Zollforum Bayern 2017

Nürnberg/München (17.07.2017) - Weit über 200 Teilnehmer informierten sich über aktuelle Entwicklungen rund ums Zollwesen beim Zollforum Bayern 2017. In kompaktem Format beleuchteten Zollexperten diverse Themen. Im Fokus diesmal: Zoll digital. Das Zolllforum fand bereits zum 13. Mal in Nürnberg und in München statt.

  • In seiner einleitenden Begrüßung wies der Bereichsleiter International der IHK München, Frank Dollendorf, auf die große Herausforderung von Unternehmen und Verwaltung hin, die zahlreichen Neuerungen des seit 1.5.2016 geltenden Unionszollkodex intern umzusetzen.
  • Auswirkungen des Brexit
    Auswirkungen des Brexit
    In einem anschließenden Diskussionspanel wurde die Frage erörtert, welche Auswirkungen der bevorstehende Brexit auf größere Industrieunternehmen haben könnte. Patrick Nieveler, der Vertreter von BMW, führte aus, dass sich sein Unternehmen auf einen „harten“ Brexit und volle Drittlandszollsätze einstelle. Gerhard Rittenauer, Leiter des Hauptzollamtes, erläuterte dem Plenum, inwieweit seine Behörde nach der Zollstrukturreform näher an den Unternehmen ist.
  • Zollrechtliche Bewilligungen und Zoll 4.0
    Zollrechtliche Bewilligungen und Zoll 4.0
    Das Thema „Neubewertung der zollrechtlichen Bewilligungen“ bildete die Überleitung zum Vortrag von Rechtsanwalt Möllenhoff. Insbesondere die von den Zollbehörden verlangte Angabe der Steuer-Identifikationsnummer zahlreicher Firmenmitarbeiter ist derzeit ein „heißes Eisen“. „Zoll digital“ war das Schwerpunktthema der diesjährigen Veranstaltung. Wolfgang Herdegen vom IT-Referat der Generalzolldirektion schilderte den Sachstand und die aktuellen Entwicklungen in der IT der Zollverwaltung. Zoll 4.0? – mit einem provokativen Fragezeichen versehen – stand im Mittelpunkt des Vortrags von Carsten Bente, Senior Consultant eines führenden Zollsoftware-Anbieters. Bente zog einen Bogen von der Old School Economy zu der durchdigitalisierten Wirtschaft und warf die Frage auf, ob die neuen UZK-Regeln diese digitalen Prozesse „begleiten“ könnten.
  • Der zweite Teil des Forums widmete sich den täglichen Zollherausforderungen im Unternehmen. Rechtsanwalt Günther Sprögel stellte die Grundzüge der geplanten Reform des Exportkontrollrechts vor und zog eine negative Bilanz. Er sieht die Gefahr, dass in Folge der guten Absicht der EU-Kommission, die sich in einer restriktiveren Haltung gegenüber Exporten zeigt, die möglicherweise mit Menschenrechtsverletzungen zu tun haben, europäische Unternehmen Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Drittländern erleiden könnten. Zudem müssten sie mit erheblichen Rechtsunsicherheiten kämpfen. Annette Liebl vom Referat Warenursprung und Präferenzen der Generalzolldirektion stellte Neuerungen im Präferenzrecht vor. Schwerpunkt des Vortrages waren die Sonderbestimmungen des CETA-Abkommens mit Kanada, das hinsichtlich des Handelsteils am 21.9.2018 in Kraft treten wird.
  • Last but not least erläuterte Klaus Hoffmeister, Leiter der Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz, die Aktivitäten des Zolls bei der Bekämpfung der Marken und Produktpiraterie und berichtete über Möglichkeiten der Unternehemn ihre Rechte zu schützen.