So war´s: Aschaffenburg-Alzenau und Miltenberg

So war´s: Aschaffenburg-Alzenau und Miltenberg

Mitte Februar steuerte die Export-Tournee Bayern 2010/11 mit zwei Veranstaltungen den Bayerischen Untermain an.

 

Bei der ersten Veranstaltung in den neugestalteten Räumen der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau informierten sich 78 Teilnehmer über die Möglichkeiten im Auslandsgeschäft. In Miltenberg nahmen 33 Interessenten das Informationsangebot an.
 
Die Begrüßung erfolgte jeweils durch die Hausherren. So begrüßte Direktor Heinz Danner in seiner Doppelfunktion als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau und auch als Vizepräsident der IHK Aschaffenburg. In Miltenberg begrüßte Dr. Hans-Martin Bättner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg eG.
 
Ursula Müller, Bereichsleiterin für den Geschäftsbereich International bei der IHK Aschaffenburg, und Ewald Denzler, Exportberater bei Bayern Handwerk International Nürnberg, brachten den Teilnehmern wichtige Zahlen und Daten nah und gaben Tipps für die ersten Schritte im Ausland.
 
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung boten Vertreter vom Bayerischen Wirtschaftsministerium (Christina Schultz in Aschaffenburg, Silke Schmidt in Miltenberg), einen Überblick über die Förderungsmöglichkeiten für Exporteinsteiger durch den Freistaat Bayern: Neben dem Programm Go International sind die Delegationsreisen und das Messebeteiligungsprogramm die beliebtesten Angebote. Beide werden gefördert und erleichtern den Einstieg in den Export. Nicht unterschätzen sollten die Unternehmen die Teilnahme an den Delegationsreisen, die Bayern International im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums organisiert. Oft dienen diese als Türöffner für die bayerischen Firmen. Anschließend gab es geballtes Praxiswissen.
Lars Kröckel, Geschäftsführer der Dressler Bekleidungswerke Brinkmann GmbH & Co. KG, Großostheim, nahm die Aschaffenburger Zuhörer mit auf eine spannende Reise in die Textilbranche. Dabei verriet er, wie das Unternehmen Dressler seine Forderungen im Export absichert. Ein „gutes Fundament im Inland“ ist für Kröckel die Voraussetzung, um die Geschäfte auch auf andere Länder auszuweiten.
 
Rensteph Thompson, verantwortlich für den Export bei Hess Timber GmbH & Co., KG Kleinheubach bestätigte aus der Praxis heraus die Tipps, die es im Vorfeld in der Theorie gab. Die Firma Keller hat absolute Nischenprodukte und ist im Sonderbau tätig. Zu einer selbstentwickelten Weltneuheit hat man ein Patent angemeldet. Exemplarisch sei hier nur das P&C Gebäude in Köln genannt – aber auch auf den Kanarischen Inseln, in Paris und in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstehen futuristische Bauten mit der Holztechnik vom Bayerischen Untermain. Das bayerische Messebeteiligungsprogramm bezeichnet Thompson als „eine Chance, mit geringen Kosten an einer Messe teilzunehmen“. Qualifiziertes Personal also „Multitalente mit der Kompetenz zu verkaufen und sich auch mit der Sprache und der Mentalität des Kunden auszukennen“ ist für ihn eine wichtige Voraussetzung. Insofern überrascht es nicht, dass bei Hess Timber viel in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert wird, damit sie den weltweiten Anforderungen stets gewachsen sind.
 
Ähnliche Erfahrungen gibt es auch bei der Reinhold Keller GmbH aus Kleinheubach. Wolfgang Hock berichtet von einer beneidenswerten Exportquote von 70 %, die man durch die Möbelproduktion inkl. Montage in der Systemgastronomie erreicht.
Seine ersten Erfahrungen im Ausland sammelte die Firma Keller in den EU-Anrainerstaaten. Man startete mit Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz. Heute richtet die Firma Keller weltweit die Coffeeshops von McDonald´s ein und insofern konnten nahezu alle Teilnehmer sich die Produktpalette in natura vorstellen. „Learning by doing“ ist die Devise – bzw. „aus Erfahrungen wird man klug“ – diese neuen Erfahrungen werden bei Keller zeitnah umgesetzt. Ein Beispiel aus vielen ist sicherlich die Entwicklung einer speziellen Verpackung, die es dann auch den Zollbehörden in Saudi-Arabien ermöglicht die Waren zu beschauen, ohne die Sendung völlig auseinander zu nehmen.
 
Reinhold Plein aus Würzburg komplettierte bei beiden Veranstaltungen die Praxis mit seinen Unterstützungsmöglichkeiten als Coach im Förderprogramm GO INTERNATIONAL. Er sprach über die einzelnen Maßnahmen, die unterstützt werden. Dabei nutzt er seine reichhaltigen Praxiserfahrungen, die er in seinem „Vorleben“ sammeln durfte.
 
Im Anschluss an die Vorträge luden die jeweiligen Gastgeber zu einem Imbiss ein, wo die Teilnehmer die Möglichkeit nutzten, sich mit den Experten und untereinander auszutauschen.
 
Ansprechpartnerin: Ursula Müller. Bild: Christina Schultz vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie