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Jubiläum: Das Asien-Pazifik-Forum Bayern als Magnet für bayerische Unternehmer

Jubiläum: Das Asien-Pazifik-Forum Bayern als Magnet für bayerische Unternehmer

Nürnberg (22. Februar 2006)

Nach den Worten von Staatssekretär Hans Spitzner ist es mittlerweile zur größten Veranstaltung seiner Art in Deutschland geworden: Bereits zum fünften Mal fand heute das Asien-Pazifik-Forum Bayern im Messezentrum Nürnberg mit diesjährig 470 Besuchern statt. Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung war der Besuch von Malaysias Wirtschaftsministerin Yang Berhomat Dato Seri Rafidah Aziz.

Mit ihrer Offenheit und ihrem Elan hat die Ministerin, die bereits seit 1987 im Amt ist, viele Zuhörer begeistert. „Come to Malaysia!“ lautete ihre Aufforderung und zählte die Pluspunkte ihres Landes und der ASEAN-Region auf: 2005 konnte Malaysia ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent erzielen. Deutschland ist ihren Informationen zu Folge auf Rang 13 der Außenhandelspartner und damit der größte der EU-Staaten. Durch die Freihandelsabkommen mit zahlreichen Ländern der Asien-Pazifik-Region wie China, Japan, Indien, Korea, Australien und Neuseeland ist Malaysia eine ideale Drehscheibe für deutsche und europäische Exporteure, so die Ministerin. Dabei betonte sie, Malaysia sei ein moderner, offener Staat und räumte gleichzeitig mit einem bei vielen Investoren gängigen Vorurteil gegenüber muslimischen Staaten auf. „Malaysias Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Glaubenangehörigen des fundamentalistischen Islam.  Das hält manche Investoren von einer geschäftlichen Tätigkeit in Malaysia ab. Doch fundamentalistische Muslime sind nicht zu verwechseln mit Terroristen oder Extremisten“, mahnte Azizs mehrfach. „Das Fundamentalistische am Islam ist Weltoffenheit, Respekt und ein friedvoller Umgang miteinander.“ Der Staat Malaysia sei bestes Beispiel, dass Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen gut und friedvoll miteinander leben können.

Beim Gang auf asiatische Märkte möchte der Freistaat Bayern klein- und mittelständische Unternehmern weiterhin verstärkt unterstützen. Darauf hatte Staatssekretär Hans Spitzner vom bayerischen Wirtschaftsministerium bei der Eröffnung des Asien-Pazifik-Forums hingewiesen. Der Raum Asien-Pazifik sei ein viel versprechender Wachstums- und Zukunftsmarkt und biete in Branchen wie Umweltschutz oder der Energiewirtschaft ein erhebliches Potenzial. Spitzner sagte, das Handelsvolumen zwischen Bayern und den asiatischen Ländern habe in den vergangenen zehn Jahren um 95 Prozent zugenommen. Durch Großereignisse und Projekte wie etwa die Olympiade in Peking 2008 oder die EXPO 2010 in Shanghai gebe es gerade für kleine und mittlere Betriebe viele Chancen, sich geschäftlich in der Region Asien-Pazifik zu engagieren und damit auch Arbeitsplätze in Bayern zu sichern. Viele mittelständische Betriebe seien dadurch gewachsen, indem sie bewusst nach Asien gegangen seien und dadurch Arbeitsplätze in der bayerischen Heimat sichern konnte, da neue Absatzmärkte geschaffen worden sind. „Bayern möchte die Unternehmen weiterhin fit für Auslandsmärkte machen und durch Instrumente  wie das Förderprojekt „Go International, die Markterschließungsprojekte des Außenwirtschaftszentrums Bayern in Nürnberg, die bayerischen Messebeteiligungen von Bayern International und Delegationsreisen des bayerischen Wirtschaftsministeriums weiterhin unterstützen.

Der Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Prof. Dr. Klaus Wübbenhorst, wies in seiner Begrüßungsrede auf das rasante Wachstum der Partnerländer im Asien-Pazifik-Raum hin: Der Konjunkturhimmel helle zwar in Europa langsam auf,  aber Länder wie China als Wachstumslokomotive oder Australien mit seiner weltweiten Suche nach Fachkräften wiesen nach wie vor auf einen anhaltenden Boom hin. Besonders die bayerische Wirtschaft habe hier große Chancen, bayerische Produkte und Know how seien in diesen Märkten gefragt. „Wir müssen Acht geben, dass wir nicht draußen vor der Tür stehen und müssen die Zusammenarbeit mit den ASEAN-Ländern suchen. Wir müssen uns in Asien gut aufstellen.“  Die Konkurrenz sei groß: Allein im Fach Ingenieurwissenschaften verlassen nach Angaben Wübbenhorsts 360.000 Absolventen die chinesischen Universitäten. Außerdem wachse durch die enge Kooperation China mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN und die für 2010 angepeilte Freihandelszone ein riesiger Wirtschaftsraum und damit auch ein großer Wettbewerbsdruck in der Weltwirtschaft. Permanente Innovations- und Lernbereitschaft und eine umfassende Vorbereitung und Auseinandersetzung mit dieser Region sind unabdingbar und bestimmen unsere Zukunft, so Wübbenhorst.

Das Asien-Pazifik-Forum Bayern wird vom Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ) und der IHK Nürnberg  für Mittelfranken organisiert und wurde erstmals 2002 veranstaltet. Neben länderspezifischen Vorträgen von Vertretern der Auslandshandelskammern und Erfahrungsberichten von Unternehmern gab es auch in diesem Jahr  für die Teilnehmer Einzelgespräche mit Wirtschaftsexperten sowie die Präsentation verschiedener Dienstleister und Unternehmer im Foyer des Messezentrums.