Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Frankreich: Arbeitsrechtliche Dokumente auf Französisch!

München (14. Juni 2006) - Nach einem Urteil der ersten Zivilkammer des Berufungsgerichts in Versailles sind Arbeitgeber verpflichtet,

sämtliche arbeitsrechtliche Dokumente auf Französisch zu verfassen oder zu übersetzen.

Das Berufungsgericht beruft sich dabei auf das sogenannte Toubon-Gesetz über den Gebrauch der französischen Sprache und bezieht sich dabei speziell auf die Bestimmungen des Artikels L 122-39-1 des Arbeitsgesetzbuches. Danach ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, sämtliche Dokumente, die Verpflichtungen oder Bestimmungen enthalten, deren Kenntnis zur Ausübung der Arbeit erforderlich ist, den Arbeitnehmern auf Französisch verfügbar zu machen.

Es gibt einen Ausnahmetatbestand des Sprachschutzgesetzes, wonach Dokumente, die aus dem Ausland stammen oder für Ausländer bestimmt sind, nicht davon betroffen sind, jedoch wird darauf hingewiesen, dass die in Frage stehenden Unterlagen zwar für einen Einsatz im Ausland bestimmt waren, aber viele Mitarbeiter in Frankreich mit ihnen umgehen mussten. Ein amerikanisches Unternehmen mit französischer Tochtergesellschaft wurde in o.g. Entscheidung verpflichtet, die betreffenden Dokumente in französischer Sprache vorzulegen und zahlte ein Zwangsgeld in Höhe von 580.000 EUR.

Jedes deutsche Unternehmen, das in Frankreich Mitarbeiter beschäftigt, sollte sämtliche Unterlagen, die für französische Arbeitnehmer bestimmt sind, in französischer Sprache ausstellen.

Weitere Informationen:
E-Mail kuehl@avocat.de
http://www.rechtsanwalt.fr