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So war´s: Unternehmerreise nach Lettland

So war´s: Unternehmerreise nach Lettland

Regensburg (19. Dezember 2006) - Lettland gilt wegen seiner rasch wachsenden Wirtschaft (+8,5%) und seiner Funktion als Ost-West Drehscheibe im baltischen Raum auch für bayerische Unternehmer als interessanter Wirtschaftsraum.

Auf einer Informationsreise in das Land an der Ostsee, die jetzt unter Federführung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz stattfand, konnten Betriebsinhaber die wirtschaftlichen Bedingungen kennen lernen, mögliche Kooperationspartner finden sowie Import- und Exportmöglichkeiten sondieren.

Lettland, ein Land mit zirka 2,4 Millionen Einwohnern und einem Wirtschaftswachstum von ca. acht Prozent (das höchste innerhalb der EU) bietet auch für bayerische Handwerks- und Industriebetriebe hervorragende Chancen. Mit einer Fläche von 64.890 qkm etwas kleiner als Bayern und Mitglied der EU seit 2004, wickelt Lettland 68 Prozent seines Handels mit der EU ab. Um dieses Land besser kennen lernen zu können, initiierte die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Zusammenarbeit mit der IHK für Niederbayern in Passau und „Bayern Handwerk International“ in Nürnberg eine Unternehmerreise nach Lettland.

Dabei konnten sich Unternehmer aus Ostbayern, Franken sowie Gäste aus Hessen und Nordrhein Westfalen bei Firmenbesichtigungen und persönlichen Gesprächen mit Entscheidungsträgern vor Ort austauschen, mögliche Kooperationspartner bei Betriebsbesichtigungen kennen lernen, Export- und Zuliefermöglichkeiten sondieren und neue Felder der Wirtschaftsbeziehungen erschließen. Mit 15 Prozent sind deutsche Unternehmen schon jetzt die größten ausländischen Direktinvestoren. Lettland fällt weltweit unter die Top 10 der Länder mit den besten Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung. Der Handelsumsatz zwischen Deutschland und Lettland stieg 2006 auf 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Reisegruppe aus Bayern sieht Lettland als einen schnell an Bedeutung gewinnenden, europäisch ausgerichteten Wachstumsmarkt mit wichtiger „Drehscheibenfunktion“ im Baltikum. Lettland stellt einen attraktiven Absatzmarkt bei steigender Kaufkraft und hohem Nachholbedarf mit qualifizierten, leistungsbereiten Arbeitskräften dar. Das niedrige Lohnniveau (47% des EU-Durchschnitts), günstige Steuersätze, ein EU – konformes Patentrecht und politische Stabilität bieten Investitionssicherheit, günstige Kostenstrukturen und Zollfreiheit durch den EU-Beitritt im Jahre 2004. Vielfältige EU-Förderprogramme wecken das Interesse an Kooperationen.

Die deutschen Betriebsinhaber aus unterschiedlichen Branchen erkundeten die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit lettischen Unternehmen, die bilateral wiederum Nutzen bringt und Marktanteile erhöht. Außerdem kann sich die Möglichkeit für eine günstige Materialbeschaffung bei Zukauf und günstiger Leistung ergeben. So bietet sich ein wichtiger Beitrag zur besseren Mischkalkulation. 

Wünschenswert sind auch, neue Felder der Zusammenarbeit mit interessierten lettischen Kooperationspartnern zu finden, sowie gemeinsame Marktstrategien zu entwickeln. Außerdem konnten die Exportmöglichkeiten für beide Seiten sondiert werden. Es gilt, die bayerischen Wirtschaftsbeziehungen zu Lettland zu intensivieren. Die Unternehmerreise trug dazu bei, ein neues, aufgewecktes Mitglied der europäischen Familie kennen zulernen und den Kammermitgliedern die vielfältigen Möglichkeiten dort aufzuzeigen.

Beeindruckend war der oft hohe bis modernste Standard in besuchten Fertigungsbetrieben, bzw. der allgemeine Fortschritt und die Aufbruchstimmung im Lande. Das Manko der hohen Auswanderungsquote gerade bei Facharbeitern und Spezialisten tut dem Lande allerdings weh.

Die Unternehmerreise unter Organisation der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz durch Heinrich Heller, EU-Berater, Ingrid Schneider, Projektassistentin und Ludwig Rechenmacher, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung, konnte mit Mitteln des ETP Programms (Ertüchtigungsprogramm) der Bayerischen Staatsregierung für die ostbayerischen Grenzregionen zur Anpassung von Unternehmen an die Herausforderungen der EU-Erweiterung, durchgeführt werden. Vorausgegangen war eine erfolgreiche Länderinformationsveranstaltung in der Handwerkskammer in Regensburg im Juli mit kompetenten Referentinnen.

Es gelang der ostbayerischen Kammerdelegation einen aktuellen, positiven und branchenweiten Gesamteindruck über die Wirtschaftskraft Lettlands und seinen vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten zu erhalten.