So war´s: Eichstätt

So war´s: Eichstätt

Eichstätt. - Die Export-Tournee Bayern 2010/2011 biegt auf die Zielgerade ein. Die Veranstaltungsreihe machte am 24.03.2011 Station in Eichstätt.

25 Teilnehmer folgten der Einladung des IHK-Gremiums und informierten sich über die Chancen des Exports. „Eine gute Sache“’, das war das Fazit der Teilnehmer am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung.

Rita Böhm, Stv. Landrätin für den Landkreis Eichstätt, betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung des Themas: „Der Export ist sehr wichtig - auch in unserer Region.“ Sie wies darauf hin, dass Nachbarmärkte wie Österreich oder Italien gerade einmal 150 km entfernt lägen.

Karl Jägle, Vorsitzender des IHK-Gremiums Eichstätt, und Frank Hüpers, Stv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, gaben danach Auskunft über die aktuellen Entwicklungen des Exports in der Region.

Alexander Lau, IHK, und Dietmar Schneider, Handwerkskammer, führten die Teilnehmer durch ein kurzweiliges Programm, das alle Themen rund um den Einstieg in den Export umfasste.

Unter dem Motto „Exportieren – gewusst wie“ wurden die positiven Entwicklungen des Exportgeschäftes des letzten Jahres aufgezeigt und die erfolgversprechenden Märkte vorgestellt. Dabei wurde ein kurzer Abriss der wichtigsten Voraussetzungen gegeben, die im Vorfeld eines Auslandsengagements zu beachten sind.

Solveig Lauke vom Bayerischen Wirtschaftsministerium informierte die Anwesenden über die Exportförderung des Freistaats. Dabei ging sie insbesondere auf ‚Go International’ ein, ein Programm, das die ersten Schritte im Auslandsgeschäft unterstützt. Zu den Top-Sellern gehöre auch das Messebeteiligungsprogramm, bei dem bayerische Firmen zu überschaubaren Kosten und mit minimalem Aufwand an Auslandsmessen teilnehmen könnten.

Die Highlights der Veranstaltung waren jedoch die beiden bereits erfolgreich exportierenden Unternehmer, die über ihre eigenen Erfahrungen im Exportgeschäft berichteten:

Heinz Weitner, Geschäftsführer der Werner Weitner GmbH in Eichstätt machte den Anfang: „Wir stellen Produkte für die Automobilbranche, der Medizin-Technik und für die Luft- und Raumfahrt her. Größtenteils sind das Spezialwerkzeuge. Wir sind mit all unseren Produkten im Ausland vertreten. Die Spezialisierung und die Qualität sind hierbei das A und O. Unsere Produkte ‚ziehen’ einfach im Ausland; unsere Produkte wollen raus aus Eichstätt.“ Auf die Frage, wie die Weitner GmbH neue Märkte erschließe und neue Kunden finde, betonte Heinz Weitner, dass sie sehr stark auf Messen vertreten seien und dabei bewusst das Messebeteiligungsprogramm nutzten, da es einen sehr guten und vor allem günstigen Einstieg auf einem fremden Markt ermögliche. Weitner empfahl Neueinsteigern ins Auslandsgeschäft dieses Programm unbedingt zu nutzen. Das Exportgeschäft ist für ihn Chefsache. Er ist deshalb häufig selbst im Ausland unterwegs, gerade bei der Einführung neuer Produkte: „Letzte Woche waren wir eine Woche in ganz China unterwegs, um unser Produkt persönlich dort vorzustellen. Das ist wichtig, um die Lage vor Ort kennen zu lernen und sich persönlich dem Kunden bekannt zu machen.“ Weitner betonte, dass fremde Sitten und Gebräuche eine besondere Herausforderung darstellten: „Sie müssen die Mentalität des Landes kennen und dann entsprechend darauf reagieren können - andere Länder, andere Sitten.“ Einen letzten Tipp gab Weitner den Zuhörer dann noch mit auf dem Weg: „Man sollte mit seinen Produkten breit aufgestellt sein, so können Sie manche Rezession überstehen.“

Dass sich gute Qualität auf der ganzen Welt verkaufen lässt, bestätigte auch Herbert Geier, Marketingleiter der Collomix Rühr- und Mischgeräte GmbH in Gaimersheim: „Wir produzieren Geräte für den Baubereich und für die Industrie. Mittlerweile beliefern wir über 40 Länder, schwerpunktmäßig aber immer noch den europäischen Raum. Unsere Stärke und Kompetenz ist, dass wir uns in der Verfahrenstechnik unseres Produktes bestens auskennen und qualitativ sehr hochwertige Produkte herstellen. Deswegen sind wir Marktführer und stellen auch einen Konkurrenten wie Bosch in den Schatten.“ Weiterhin verdeutlichte er, dass eine saubere und moderne Homepage – natürlich in mehreren Sprachen – sowie die richtigen Geschäftspartner eine große Rollen spielen, wenn man im Ausland Erfolg haben möchte. „Auch die verschiedenen Sprachen sind ein entscheidender Faktor. Vor allem im europäischen Raum brauchen Sie eine gewisse Sprachkompetenz. Die Nuancen einer Mentalität müssen ja erkannt werden. In Übersee kommen Sie dagegen fast überall mit Englisch durch.“ Zum Thema Patente hatte Herbert Geier auch einige Erfahrungen parat: „Weltweite Patente machen wir nicht, da es zum Beispiel schwer ist, im asiatischen Raum ihre Rechte durchsetzen. Das kostet sehr viel Geld. Damit entwickeln wir lieber neue Produkte.“ Zum Schluss gab er den Teilnehmern noch einen guten Ratschlag: „Wenn Sie schon aus Bayern kommen, dann nutzen Sie die Situation - am besten in der Zeit der Volksfeste. Das können nur wir den ausländischen Kunden bieten, das gibt’s sonst nirgends.“

Am Ende der Veranstaltung hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit, Fragen an die Unternehmer sowie die Experten zu stellen. Beim anschließenden Imbiss wurde dann rege weiterdiskutiert.