Wirtschaft plädiert für Handelsabkommen mit USA

Wirtschaft plädiert für Handelsabkommen mit USA

München (17.03.2016) - Die bayerische Wirtschaft steht hinter dem historischen Handelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. "Der US-Markt ist der wichtigste Auslandsmarkt für die Wirtschaft im Freistaat“, sagt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK).

Unternehmen aus dem Freistaat exportierten 2015 Waren im Wert von 22,8 Milliarden Euro in die USA, ein Zuwachs von fast 50 Prozent seit 2001. Rund 130.000 Arbeitsplätze in Bayern hängen direkt oder indirekt vom USGeschäft ab, so Sasse.

„Bayern hat als starkes Exportland enorm vom freien Handel in der EU profitiert. Mit TTIP schreiben wir diese Erfolgsgeschichte in einem größeren Rahmen weiter“, sagt der BIHK-Präsident. „Die im Handelsabkommen vorgesehenen Erleichterungen und der Wegfall der Zölle sind längst überfällig“, so Sasse. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Automobilhersteller, Pharmaunternehmen oder Medizintechnikhersteller ihre Produkte in sehr aufwändigen Verfahren regelmäßig sowohl von der zuständigen US- als auch von der EU-Behörde prüfen und zertifizieren lassen müssen, weil es keine gemeinsamen Standards gibt. Auch in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel bei der Käseherstellung, ist es für mittelständische Betriebe unmöglich, die verschiedenen US- und EU-Normen in einem Produktionsbetrieb umzusetzen, weil die Standards nicht kompatibel sind. Sasse fordert gleichzeitig, dass TTIP das hohe europäische Niveau beim Verbraucherschutz sowie Umwelt- und Sozialstandards nicht antasten dürfe.

„Entscheidend ist, dass ein für beide Seiten tragfähiges Einvernehmen zu allen wichtigen Themen gefunden wird, damit das Abkommen eine breite Akzeptanz findet und auch weltweit wichtige neue Impulse setzen kann. Einen Schnellschuss mit einem ‚TTIP light‘ darf es nicht geben“, erläutert der BIHK-Präsident. Sasse wertet es als gutes Signal für den Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2016, dass die Gespräche über offene Punkte aus der Februar-Verhandlungsrunde in Brüssel trotz des anlaufenden USPräsidentschaftswahlkampfs fortgesetzt werden.