Ausschreibungen und Projekte in Afrika

Ausschreibungen und Projekte in Afrika Ausschreibungen und Projekte in Afrika

Krefeld (07.10.2015) Deutsche Unternehmen könnten noch viel stärker von den sich in Afrika ergebenden Geschäftschancen profitieren. Ein Weg bietet sich durch die Teilnahme an Projekten und Ausschreibungen. Die fernöstliche Konkurrenz macht es vor. Wo sich deutsche Firmen über aktuelle Beteiligungsmöglichkeiten informieren können, haben wir hier zusammengestellt.

Die Europäische Union (EU) ist der größte Geber öffentlicher Entwicklungshilfe. 2013 hat die EU Mittel in Höhe von 56,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Hauptempfänger sind Entwicklungs- und Schwellenländer. 2000 hat die EU ein Handels- und Entwicklungshilfeabkommen mit den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten) geschlossen (sog. ,,Cotonou-Abkommen“). Vorrangiges Ziel des Abkommens ist die Beseitigung von Armut und die wirtschaftliche Integration der Mitgliedstaaten auf globaler Ebene. Finanziert wird die Entwicklungszusammenarbeit mit den AKP-Staaten über den Europäischen Entwicklungsfonds (EEF), in den alle EU-Mitgliedsstaaten einzahlen. Alle Staaten südlich der Sahara sind Mitglieder des Abkommens von Cotonou und empfangen rund 80 Prozent der Leistungen des EEF. Für die praktische Umsetzung der EU-Entwicklungspolitik ist das Amt für Zusammenarbeit EuropeAid, zuständig. EuropeAid verwaltet und überwacht die Programme und Projekte in den Entwicklungsländern. Deutsche Unternehmen können sich an Projekten in Afrika über Ausschreibungen (Call for Tenders) und Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen (Call for Proposals) beteiligen. Informationen zu aktuellen Projekten finden sich in der Datenbank „Calls for proposals & procurement notices„. Der englischsprachige Handbuch „Practical guide to contract procedures for European Union external actions (PRAG)“ bietet umfassende Informationen zum Vergabeverfahren der EU-Außenhilfen.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Subsahara-Afrika

Die deutsche Entwicklungspolitik wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) definiert und von Organisationen wie der KfW Entwicklungsbank (KfW), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) oder der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt. Die Entwicklungszusammenarbeit findet im Wesentlichen über finanzielle und technische Unterstützung statt. Deutsche Unternehmen können beim Engagement in den Märkten Afrikas vom BMZ finanziell unterstützt werden, wenn sie einen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten. Das kann zum Beispiel bei Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur, in erneuerbare Energien oder in die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung der Fall sein. 2013 wurden Projekte im Wert 2,54 Milliarden Euro in Subsahara-Afrika gefördert. Informationen zu konkreten Fördermöglichkeiten und ihren Voraussetzungen erhalten Unternehmen bei den EZ-Scouts des Bundeswirtschaftsministeriums. Weitere Informationen bietet auch das Blog-Interview „EZ-Angebote und Unternehmen zusammenbringen„.

Ausschreibungen und Projekte der Weltbank

Die Weltbankgruppe stellt Entwicklungs- und Schwellenländern Finanzmittel, Beratung, Garantien und technische Hilfe im Zusammenhang mit der Förderung von Entwicklungsprojekten und Wirtschaftsreformen bereit. Die zur Weltbankgruppe gehörende Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und die Internationale Entwicklungsagentur (IDA) gewähren jährlich Kredite für Investitionen in Höhe von 10  bis 15 Milliarden US-Dollar. Seit 2002 hat die Weltbankgruppe knapp 570 Projekte in 47 Ländern Afrikas mit einem Gesamtvolumen von 51,05 Milliarden US-Dollar unterstützt. Unternehmen können sich in unterschiedlichen Projektphasen und Größenordnungen am internationalen Ausschreibungsverfahren der Weltbank beteiligen. Auf der Webseite der Weltbank sind Informationen über das Verfahren, seine Voraussetzungen und die Ausschreibungsunterlagen eingestellt. Informationen zu aktuellen Projekten und Beschaffungsaufträgen stellt die Weltbank in einer Datenbank ein.

