So war´s: Pfaffenhofen

Paffenhofen - Zum 14. Mal machte die Export-Tournee Bayern Station in Oberbayern. Am 1. März war Pfaffenhofen an der Ilm das Ziel.

Eingeladen hatte das IHK-Gremium Ingolstadt – Pfaffenhofen. Mehr als 40 Teilnehmer waren ins Rathaus gekommen, um sich rund ums Auslandsgeschäft zu informieren.

Friedhelm Forge und Barbara Peinel, Vertreter der IHK beziehungsweise der Handwerkskammer, führten die Teilnehmer durch das Programm. Zu Beginn der Veranstaltung wurden Eduard Kastner, Unternehmer und Mitglied des IHK-Gremiums Ingolstadt – Pfaffenhofen, sowie Frank Hüpers, stv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, zu den aktuellen Zahlen und Entwicklungen des Exportgeschäfts in der Region befragt. Kastner sah dabei noch einiges an Potenzial für die lokalen Firmen. Auch für die Handwerksunternehmen gebe es noch einige Möglichkeiten, ihr Auslandsgeschäft weiter zu entwickeln, bestätigte Dr. Hüpers.

Anschließend wurde den Teilnehmern verdeutlicht, auf was es im Auslandsgeschäft wirklich ankommt und welche Fragen man unbedingt im Vorfeld klären sollte, um schlechte und teure Erfahrungen zu vermeiden.

Martin Grossmann vom Bayerischen Wirtschaftsministerium zeigte den anwesenden Unternehmen die vielfältigen Möglichkeiten auf, sich den Einstieg ins Ausland vom Freistaat fördern zu lassen.

Zusätzlich zu diesen Informationen gab es im letzten Teil der Veranstaltung unter der Überschrift ‚Plaudern aus dem Export-Nähkästchen’ wieder Erfahrungsberichte von drei Unternehmen aus der Region:

Michaela Schenk, Geschäftsführerin der MAWA GmbH aus Pfaffenhofen machte den Anfang und zeigte, wie man mit dem Alltagsgegenstand Kleiderbügel durchaus im Ausland Erfolg haben kann: „Wir sind Weltmarktführer, weil unsere Produkte „Made in Germany“ sind. Sie können nur das Original kaufen oder eine chinesische Kopie. Doch wir zeigen unseren Kunden den Unterschied und die hohe Qualität unseres Produktes. Deshalb kaufen mittlerweile auch die Chinesen unsere Produkte. Der persönlich Kontakt ist dabei sehr wichtig. Man muss sich im Vorfeld wirklich gründlich über das Land informieren.“ Auch die kulturellen Unterschiede seien nicht zu unterschätzen, betonte sie. Gerade in den asiatischen Ländern könne das falsche Überreichen der Visitenkarte schon das geschäftliche Aus bedeuten. Sie empfahl einen Einstieg in nahe Auslandsmärkte.

Erich Deml, Geschäftsführer der WOLF Anlagen-Technik GmbH & Co. KG aus Geisenfeld, konnte das bestätigen: „Verlässliche Partner sind die Basis für den Erfolg im Ausland. Wir sind zuerst in den österreichischen Markt eingestiegen, vor allem, weil wir da kein Problem mit der Sprache hatten. Und dann haben wir uns weiter vorgearbeitet. Es macht keinen Sinn, wenn Sie versuchen, mehrere Länder gleichzeitig zu bearbeiten. Man ist erfolgreicher, wenn man ein Land nach dem anderen angeht.“ Das Unternehmen hat sich durch spezielles Fachwissen mit Maschinen zur Hopfenernte und -lagerung sowie mit Klimatisierungen für große Gebäude, wie Supermärkte, einen lukrativen Auslandsmarkt schaffen können. „Wir stellen kundenspezifische Maschinen her, insofern haben wir keine Probleme mit Produktpiraterie. Das Kopieren ist zu aufwändig und lohnt sich daher nicht.“

Zum Schluss berichtete noch Josef Huber, Geschäftsführer der CNC-Präzisions-Werkzeugschleiferei aus Pfaffenhofen, über seine Auslandserfahrungen: „Über die Internetseite kommt heutzutage viel rein und das von ganz alleine.“ Er hat seine ersten Auslandserfahrungen allerdings mehr aus einer Not heraus gemacht. Huber suchte seinerzeit gut ausgebildete Fachkräfte, so dass er auf Mitarbeiter aus der Slowakei zurückgriff. Da diese noch vor einigen Jahren nach einer gewissen Zeit wieder in ihr Land zurückmussten, gab es dort mehrere gut eingearbeitete Fachkräfte. Er entschloss sich deshalb, mit diesen Leuten eine eigene Niederlassung zu gründen. So konnte er das Know-how in seinem Unternehmen halten.

In letzter Zeit wird für alle Firmen aber ein anderes Problem immer drängender, die Beschaffung von Rohstoffen. Huber riet dazu, hierfür das Internet und darin entsprechende Angebote zu nutzen. Allerdings seien die Preise für hochwertige Metalle im letzten Jahr um 40 Prozent gestiegen. Der schwieriger werdende Nachschub mit Baumwolle beschäftigt auch eine Teilnehmerin in der Diskussionsrunde. Offenbar kauft China derzeit sehr viel davon ein. Idealerweise konnte eine andere Teilnehmerin hier eine Alternative anbieten. Der abschließende Imbiss wurde dann für weitere Verhandlungen und Gespräche untereinander und mit den Referenten genutzt.

„Die Exporttournee ist eine gute Veranstaltung, um sich einen ersten Überblick über das Thema Export zu verschaffen und um die Personen und Institutionen kennen zu lernen, die uns dabei helfen können“, war am Ende das Fazit der Teilnehmer.