMU in der Union exportieren, nur 12 % der Einsatzgüter eines durchschnittlichen KMU im Ausland beschafft werden und lediglich 5 % der Unternehmen Einnahmen aus ausländischen Geschäftspartnerschaften erzielen.

Angesichts der niedrigen Internationalisierungsquote europäischer KMU hat die Europäische Kommission Ende 2006 ein BEST-Projekt zur „Förderung der Internationalisierung von KMU“ angeschoben. In diesem Rahmen wurde eine Expertengruppe hochrangiger Vertreter der EU und assoziierter Länder eingesetzt, die den Auftrag erhielt, nationale und regionale Strategien zur Förderung eines stärker international ausgerichteten Handels durch KMU – sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU – zu untersuchen.

„Es ging darum, die Faktoren zu analysieren, die Internationalisierung erleichtern oder behindern, bereits bestehende Maßnahmen zu ermitteln, die KMU bei ihren entsprechenden Bemühungen ermutigen oder unterstützen, und politische Empfehlungen für die Zukunft zu formulieren“, erläutert Inigo Urresti, Projektbeauftragter vom Referat der Europäischen Kommission für die Förderung des Unternehmergeistes

Die Bedeutung staatlicher Zuschüsse

„Eines geht ganz klar aus dem Bericht hervor, und zwar die entscheidende Bedeutung staatlicher Unterstützung“, hält Urresti fest. „Die Existenz öffentlicher Förderprogramme macht viel aus. Viele KMU würden nicht einmal daran denken, sich auf das globale Spielfeld zu begeben, wenn sie nicht von öffentlichen Stellen Hilfe bekämen. Aus diesem Grund sind staatliche Zuschüsse nicht nur hilfreich, sondern absolut notwendig.“

Dem Bericht zufolge besteht auch Bedarf an besserer Kommunikation und mehr Klarheit bei der Bereitstellung von Unterstützungsdienstleistungen. „Es gibt zu viele verschiedene Unterstützungsstellen und -netzwerke. Hier ist eine bessere Koordinierung gefragt“, stellt Urresti fest. Die Hauptgründe dafür, dass KMU globalen Märkten fernbleiben, sind ein Mangel an finanziellen Mitteln und vor allem ein Mangel an den zur Bewältigung der Internationalisierung erforderlichen Kompetenzen und/oder Mitarbeitern, heißt es in dem Bericht weiter. „Europa braucht mehr international tätige Unternehmer. Die nationalen Bildungssysteme sollten langfristig dazu beitragen“, erklärt Urresti. „Die Bildungssysteme müssen Unternehmer mit den erforderlichen Sprachkenntnissen und internationaler Ausrichtung hervorbringen, die etwas von Geschäften in einem globalen Kontext verstehen.“


(Quelle: Europäische Union, Online-Magazin U & I)