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Außenwirtschaftstage Bayern 2005 erfolgreich!

Außenwirtschaftstage Bayern 2005 erfolgreich!

München/Nürnberg/Bayreuth (08. Dezember 2005)

Unter dem Motto „Zukunftsmarkt Lateinamerika“ wurden heute die diesjährigen Außenwirtschaftstage Bayern in Nürnberg und Bayreuth fortgesetzt.

Schwerpunkt der Veranstaltung in Nürnberg war die Branche Medizintechnik, die nach Angaben der stellvertretenden Geschäftsführerin der Auslandshandelskammer Peru (AHK), Elisabeth Manrique, mittelständischen Unternehmern aus Bayern enorme Absatzchancen bietet. Ihren Angaben zu Folge bestehe durch die steigende Nachfrage nach Krebsoperationen, zahnärztliche Behandlungen und auch Schönheitsoperationen in lateinamerikanischen Ländern ein großer Bedarf an medizinischen Produkten.

Diesen Wachstumstrend bestätigte auch Dr. Wilhelm Boucsein, Repräsentant Bayerns in Mexiko: „Durch die Gesundheitsreform in Mexiko 2003 wurden und werden zahlreiche Investitionen ermöglicht. Das Gesundheitsbudget allein für 2004 betrug rund 30 Mrd. Euro!“ Die Hospitalinfrastruktur habe sich in Mexiko verbessert, private Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der Import im Bereich Medizintechnik habe 2003 im Vergleich zu 2001 um satte 40 Prozent zugenommen, so Boucsein. Zwar kämen 80 Prozent der medizintechnischen Geräte aus dem Nachbarstaat USA, aber an zweiter Stelle befindet sich Deutschland mit immerhin 5 Prozent. Hohe Marktchancen liegen in der Intensivpflege, in der Ausrüstung für Notfallstationen, Ultraschallgeräten, Inkubatoren, in der Telemedizintechnik, der Beatmungstherapie sowie in der plastischen Chirurgie. Boucsin aufmunterndes Fazit: „Gerade die Produkte ‚Made in Germany’ genießen in Mexiko einen hervorragenden Ruf!“ Boucseins Referat schlossen sich Präsentationen von Gabriel Brennauer, stv. Geschäftsführer der AHK Brasilien und seiner Amtskollegin Carnelia Sonnenberg von der deutsch-chilenischen AHK über den Gesundheitssektor in ihren Ländern an.

Die diesjährigen Außenwirtschaftstage der Industrie- und Handelskammern München, Nürnberg und Bayreuth sowie des Außenwirtschaftszentrums Bayern (AWZ) informieren unter dem Motto „Lateinamerika neu entdecken“ über die wirtschaftlichen Perspektiven des Zukunftsmarktes Lateinamerika und die Chancen zu Geschäftsentwicklung für bayerische Unternehmen. Die Außenwirtschaftstage Bayerns wurden an drei verschiedenen Orten mit verschiedenen Schwerpunkten durchgeführt: Der Auftaktveranstaltung in München gestern folgte heute der Branchenworkshop Medizintechnik in der IHK Nürnberg für Mittelfranken sowie ein Branchenworkshop Konsumgüter in der IHK für Oberfranken in Bayreuth. Insgesamt haben über 150 Teilnehmer die Veranstaltungen besucht.

Eröffnung in München

Ministerpräsident Stoiber hat bei der Eröffnung der Bayerischen Außenwirtschaftstage die Chancen Bayerns betont, vom dynamischen Wirtschaftswachstum in Lateinamerika zu profitieren. In der Akademie der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sagte Stoiber gestern: „Lateinamerika ist in Aufbruchstimmung. Bayern will die großen Chancen für unsere Wirtschaft auf den expandierenden Wachstumsmärkten in Süd- und Mittelamerika nutzen. “ Bayern habe frühzeitig auf internationale Handelsbeziehungen gesetzt und die Exportquote seit Anfang der 90er Jahre von 30 auf 45 Prozent gesteigert, erklärte Stoiber. Diese Stärke Bayerns als internationale Handelsdrehscheibe in Europa soll weiter ausgebaut werden.

Allgemein

Die großen Binnenmärkte Lateinamerikas erwirtschaften insgesamt ein Bruttoinlandsprodukt, das dem von China, Indien und Russland zusammen entspricht. Mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von vier bis fünf Prozent in diesem Jahr gehört Lateinamerika zu den wirtschaftlichen Aufsteigerregionen in der Welt. Die wirtschaftlichen Beziehungen Bayerns zu Südamerika entwickeln sich außerordentlich dynamisch. Bayerische Unternehmen sind in Lateinamerika gefragte Handelspartner mit ausgezeichneten Absatzchancen, insbesondere bei Maschinenbau und Elektrotechnik, im Automobilsektor, in der Medizin- und Umwelttechnik sowie bei großen Verkehrsinfrastrukturvorhaben wie U-Bahn, Straßenbau und Luftverkehr. Allein im letzten Jahr konnte Bayern seine Ausfuhren nach Brasilien und Chile jeweils um mehr als 30 Prozent steigern. Als Mitglied der südamerikanischen Binnenmarktzone „Mercosur“ eröffnet Brasilien für deutsche Unternehmen den Zugang zu einem Markt mit über 200 Millionen Verbrauchern. Mexiko ist mit über 100 Millionen Einwohnern eine der wichtigsten Volkswirtschaften Amerikas und bietet als Mitglied der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA einen zollfreien Zugang zu den Märkten auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent.

  • Im Anhang rechts finden Sie einen Vortrag über die stratgische Bedeutung Lateinamerikas für die bayerische Wirtschaft am Beispiel der Firma Brückner.
  • Ebenfalls rechts finden Sie die Vorträge mit Schwerpunkt Medizintechnik vom Tag in Nürnberg.
  • Info: Bei Fragen zum Vortrag 'Nach Lateinamerika statt nach Asien? Strategieoptionen und deren Umsetzung im Tagesgeschäft' steht der Referent Prof. Dr. Lutz Kaufmann, Leiter des Zentrums für Managementstudien in Lateinamerika (CMLA), unter der Telnr. 0261/6509320 zur Verfügung.