Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Bayern behauptet sich: Exportentwicklung im ersten Quartal 2008

München (23.06.2008) - "Die Bayerische Wirtschaft trotzt den weltwirtschaftlichen Risiken. Unsere Unternehmen haben die Belastungen durch Euro, Ölpreis und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten bislang gut verkraftet",

stellt Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller zu den jüngsten Außenhandelszahlen für das erste Quartal 2008 fest. Danach sind die bayerischen Exporte in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber 2007 um 3,9 % auf 39,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Exportquote der Industrie erhöhte sich auf 50,6 %. Die Einfuhren nahmen im ersten Quartal um 6,8 % auf 32,1 Milliarden Euro zu. Der Exportüberschuss belief sich damit auf 7,3 Milliarden Euro.

„Das schwierigere weltwirtschaftliche Umfeld geht zwar auch an uns nicht spurlos vorüber. Das Auslandsgeschäft wächst nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren. Aber die bayerische Wirtschaft ist mit ihrer Ausrichtung auf hochwertige Investitionsgüter, ihrer Präsenz auf allen wichtigen Absatzmärkten sowie ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit gut positioniert, um auf Expansionskurs zu bleiben. Die Strategie Bayerns, den Mittelstand auf die globalen Märkte zu begleiten, zahlt sich aus“, erklärt Müller.

Insgesamt nahm der Export im 1. Quartal 2008 weiter zu. Das Bild ist allerdings differenzierter geworden. So ging die Nachfrage aus den USA um 3 % auf 4 Milliarden Euro zurück. Hierin dürften sowohl die Eurostärke als auch die labilere US-Konjunktur zum Ausdruck kommen. Auch die Ausfuhren in einige europäische Länder sanken: Italien -3,8 %; Großbritannien -1,7 %; Spanien -3,3 %, Belgien 7,4 %. Damit stagnierten die Exporte in die Eurozone (-0,6 %).

Diese verhaltene Entwicklung wurde jedoch durch einen anhaltend dynamischen Handel mit den aufstrebenden Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Asien aufgefangen. Besonders stark legten die bayerischen Lieferungen nach China (+ 22,5 %), in die Tschechische Republik, (+ 12,7 %) nach Polen (+ 21 %) und nach Russland (+ 40,3 %) zu. Auch die Exporte in die OPEC-Staaten stiegen spürbar um 11 %. Müller: „Die Ölförderländer geben ihre steigenden Einnahmen wieder für Investitionsgüter aus, wovon gerade auch die bayerische Wirtschaft profitiert.“

Exportschlager blieben Maschinen und chemische Erzeugnisse. Sie wuchsen überdurchschnittlich um 4,8 % bzw. um 6,5 %. Die Ausfuhren von Fahrzeugen stiegen um 2,8 %, die der elektrotechnischen Erzeugnisse um 2,6 %. Allein diese vier Gütergruppen erreichten einen Exportwert von 29 Milliarden Euro, d. h. drei Viertel der bayerischen Gesamtausfuhren. Spitzenreiter beim Wachstum im ersten Quartal war die Ernährungswirtschaft. Sie konnte ihre Ausfuhren um ein knappes Viertel auf 1,8 Milliarden Euro im ersten Quartal steigern.

Auf der Einfuhrseite schossen angeheizt von der Preisexplosion bei Rohstoffen vor allem die Rohstoffimporte in die Höhe. Sie kletterten in den ersten drei Monaten um 74,6 % auf 4,1 Milliarden Euro und erreichten einen Anteil von 12,7 % an den bayerischen Importen. Entsprechend ist auch das Einfuhrvolumen aus den Arabischen Staaten (+78,4 %), aus den OPEC-Staaten (+58,7 %) und aus den mittel- und osteuropäischen Ländern sprunghaft angestiegen. Allein das Einfuhrvolumen des wichtigsten Rohstofflieferanten Russland hat sich auf 1,5 Milliarden Euro im ersten Quartal mehr als verdoppelt. Damit liegt Russland nun auf Platz 7 der wichtigsten Importpartner.