Investment in Afrika: Chinas und Indiens planvolle Präsenz

Investment in Afrika: Chinas und Indiens planvolle Präsenz

Rohstoffversorgung im Mittelpunkt


Neuss (19.06.2017) Die asiatischen Großmächte China und Indien haben in den zurückliegenden knapp zwei Jahrzehnten ihr Engagement auf dem afrikanischen Kontinent zunehmend verstärkt. Motive und Strategien sind ähnlich: Es geht vor allem um die Rohstoffversorgung der stark wachsenden eigenen Bevölkerung, mit Hilfe langfristiger Engagements in wichtigen Partnerländern auf dem Kontinent.

Allerdings liegt die Größenordnung der chinesischen Aktivitäten erheblich über der der Inder, die sich ihrerseits auf eine starke Minorität indisch-stämmiger Bevölkerungsgruppen vor allem in Ostafrika stützen können.

Das massive Engagement der Volksrepublik China in Afrika seit Ende der 1990er Jahre dürfte als größte Herausforderung für die wirtschaftlich-politischen Interessen westlicher Staaten in Afrika gelten. Denn dem geballten Einsatz von Regierungsbürokratie, Nachrichtendiensten und mächtigen Finanzinstitutionen der Volksrepublik für die Interessen ihrer nationalen Unternehmen haben die marktwirtschaftlich organisierten Länder der westlichen Hemisphäre nichts Vergleichbares entgegenzusetzen.

Chinas Ziel der Rohstoffsicherung und Prinzip der „Nichteinmischung“

Seit Ende der 1990er Jahre sah sich China gezwungen, neue Wege zur Deckung seines steigenden Nahrungsmittel-, Rohstoff- und vor allem Erdölbedarfs für seine wachsende Bevölkerung einzuschlagen. Dies begründete auch die Erarbeitung einer neuen Entwicklungsstrategie für chinesisch-afrikanische Beziehungen im 21. Jahrhundert, die auf der Beijing Conference / China-Africa Consultative Forum (CACF) unter Teilnahme von 44 afrikanischen Ländern im Oktober 2000 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Die Veranstaltung wurde in „China Africa Forum (FOCAC)“ umgetauft und in der Folge alle drei Jahre abwechselnd in Afrika oder China abgehalten. Unter dem Stichwort „Süd-Süd-Kooperation“ wurden Vereinbarungen und Absichtserklärungen herausgegeben, u.a. zum Schuldenerlass für afrikanische Länder, zu günstigen Krediten für Infrastrukturentwicklung, zur Unterstützung Afrikas in internationalen Organisationen und zur Errichtung paralleler Finanzierungsinstitutionen neben IMF und Weltbank. Hierbei setzten sich die Chinesen ausdrücklich von der westlichen Geberwelt ab durch das Prinzip der „Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten“ bei der Vergabepolitik – also keine Bindung an Konditionen wie Menschenrechte, „good governance“, Demokratieentwicklung oder Ähnliches. In der Folge kam es u.a. zur Gründung eines China-Africa Business Council (CABC) und zur Einrichtung eines China-Africa Development Fund (CADF) mit einem Anfangskapital von 5 Mrd. US$. Auf jedem der Foren wurde ein wachsender zweistelliger Milliarden-Dollar-Betrag von den Chinesen für Projekte und Programme in afrikanischen Ländern zur Verfügung gestellt. Auf dem letzten Forum Ende 2015 in Johannesburg waren es 60 Mrd. US$, die in verschiedene Finanzierungsinstrumente fließen sollen, u.a. in einen Förderfonds für Klein- und Mittelbetriebe, in den China-Africa Development Fund und weitere Programme.

Chinas Regierungs- und Finanzinstitutionen an den Schaltstellen

Chinas Finanzoperationen in Afrika vergleichbar mit den Investitionszuflüssen aus anderen Ländern zu machen, ist schwierig, denn: Nur ein geringer Teil fließt in der Form von Direktinvestitionen / Foreign Direct Investment (FDI), bei denen ein Investor mindestens 10% vom Kapital und Stimmrecht besitzt. So bezifferte China vor kurzem seinen Bestand an Direktinvestitionen in Afrika mit insgesamt 30 Mrd. US$ und jährlich etwa 2 Mrd. US$, wobei allerdings eine erhebliche (auf 6 Mrd. US$ geschätzte) Dunkelziffer an nicht registrierten Aktivitäten von Chinesen auf dem Kontinent besteht.

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(Quelle: Blog Subsahara-Afrika der IHK Mittlerer Niederrhein)