Sambias Landwirtschaft hat noch viel ungenutztes Potenzial

Sambias Landwirtschaft hat noch viel ungenutztes Potenzial

Lusaka/Johannesburg (28.4.2015) - In Sambia ist eine Reihe von Zuckerrohrplantagen in der Planung. Investiert wird auch in Soja- und Palmölplantagen zur Produktion von Pflanzenöl. Bislang kann Sambia die immensen landwirtschaftlichen Möglichkeiten nur zu einem Bruchteil ausschöpfen. Nun sollen mit einem 2,7 Milliarden US-Doller-Programm Kleinbauern an ein produktiveres Arbeiten herangeführt werden, unter anderem durch einfacheren Zugang zu Düngemitteln und Saatgut. Besser ausgebaute Infrastruktur soll den Marktzugang erleichtern.

Der Anbau von Zuckerrohr wird in Sambia kontinuierlich ausgeweitet. So hat Kafue Sugar in der Luapula Provinz 20.000 Hektar Land erworben, um bei Chembe eine Plantage aufzubauen, die von einem 10.000 Hektar Outgrower Scheme komplementiert werden soll. Im gleichen Gebiet sucht das sambische Unternehmen Sakiza nach rund 10.000 Hektar Anbaufläche.

Des Weiteren investiert das Unternehmen Greenfuels des simbabwischen Millionärs Billy Rautenbach rund 500 Mio. US-Dollar in eine 30.000 Hektar große Zuckerrohrplantage im Luena Farmblock der Luapala Provinz. Dort wird neben einer Zuckerraffinerie auch eine Anlage zur Produktion von Bioethanol entstehen. Sambia plant die verbindliche Einführung von E10 Kraftstoff, wobei später sogar auf E20 erhöht werden soll. Dominiert wird der Zuckerrohranbau zu etwa 90 Prozent von Zambia Sugar, die mehrheitlich zur südafrikanischen Illovo Sugar gehört. Die EU ist mit 138.000 Tonnen ein wichtiger Exportmarkt für sambischen Zucker. Zambia Sugar will weiter expandieren und plant den Bau einer neuen Destillerie für Trinkalkohol. 

Anbauflächen für Pflanzenöl werden kräftig ausgebaut

Investitionen sind ebenso in der Produktion von Pflanzenöl vorgesehen. Sambia ist derzeit noch auf Importe angewiesen. Einem Bedarf von rund 90.000 Tonnen im Jahr steht eine lokale Erzeugung von etwa 25.000 Tonnen gegenüber. Heimische Hersteller haben es schwer, da Pflanzenöl in Sambia im Gegensatz zu anderen Grundnahrungsmitteln mit einer Umsatzsteuer von 16 Prozent belegt ist. "Dies macht die Ware für viele Menschen teuer und schafft Anreize für Schmuggel", sagt Amish Patel von Unified Chemicals, die Speiseöl der Marke Olé Cooking Oil herstellen.

Auf dem Schwarzmarkt finden sich deshalb Produkte aus Tansania, Indonesien oder Malaysia, die deutlich billiger sind als sambische Öle. Die Regierung will zumindest an den Importzöllen schrauben. Zum Schutz der heimischen Industrie untersagte die Regierung mit Wirkung von Mitte März  2015 die Einfuhr von Pflanzenölen. Patel sucht deshalb Investoren für eine Sojaplantage mit angeschlossener Ölmühle.

Bereits einen Schritt weiter ist der Agrarkonzern Zambeef mit dem Aufbau einer großen Palmölplantage in Mpika. Rund 2.000 Hektar sind schon bepflanzt, was aber erst den Anfang des Vorhabens darstellt. Die Fläche soll auf 20.000 Heaktar erhöht werden, sodass ab 2020 rund 50.000 Tonnen Palmöl produziert werden können. Eine weitere 20.000 ha Plantage für Ölsamenfrüchte wird durch das Unternehmen Global Group of Companies vorbereitet. Die indische Western Cashew Nut Industries will bei Mongu Plantagen mit insgesamt 3.740 ha wiederbeleben. Die Produktionskapazitäten für Cashewnüsse sollen von rund 3.000 auf 14.000 t gesteigert werden.

Bebaubares Land und Wasser reichlich vorhanden

Sambias landwirtschaftliche Möglichkeiten scheinen grenzenlos: Rund 43 Millionen Hektar bebaubare Fläche mit mittlerem bis hohem Produktionspotenzial bietet der Binnenstaat. Davon werden derzeit nur 2,3 Millionen Hektar beständig bearbeitet, erklärt die Zambia National Farmers Union (ZNFU). Gleichzeitig verfügt Sambia über 40 Prozent der Frischwasserreserven im südlichen Afrika. Mit annähernd 104.000 Hektar unter Bewässerung stehender Fläche werden die vorhandenen Möglichkeiten noch unzureichend genutzt.

Im Rahmen des National Agriculture Investment Plan 2014/2018 (NAIP) sollen insgesamt 2,7 Millairden US-Dollar für Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung aufgewendet werden. Davon sind rund 2,1 Millairden durch den Staatshaushalt und durch Geberorganisationen gesichert. Der Rest soll durch Kooperationen mit dem Privatsektor aufgebracht werden. Die Maßnahmen dienen ausschließlich der Unterstützung der rund 1,4 Millionen kleinbäuerlichen Haushalte. Investitionen großer kommerzieller Farmer sind nicht mit eingerechnet.

Der Maßnahmenkatalog sieht neben Ausbildung unter anderem den verbesserten Zugang zu Düngemitteln und Saatgut vor. Nur rund 40 Prozent der Bauern verwenden überhaupt Düngemittel. Das bereits vorhandene Farmer Input Support Programme (FISP) soll massiv verbessert werden. Rund 18.000 Heaktar an neuer Bewässerungsfläche sind geplant.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet verbesserter Marktzugang. Neben dem Infrastrukturausbau (Straßen, Elektrifizierung) entstehen neue Vermarktungs-Zentren und Silos für landwirtschaftliche Produkte. 

Produktionssteigerungen erlauben Exporte

Die landwirtschaftliche Produktion dürfte dadurch weiter zulegen. Sambia erzielte 2013/14 eine Rekordernte für Mais in Höhe von 3,4 Millionen Tonnen. Aufgrund ungleichmäßiger Regenfälle dürfte es 2015 allerdings einen Rückgang geben. Über 90 Porzent werden von Kleinfarmern produziert, da sich kommerzielle Farmer weitgehend aus dem Maisanbau zurückgezogen haben. Die staatliche Food Reserve Agency (FRA) hatte Mais von Kleinbauern aufgekauft und diesen zu subventionierten Preisen an die Mühlen weitergegeben. Für kommerzielle Erzeuger waren die Preise dadurch unattraktiv. Nach Beendigung dieser Praxis 2013 könnten wieder vermehrt kommerzielle Farmer in den Maisanbau einsteigen.

Mit einem inländischen Bedarf von etwa 2,8 Mio. t pro Jahr verfügt Sambia über einen ordentlichen Maisüberschuss, der in den Export gehen kann. Die Maisproduktion soll in den kommenden Jahren weiter zulegen. Auch im Weizenanbau purzeln die Rekorde mit einer Ernte von 338.000 Tonnen. Sambia ist mittlerweile Überschussproduzent. Dominierend im Weizenanbau sind die kommerziellen Farmer, die im Wechsel mit Soja oder Baumwolle zwei Ernten im Jahr einfahren können.

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(Quelle: GTAI)