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Argentinien investiert in Energieerzeugung und Wasserwirtschaft

Argentinien investiert in Energieerzeugung und Wasserwirtschaft

Berlin/Buenos Aires (24.11.14) - Argentinien muss seine Stromerzeugung in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Erneuerbare Energien gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Besonders gute Chancen räumen Fachleute der Nutzung von Windenergie ein. Aber auch Solartechnik wird für private Verbraucher immer interessanter. Für den Ausbau der Trinkwasserversorgung und Kanalisation hat die Regierung in ihrem Haushaltsentwurf für 2015 Investitionen von umgerechnet mehr als 1 Mrd. Euro vorgesehen.

 

In Argentinien müssen nach Projektionen der argentinischen Vereinigung der Stromerzeuger AGEERA bis 2030 zusätzliche Stromerzeugungskapazitäten von insgesamt 19.369 MW installiert werden. AGEERA erwartet, dass davon 44,9 Prozent auf Windenergie entfallen werden, 18,4 Prozent auf große Wasserkraftwerke, 17,5 Prozent auf Öl- und Gaskraftwerke, 15,5 Prozent auf Kernkraft, 2,2 Prozent auf Biomasse, 0,9 Prozent auf Solarenergie und 0,6 Prozent auf kleine Wasserkraftanlagen. Andere Institute und Organisationen, die im Rahmen einer Forschungsgruppe "Escenarios Energéticos" ihre Einschätzungen und Prognosen für ein "Energieszenario Argentinien 2030" eingebracht haben, gehen von einem noch größeren Anteil erneuerbarer Energien am Ausbau der Kapazitäten aus.

Kurzfristig höchste Priorität haben Gas- und Dampfkraftwerke. Im Jahr 2014 sind Projekte mit einer Gesamtkapazität von 2.330 MW in Bau oder kurz vor Baubeginn. Argentiniens Regierung plant überdies den Bau von zwei neuen Atomkraftwerken sowie die Verlängerung der Laufzeit des AKW Embalse (Provinz Córdoba). Für den Ausbau der Erdgasversorgung ist im Finanzplan der Regierung für 2015 eine Kreditaufnahme von bis zu 6 Mrd. US-Dollar vorgesehen (Ausbau des Gasfernleitungs- und -verteilungsnetzes). Das aktuell größte Energieprojekt Argentiniens ist der Bau der Wasserkraftwerke Dr. Néstor Kirchner und Gobernador Jorge Cepernic in der patagonischen Provinz Santa Cruz mit einer Gesamtkapazität von 1.740 MW.

Gute Perspektiven für Windenergie

Argentinien verfügt über ein großes Potenzial für die Nutzung erneuerbarer Energien. Bisher ist der Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromversorgung - von großen Wasserkraftwerken abgesehen - allerdings noch sehr bescheiden. Im Jahr 2013 wurden lediglich 0,36 Prozent der netzgeführten Stromlieferungen mit Elektrizität aus Wind und Sonne gedeckt. Das bereits 2006 verabschiedete Gesetz 26.190 sieht vor, dass bis 2016 acht Prozent des argentinischen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden sollen.

Besonders gute Chancen sehen Fachleute für die Nutzung der Windenergie. Experten sehen bis 2020 ein Potenzial für 6.000 MW Windkraftkapazität. Solartechnik wird für private Endverbraucher zunehmend interessant. Auch erste Projekte zur industriellen Erzeugung von Sonnenstrom sowie für die lokale Produktion von Kollektoren wurden lanciert.

Hochspannungsnetze müssen ausgebaut werden

Der Ausbau der Stromerzeugung durch Wasserkraft und Windenergie wird einen entsprechenden Ausbau der Hochspannungsübertragungsnetze erfordern. Denn die Stromproduktionszentren zur Nutzung der Wasserkraft (Nordosten, Patagonien und Voranden) sowie der Windenergie (Patagonien) sind von den Hauptverbrauchszentren (vor allem Großraum Buenos Aires) weit entfernt. Die Vereinigung der Stromerzeuger AGEERA hält bis 2030 den Bau von mindestens 6.700 km 500-kv-Leitungen für erforderlich.

Nach massiven Stromausfällen um den Jahreswechsel 2013/14 startete das Planungsministerium im Januar 2014 ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von 3,95 Mrd. arg-Dollar, das 354 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Verteilungsnetze niederer und mittlerer Spannung im Großraum Buenos Aires vorsieht.

Wasserversorgung wird verbessert

Für den Bereich Trinkwasserversorgung und Kanalisation hat die Zentralregierung in ihrem Haushaltsentwurf für 2015 Investitionen von 12,2 Mrd. Argentinischen Peso (rund 1,1 Mrd. Euro) eingeplant. In einem über mehrere Jahre laufenden Finanzierungsplan der Regierung (für 2016 und die Folgejahre) sind 679 Mio. US-Dollar für den Ausbau der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung vorgesehen. Ferner sind 350 Mio. US-Dollar für den Bau von Wasserfernleitungen und Kanalisierungsarbeiten in verschiedenen Landesteilen eingeplant.

Vor großen Problemen bei der Abfallentsorgung steht die Hauptstadt Buenos Aires. Täglich fallen rund 6.000 t Abfall an. Im Jahr 2015 will die Stadt 1,06 Mrd. arg-Dollar für Projekte zur Müllbehandlung und -lagerung aufwenden.

Zur kompletten Pressemitteilung gelangen Sie hier.

(Quelle: GTAI)