15. International Economic Forum on Africa - Gleichberechtigte Geschäftsbeziehungen statt Entwicklungshilfe

15. International Economic Forum on Africa - Gleichberechtigte Geschäftsbeziehungen statt Entwicklungshilfe

Berlin (4.9.2015) - Wirtschaftliche Partner statt Empfänger von Entwicklungshilfe, der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft fordert einen neuen Blick auf die afrikanische Länder.

Gleichberechtigte Geschäftsbeziehungen sind sinnvoller als die heutige Form der Entwicklungshilfe", sagt Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins anlässlich des 15. International Economic Forum on Africa am Mittwoch in Berlin. „Das Modell der klassischen Entwicklungshilfe", so Liebing, „ist in der modernen Welt des 21. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß und muss der afrikanischen Realität angepasst werden."

Afrika sei auf dem besten Weg, sich zu einer Region mit gewaltigem Wachstumspotenzial zu entwickeln. „Wir brauchen eine Entwicklungspolitik, die privatwirtschaftliches Engagement stimuliert. Nur Unternehmen können die Arbeitsplätze vor Ort schaffen, die den Bevölkerungen eine Perspektive im eigenen Land geben", bemerkt der AV-Vorsitzende.

„Viele afrikanische Länder haben sich auf den Weg begeben, die Diversifizierung ihrer Wirtschaft voranzutreiben. Wenn deutsche Unternehmen Afrika mit ihrer Expertise auf diesem Weg unterstützen sollen, dann brauchen sie hierfür Unterstützung von der Politik", so Liebing weiter. Der AV-Chef schlägt vor, „Entwicklungsgelder dafür einzusetzen, entwicklungspolitisch sinnvolle Investitionen von Unternehmen mit Garantien zu versehen und EZ-Projekte entlang der besonderen Kompetenzen der deutschen Wirtschaft zu definieren." Eine Kombination aus unternehmerischem Investment und flankierenden Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit, zum Beispiel im Bereich der Gesundheit oder Bildung könnten den Prozess nach Ansicht von Liebing vorantreiben.

Die Bundesregierung hat ihre G7-Präsidentschaft zum Anlass genommen, um gemeinsam mit der OECD und der Afrikanischen Union das Afrika-Forum erstmalig in Berlin auszurichten. „Es zeigt sich, Deutschland und die großen Industrienationen befinden sich in einem Prozess der Neudefinition ihres Verhältnisses zu Afrika. Die deutsche Wirtschaft begrüßt, dass die Bundesregierung mit der Ausrichtung des Forums erneut einen Fokus auf den afrikanischen Kontinent lenkt, um den wirtschaftspolitischen Dialog mit den afrikanischen Nachbarn zu intensivieren", bemerkt der AV-Vorsitzende.

In diesem Jahr steht das Afrika-Forum im Zeichen der internationalen Diskussionen zur globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung, zur Entwicklungsfinanzierung und den Klimaverhandlungen. Kernthemen sind unter anderem die afrikanische Position zur Weltentwicklungsagenda, die Folgen der künftigen demografischen Entwicklung auf die wirtschaftliche Umgestaltung des Kontinents und die Antworten der Politik auf den Klimawandel. Der ghanaische Staatspräsident John Dramani Mahama, Bundespräsident a.D. Horst Köhler und Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, werden anwesend sein. Das Forum findet im Anschluss an das zweitägige German-African Business Summit statt, zu dem die vom Afrika-Verein gemeinsam mit anderen Verbänden getragene Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) vom 7. bis 8. September einlädt.

Zum gleichen Thema hat das Auwi-Portal ein Interview mit dem Publizisten Christian Hiller von Gaertringen geführt, der ebenfalls in seinem Buch "Afrika ist das neue Asien" einen anderen Blick auf den Kontinent fordert und auf die wirtschaftlichen Chancen aufmerksam macht.

Hier lesen Sie Teil 1 des Interviews: "Wir sind ja gar nicht dort."

Zu Teil 2 gelangen Sie hier: "Wir brauchen ein Gesicht für Afrika."

(Quelle: AV)