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Elektronische Ausfuhranmeldung für Exporteure ab 2009 Pflicht

Nürnberg (20.11.2008) - Eine neue Studie zeigt: Jede dritte Firma verschläft die neue elektronische Ausfuhranmeldung - und riskiert teure Verzögerungen bei der Zollabwicklung

Das Thema Export ist heute angesichts der weltpolitischen Lage in vielen Bereichen zu einer sensiblen Angelegenheit geworden. Auf Druck der USA werden die Ausfuhrbestimmungen verschärft und standardisiert - eine  Spätwirkung der Anschläge vom 11. September.

So muss ab Juli 2009 nach neuem EU-Recht jedes Ausfuhrgut vorab elektronisch angemeldet und abgesegnet werden. Die sogenannte Globalanzeige, mit der einmal monatlich gemeldet wurde, was wohin geliefert wurde, ist dann hinfällig. Und damit fangen für viele deutsche Unternehmen die Probleme an. Jede dritte Firma hierzulande sieht sich schlecht gewappnet für die elektronische Vorabanmeldung ihrer Exporte. Und das kann schmerzliche Folgen haben: 'Wer dazu nicht in der Lage ist, darf nach dem Stand der Dinge nichts ausführen. Schlimmstenfalls käme also der grenzüberschreitende Warenverkehr der Firma zum Erliegen', sagt Stefan Zimmermann, ein Experte für Zollfragen.

Dies ist das Ergebnis einer Unternehmensbefragung mit 460 exportierenden Unternehmen über deren Zollmanagement. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte der nicht oder schlecht vorbereiteten Unternehmen mindestens 50 Millionen Euro und damit einen Großteil ihrer Umsätze aus dem Auslandsgeschäft bezieht.

Für sie könnte es ein böses Erwachen geben. Besonders prekär dabei ist, dass ein Dreiviertel Jahr vor der unabänderlichen Inkraftsetzung des EU-Gesetzes die Nachfrage bei spezialisierten Software-Häusern enorm zunimmt. Denn es dauert lange, um die Datenverarbeitung so anzupassen, dass sie die geforderten Informationen liefert und mit den entsprechenden Schnittstellen im sogenannten Atlas-Ausfuhrsystem kompatibel ist. Viele Unternehmen hoffen darauf, dass die deutsche Zollverwaltung milde gestimmt ist.

Es wird in diesem Zusammenhang auch davor gewarnt, in der Neuregelung allein eine technische Aufgabe zu sehen. Denn firmeninterne Verfahrensabläufe müssen völlig neu aufgesetzt werden. 'Die bisherigen Vereinfachungen in der Ausfuhr werden reduziert. Die Unternehmen müssen ab 1. Juli einen umfangreichen Datenkranz der Zollbehörde mitteilen, bevor die Waren überhaupt das Betriebsgelände verlassen dürfen. Das kann zu Verzögerungen bei der Ausfuhr führen', so ein Zollexperte.

Damit widersprechen die neuen gesetzlichen Anforderungen dem immer wieder beschworenen Grundsatz der Entbürokratisierung. Allerdings hat Deutschland  darauf kaum Einfluss, da die Vorgaben durch die EU kommen und weltweit von der Weltzollorganisation eingeführt worden sind. Vielen Firmen mangelt es an einem soliden Zollmanagement. Große exportabhängige Firmen sind zwar in der Regel gut gerüstet, doch kleinere Unternehmen bereitet dies Probleme. Der Aufwand wächst und damit die Kosten, zumal Behörden nach dem neuen Gesetz bei Bedarf auch noch nach erfolgter Ausfuhr Nachweise anfordern können.

(Quelle: Handelsblatt)