Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Bayerns Exporte weiter im Höhenflug

München (21. September 2004)

Wiesheu: 'Bayerns Exporte steuern wieder auf Rekordkurs'

Die bayerische Exportwirtschaft hat auch im ersten Halbjahr 2004 ihren Höhenflug fortgesetzt: Von Januar bis Juni sind die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr um 12,1 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro angestiegen, die Exportquote erhöhte sich auf 45,3 Prozent. 'Waren ''Made in Bavaria'' liegen weltweit immer mehr im Trend', betonte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu angesichts der neuen Spitzenwerte. Der Minister äußerste sich zuversichtlich, dass der Freistaat 2004 den elften Exportrekord in Folge landen werde. Insbesondere die Dynamik des Außenhandels im zweiten Quartal und die zweistellige Zuwachsrate bei den ausländischen Auftragseingängen stimmten ihn sehr optimistisch.

Bayern übertraf mit seinem Exportzuwachs erneut die bundesweite Ausfuhrentwicklung. Dort hatte es im ersten Halbjahr einen Anstieg um 11,2 Prozent gegeben. Die Exportquote des bayerischen Verarbeitenden Gewerbes liegt mittlerweile um 5,5 Prozentpunkte über dem Bundesdurch-schnitt von 39,8 Prozent. Die Einfuhren in den Freistaat nahmen um 3,3 Prozent auf 45,5 Milliarden Euro zu. Damit stieg Bayerns Ausfuhrüber-schuss um 4,8 Milliarden Euro auf 12,8 Milliarden Euro. Bundesweit hatten die Einfuhren um 4,8 Prozent zugenommen.

Weltweit wichtigstes Abnehmerland für bayerische Produkte waren auch im ersten Halbjahr 2004 die USA mit einem Anteil am Gesamtexport von 12,6 Prozent. Nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent im 1. Quartal gelang bis Jahresmitte eine Steigerung der US-Exporte um insgesamt 1,2 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. 'Diese Stabilisierung ist angesichts des starken Euro und des zuletzt wieder etwas schwächeren US-Wachstums ein beachtlicher Erfolg', wertete Wiesheu.

Die Exporte in die mittlerweile 24 EU-Partnerstaaten, die mit einem Anteil von 60,2 Prozent fast zwei Drittel der bayerischen Ausfuhren ausmachten, nahmen in den ersten sechs Monaten um 10,6 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro zu. Etwas verhaltener war mit einem Plus von 10,4 Prozent der Anstieg der Exporte in die Euro-Zone auf 22,9 Milliarden Euro. Besonders positiv entwickelte sich hier mit einer Zunahme von 13,3 Prozent auf 3 Milliarden Euro der Warenverkauf nach Spanien.

Der Absatz in die neuen Beitrittsländer, der 9,4 Prozent Anteil am bayerischen Export ausmachte, expandierte im ersten Halbjahr 2004 um 8,5 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Während die Exporte nach Ungarn um 7 Prozent zurückgingen, stiegen die Ausfuhren nach Polen nochmals kräftig um  29,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro an. In Russland konnten die bayerischen Unternehmen Waren im Wert von 825 Millionen Euro absetzen, 14,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2003. Insgesamt erreichten die Ausfuhren in die mittel-, ost- und südosteuropäischen Länder einen Anteil von 13,9 Prozent am bayerischen Gesamtexport.

Ähnlich bedeutsam für das Auslandsgeschäft ist mit einem Anteil von 13,2 Prozent Asien. Die Exporte dorthin erhöhten sich bis Juni 2004 weit überdurchschnittlich um 22,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Weiter boomartig entwickelte sich der Warenabsatz nach China, der um 29,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro anstieg. Nach der Stagnation der letzten Jahre gab es dieses Mal im Exportgeschäft mit Japan wieder ein Plus von 23,7 Prozent zu verzeichnen. Die Ausfuhren nach Nippon erhöhten sich auf 1,3 Milliarden Euro. Um 18,1 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro stiegen die Lieferungen in die ''Tigerstaaten''.

Die Exporte nach Lateinamerika haben mit 1,8 Prozent zwar einen geringen Anteil an Bayerns Ausfuhren. Mit einem Anstieg um 35,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro wurde im Außenhandel mit diesen Ländern aber im ersten Halbjahr 2004 das größte Plus erzielt.

Die Exportpalette Bayerns bestand auch im ersten Halbjahr 2004 zu rund 88 Prozent aus Fertigwaren. Darunter dominierten mit einem Anteil am Gesamtexport von 31,3 Prozent erneut die Fahrzeuge, deren Ausfuhr sich gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro erhöhte. Mit einem etwas stärkeren Plus von 20,2 Prozent bildeten Maschinenbauprodukte mit 10,2 Milliarden Euro die zweitwichtigste Gütergruppe des bayerischen Exports. Ihr Anteil machte 17,5 Prozent aus. Dahinter rangierten mit einem Anteil von 15,7 Prozent elektrotechnische Erzeugnisse, die mit 9,2 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um 11,7 Prozent übertrafen.