Ausschreibungen und Projekte der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB)

Die African Development Bank ist die größte Entwicklungsbank des Kontinents. Die AfDB hat 80 Mitglieder, neben den 54 afrikanischen Ländern sind auch 26 weitere Staaten Mitglied, u.a. auch Deutschland. Die AfDB hat das Ziel, private und öffentliche Investitionen zu fördern und Projekte und Programme zu unterstützen, die zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und der Bekämpfung der Armut auf dem Kontinent beitragen. Sie finanziert dabei Vorhaben ihrer afrikanischen Mitgliedstaaten u.a. in den Bereichen Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung, Versorgungsinfrastruktur, Verkehr und Telekommunikation sowie der Industrie und dem privaten Sektor. Die AfDB bietet auf ihren Internetseiten unter „Project Portfolio“ eine selektierbare Datenbank aktueller Ausschreibungen und Projekte, an denen auch deutsche Unternehmen partizipieren können.

Ausschreibungsdatenbank von Germany Trade and Invest

Germany Trade and Invest (GTaI), die Außenwirtschaftsförderungsagentur der Bundesrepublik Deutschland, informiert auf ihren Internetseiten über aktuelle Investitions- und Entwicklungsvorgaben sowie Ausschreibungen und Projekte in Afrika. Wesentlicher Bestandteil der Ausschreibungs- und Projektdatenbank sind Aufträge der KfW Entwicklungsbank sowie von internationalen Finanzierungsinstituten. 2014 veröffentlichte die GTaI 4.600 Ausschreibungshinweise und 690 Meldungen über Entwicklungsprojekte in Afrika. Über den kostenlosen Newsletter „Tenders & Projects Daily“ bietet die GTaI tagesaktuelle und branchenspezifische Kurzhinweise zu Ausschreibungen und Projekten. Die Einsicht in einen vollständigen Ausschreibungshinweis kostet 2,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer, Projekthinweise können nach Registrierung kostenfrei eingesehen werden. Zusätzlich bietet die GTaI jährlich die kostenlose Publikation „Afrika im Fokus – Chancen und Projekte in Subsahara„ an. Diese Veröffentlichung porträtiert ausgesuchte Länder südlich der Sahara unter Ausweisung konkreter Großprojekte und Geschäftschancen.

Newsletter „Ausschreibungen in Afrika / Öffentlicher Sektor“

Das Beratungsunternehmen Rödl & Partner informiert mit dem unregelmäßig erscheinenden Newsletter „Ausschreibungen in Afrika / Öffentlicher Sektor„ über Projekte im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen, an denen auch deutsche Unternehmen teilnehmen können.

Ausschreibungsdatenbank dgMarket

Die Ausschreibungsdatenbank „dgMarket – Tenders worldwide“ der Development Gateway Foundation veröffentlicht Ausschreibungen internationaler Entwicklungsbanken für u.a. die afrikanischen Märkte. Die Ausschreibungen lassen sich u.a. nach Wirtschaftssektoren, Ländern, Sprachen und Status selektieren. Das Gros der Projekthinweise ist lediglich als Auszug verfügbar. Eine Vollansicht dieser Hinweise ist erst nach Abschluss einer Mitgliedschaft einsehbar, die je nach Modell zwischen 440 und 800 US-Dollar pro Jahr (Stand: Oktober 2015) kostet. Allerdings weisen die meisten kostenfreien Hinweise auch das das Projekt finanzierende Institut aus, so dass man sich ggfs. bei diesem auf der Webseite über die Ausschreibung informieren kann.

 

(Quelle: IHK Mittlerer Niederrhein)