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China: Nutzung von Laptops

München (18.11.2008) - Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV Bayern) rät Geschäftsreisenden sich frühzeitig zu informieren und bestmöglich abzusichern.

Was in Europa bereits üblich und alltäglich erscheint, nämlich der Einsatz von Verschlüsselungstechnik auf dem firmeneigenen Rechner, ist in China nach wie vor genehmigungspflichtig. Denn nur wer bereits vorher die beabsichtigte Verschlüsselungstechnik anmeldet und genehmigen lässt, handelt legal. Noch härter trifft es diejenigen die beabsichtigen, Hardware zur Verschlüsselung ihrer sensiblen Daten zu verwenden. Diese muss ausschließlich aus dem Reich der Mitte stammen. Zudem haben nur solche Verschlüsselungsverfahren eine Chance auf Zulassung, die von chinesischen Sicherheitsbehörden mitgelesen werden können. Wer sich nicht daran hält, fällt spätestens im großen Datenstrom aus der Masse heraus und muss mit einer Verwarnung oder einer Beschlagnahme der Gerätschaften rechnen.

Oftmals geraten ahnungslose Geschäftsreisende schon bei Ankunft am Flughafen mit örtlichen Beamten aneinander, die auf Einhaltung bestehender Vorschriften bedacht sind. Seit Juli 2004 gibt es eine entsprechende Verordnung, die es den chinesischen Zollbehörden ermöglicht, Speichermedien, auf denen illegale Software festgestellt wird, zu beschlagnahmen und gegebenenfalls auch einzuziehen. Dies ist nur eine der vielen getroffenen Maßnahmen, um das 1999 ins Leben gerufene Projekt „Goldenes Schild“ zu verbessern, das der chinesischen Regierung dazu dient, den offenen Informationsaustausch über das Internet zu verhindern. Erfahrene Exporteure nutzen deshalb spezielle Berechtigungsdokumente, die mittlerweile zu den Standardformularen der chinesischen Zollabfertigung gehören.

Befindet man sich erst im Land, so sind beispielsweise WLAN Netze in aller Regel nur mit staatlicher Verschlüsselung nutzbar. Auch wer den VoIP Betreiber Skype zur Übertragung seiner Daten nutzt, ist vor einer Ausspähung der Behörden nicht sicher. Einem Bericht der Universität Toronto zufolge wurden Nachrichten und Informationen von Skype-Nutzern auf ungesicherte Server übertragen und durch die chinesische Regierung auf Begriffe wie „Kommunistische Partei“ oder „Demokratie“ untersucht. Bei Skype sind derzeit ca. 70 Millionen User registriert.

Internetrestrektionen sind ebenso wie Kontrollen auffälliger Nutzer an der Tagesordnung. Sicherheitsbehörden soll es bereits heute möglich sein, bei Auffälligkeiten direkt auf den Rechner des Nutzers zugreifen zu können. Werden einzelne Personen im virtuellen Raum überwacht, ist der Schritt zur realen Beobachtung meist nicht mehr weit.

Das Projekt „Goldenes Schild“ wurde 2006 in mehreren Großstädten Chinas in Betrieb genommen.'

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz steht der Wirtschaft als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und bietet kostenfrei Informationen zum Thema Wirtschaftsschutz im Rahmen von Beratungsgesprächen oder Vorträgen an.

Kontakt: Info-Telefon: 089/31201-500, wirtschaftsschutz@lfv.bayern.de