Zollforum Bayern 2015

München/Coburg (20.07.2015) 218 Teilnehmer sind der Einladung zum Zollforum Bayern 2015 gefolgt. Diesjähriges Highlight: Ein exklusiver Einblick in den neuen Unionszollkodex.

    Auch dieses Jahr fand das Zollforum Bayern wieder traditionsgemäß an zwei Orten statt: Die IHK München und die IHK zu Coburg öffneten ihre Türen unter dem Motto "Die Zollreform: Informationen für Ihren erfolgreichen Export". Für die rund 218 Vertreter aus Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung aus ganz Bayern besonders relevant: Was ändert sich beim Unionszollkodex im nächsten Jahr?

    Begrüßung durch Hauptgeschäftsführer

    Die Hauptgeschäftsführer Peter Driessen (München) und Siegmar Schnabel (Coburg) begrüßten die Fachteilnehmer aus den exportorientierten Unternehmen, aber auch von Zolldienstleistern und der Zollverwaltung selbst. Driessen betonte die enge Zusammenarbeit zwischen den Industrie- und Handelskammern und dem Zoll, vor allem auf dem Gebiet der Weiterbildung. Gut ausgebildete Mitarbeiter benötige jedes international tätige Unternehmen. Dies sei auch wichtig für die Zollverwaltung – dann funktioniere die Zusammenarbeit. Auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die staatliche Aufgabe des Zolls sei, liege - in Anlehnung an das Leitbild des „ehrbaren Kaufmanns“ - im ureigenen Interesse der bayerischen Wirtschaft.

    39.000 Zollbeamte in Deutschland

    Die Bundesfinanzdirektion Südost zeigte das weite Aufgabenspektrum des Zolls anhand eindrucksvoller Zahlen: 39.000 deutsche Zollbeamte bearbeiten unter anderem mehr als 100 Millionen Zollanmeldungen jährlich. Jürgen Hartlich, Präsident der Bundesfinanzdirektion Südost, zitierte den Unionszollkodex, der in Art. 1 die Aufgaben der Zollverwaltung umschreibt: „Die Zollbehörden treffen Maßnahmen, die insbesondere Folgendes zum Ziel haben:den Schutz der finanziellen Interessen der Union und ihrer Mitgliedstaaten,den Schutz der Union vor unlauterem und illegalem Handel bei gleichzeitiger Unterstützung der legalen Wirtschaftstätigkeit, die Gewährleistung von Schutz und Sicherheit der Union und ihrer Bewohner sowie des Schutzes der Umwelt, gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit anderen Behörden und die Wahrung eines angemessenen Gleichgewichts zwischen Zollkontrollen und der Erleichterung des legalen Handels.“ Günther Dürndorfer, Direktor Zoll bei der KPMG, stellte den aktuellen Stand der Umsetzung des Unionszollkodex dar. Obwohl aktuell der fünfte Entwurf der Durchführungsvorschriften erstellt wurde, sind viele Fragen noch offen. Dieser Zustand sei unbefriedigend, da die Unternehmen Vorbereitungszeit für das Inkrafttreten des UZK am 1.5.2016 benötigen. Erschwert wird die Implementierung der neuen Vorschriften auch durch Übergangsregeln, die an unterschiedliche Termine geknüpft sind. Doch was ändert sich eigentlich?

    39.000 Zollbeamte in Deutschland
    Das ändert sich 2016

    Der Unionszollkodex (UZK) wird zum 01.05.2016 den derzeit geltenden Zollkodex (ZK) ablösen. Damit gehen viele Neuerungen, die Einfluss auf den internationalen Warenhandel haben werden, einher. Neu zum Beispiel: Ab Mai 2016 entsteht die Zollschuld grundsätzlich am Sitz des Anmelders. Die Anzahl der Zollverfahren soll sich außerdem von fünf auf drei reduzieren.

    Das ändert sich 2016
    Neuwahnstein hat sich gelohnt!

    Einen Blick hinter die Kulissen in Brüssel warf Johanna Werner, Referatsleiterin für Zoll- und Außenwirtschaftsrecht der IHK München und Oberbayern. Zunächst als "Neuwahnstein" verspottet und belächelt, gelte die bayerische Landesvertretung in Brüssel inzwischen als Vorbild, so Werner. Das Gebäude liegt im Herzen des EU-Viertels neben dem Europäischen Parlament. "Kein Parlamentarier kann dem Geruch von Schweinsbraten entkommen", sagt Werner. Die Vertretung gelte daher als Türöffner für die bayerischen Interessen in der EU.

    Neuwahnstein hat sich gelohnt!

    Obwohl der UZK im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, kamen auch andere Themen nicht zu kurz. Die Rechtsanwälte Gerhard Basler und Dr. Gabriela Burkert-Basler informierten über aktuelle Entwicklungen im US-Exportrecht, Diplomfinanzwirt Wolfgang Birner zeigte die Neuerungen im Präferenzrecht und Wolfgang Kahlert vom Hauptzollamt Nürnberg sprach über den AEO. Immer wieder von allen Seiten betont, wurde die Notwendigkeit der Stärkung der Eigenverantwortung bei den Unternehmen.

    Neuwahnstein hat sich gelohnt!
    Informiert sein und bleiben

    Auch im nächsten Jahr wird es das Zollforum Bayern geben, das Interessierte über wichtige Zollupdates informieren wird. Alle wichtigen Neuigkeiten erhalten Sie bis dahin auf zollforum.bayern.