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So war´s: BIHK-Unternehmerreise in den Iran

München (22.05.2014) - Pionierarbeit für Bayerns Exportwirtschaft

Die Reise hatte durchaus historische Dimensionen: Der BIHK hat unter der Leitung von der Vizepräsidentin der IHK München, Stephanie Spinner-König, Ende 30. April eine Fact-Finding Reise mit Vertretern zehn bayerischer Unternehmen in den Iran organisiert. Die Unternehmer aus Bayern waren erst die zweite offizielle Besuchergruppe, die nach dem im Jahr 2009 verhängten Wirtschaftsembargo des Westens in den Iran gereist ist.

Frank Dollendorf, Bereichsleiter Außenwirtschaft in der IHK München, hat viele positive Eindrücke aus dem Iran mitgebracht. „Es hat uns doch alle überrascht, wie offen und warmherzig uns die Menschen in Teheran empfangen haben. Deutschland und seine Firmen genießen dort unverändert hohe Wertschätzung. Diese Reise hat sich schon deshalb gelohnt, weil sie viele unserer Vorurteile gegenüber dem Iran gerade gerückt hat. Das hat wieder gezeigt: Menschen, die miteinander Geschäfte machen wollen, müssen sich im ersten Schritt verstehen und vertrauen“, sagt Dollendorf. Ziel der Reise war es seinen Worten zufolge, die Geschäftschancen bayerischer Unternehmen zu sondieren für den Fall der Einigung im Atomstreit: Am 20. Juli läuft die sechsmonatige Phase aus, innerhalb der Iran nachweisen muss, sein Atomprogramm ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen.

„Unsere Unternehmen sehen durchaus große Potenziale im Iran. Was sie von der Politik erwarten, ist klar: die weitere Lockerung oder besser noch den Wegfall der Wirtschaftssanktionen, zumal bereits Wettbewerber aus Staaten im Iran aktiv sind, die sich nicht an dem UN-Embargo stören“, erklärt der IHK-Fachmann.

Die schwerwiegendste Folge der Embargo-Richtlinien für bayerische Firmen sei derzeit die Weigerung der Banken, Iran-Geschäfte abzuwickeln. Das bayerisch-iranische Wirtschaftsvolumen ist auch deshalb auf nahezu mikroskopische Dimensionen geschrumpft. Bayerns Exporte sind in 2013 nochmals um knapp 11 Prozent auf 198 Millionen Euro gesunken. Im Gegenzug wurden aus dem Iran überwiegend landwirtschaftliche Produkte im Wert von 14 Millionen Euro importiert.