Minister Müller zum G7-Gipfel: "So viel Entwicklungspolitik war nie" -

Minister Müller zum G7-Gipfel: 'So viel Entwicklungspolitik war nie' -

Berlin/Elmau (9.6.2015) - Als ein starkes Zeichen für die Entwicklungspolitik hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Gipfelergebnisse von Elmau bewertet. "So viel Entwicklungspolitik war nie. In Elmau hat Deutschland als G7-Vorsitzender gezeigt, dass wir reichen Länder unseren Teil der Verantwortung übernehmen", so Müller.

"Vom Klimawandel über eine Welt ohne Hunger bis hin zu einer gerechten Gestaltung der Globalisierung - das sind die zentralen Überlebensfragen der Menschheit, für die Elmau wichtige Vorgaben setzt“, fasst der Minister die Ergebnisse des Gipfels zusammen.

Die Gipfelerklärung von Elmau enthalte viele starke Impulse für die UN-Konferenzen in diesem Jahr, so Müller weiter. Die Erklärung sei damit eine wichtige Grundlage für die kommenden Entscheidungen über eine neue Entwicklungsfinanzierung, den angestrebten Weltzukunftsvertrag für eine nachhaltige Entwicklung und den Klimagipfel. Wichtige Signale setze die Erklärung auch bei der Hungerbekämpfung. „Eine Welt ohne Hunger bis 2030 ist möglich, “ erklärt der Minister.

Erstmals auf einer G7-Agenda war das Thema nachhaltige Lieferketten. Minister Müller: "Damit schlagen wir im Entwicklungsjahr 2015 einen wichtigen Bogen zwischen den Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern und unserem Konsumverhalten in den reichen Industriestaaten. Mit dem vom BMZ ins Leben gerufenen Textilbündnis setzen wir einen völlig neuen Ansatz, der international auf großes Interesse stößt. Menschenwürdige Arbeit und nachhaltige Produktion müssen weltweit Standard werden. "

Die G7 wollen jetzt entsprechende Bündnisse in ihren Ländern aufbauen. Zur Umsetzung treffen sich die G7-Entwicklungs- und Arbeitsminister bereits im Oktober in Berlin. In Gesprächen mit der Staatspräsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, und den Staatspräsidenten aus Nigeria und Senegal, Muhammadu Buhari und Macky Sall sowie der Vorsitzenden der afrikanischen Union, Nikosazana Dlamini-Zuma, verabredete Minister Müller am Rande des Gipfels bereits konkrete Schritte zur Umsetzung derGipfelvereinbarungen in den Bereichen Ernährungssicherung, Klimawandel, Gesundheit, Stärkung der Frauen, vor allem im Ausbildungsbereich sowie Erneuerbare Energien.

Als Lehre aus der Ebola-Krise wird sich auch das Entwicklungsministerium (BMZ) noch stärker beim Aufbau von Gesundheitssystemen in seinen Partnerländern einbringen, zum Beispiel bei der Ausbildung in Gesundheitsberufen und der medizinischen Versorgung in Liberia, das die Ebola-Krise gerade überwunden hat. Zentraler Teil des G7- Gesundheitspaketes ist die globale Impfallianz Gavi, mit der Dank der erfolgreichen Wiederauffüllungskonferenz in Berlin weitere über 300 Millionen Kinder weltweit geimpft werden können.

Wichtige Vereinbarungen zum Stopp des Klimawandels enthält die Gipfelerklärung auch bei der Förderung von Erneuerbaren Energien in Afrika. „Wir machen die Energiewende in Afrika möglich. Die G7 investieren in eine erneuerbare Energiekapazität, die zehn großen Kohlekraftwerken entsprechen würde, “ so Minister Müller. Außerdem stehe mit dem Green Climate Fund erstmals ein innovativer Fonds zum Beispiel für Aufforstungsprogramme des tropischen Regenwalds zur Verfügung. Für die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Entwicklungsländer stellen die G7 zusätzliche Mittel für eine schnelle Hilfe bei Flutschäden oder Ernteausfällen zur Verfügung. Bis 2020 können sich weitere 400 Millionen Menschen gegen Klimarisiken versichern. 90 Prozent der globalen Klimamittel der Bundesregierung werden vom BMZ umgesetzt.