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Alternative Energien in Georgien auf dem Vormarsch

Alternative Energien in Georgien auf dem Vormarsch

Berlin/Tiflis (26.11.2014) - Georgien will zur Sicherung einer stabilen Energieversorgung zunehmend alternative Energien nutzen. Wenn auch Wasserkraft weiterhin die mit Abstand bedeutendste regenerative Energiequelle des Kaukasuslandes darstellt, bieten auch andere Ressourcen wie Wind- und Solarkraft sowie Geothermie und Biogas/Biomasse perspektivisch interessante Geschäftschancen. Die Entwicklung attraktiver Fördermechanismen und Abnahmetarife stehen weiter auf der Regierungsagenda.

Bislang mangelt es dem kleinen Kaukasusland noch an langfristigen Strategien für die Entwicklung von Wind- und Solarkraft sowie Geothermie und Biogas/Biomasse. Doch es gibt erste nennenswerte Ansätze zur Nutzung dieser Energieressourcen. Die seit Herbst 2012 amtierende Regierung unter Premier Irakli Garibaschwili will das Geschäftsumfeld für private Engagements beim Ausbau von erneuerbaren Energien weiter optimieren.

Georgien verfügt über ein erhebliches, bisher ungenutztes Windkraftpotenzial. Das Wissenschaftliche Zentrum für Windenergie Karenergo ermittelte ein Potenzial für Windkraftanlagen im Umfang von etwa 2.000 MW und eine mögliche jährliche Stromerzeugung von circa 5 Mrd. kWh. Grundlage waren Windmessungen an 165 meteorologischen Standorten.

Neueste Angaben des Energieministeriums sprechen von einem wirtschaftlich nutzbaren Windkraftpotenzial von etwa 1.500 MW (4 Mrd. kWh/Jahr). Die Kraftwerke könnten im Schnitt jährlich 4.000 bis 5.000 Stunden Strom erzeugen. Andere Untersuchungen geben das Potenzial, gemessen an der wirtschaftlich nutzbaren installierten Leistung, mit bis zu 2.500 MW an. Langfristig strategisch wird Windkraft zwar noch nicht genutzt, doch gibt es erste Pilotprojekte in der Branche. Im Herbst 2013 startete das Energieministerium mit dem Fonds für die Entwicklung der Energiewirtschaft Georgiens ein Pilotprojekt. Ab Herbst 2014 soll mit einem privaten Investor (Projektanteil: 85 Prozent) der 20-MW-Windkraftpark "Kartli" mit zehn 2-MW-Turbinen in der Region Innerkartlien (Landkreis Gori) errichtet werden. Dieser soll ab Mitte 2015 Strom an das 220-kV-Umspannwerk in Gori liefern. Die Projektkosten im Umfang von 26 Mio. Dollar übernimmt zum Teil der Staat.

Georgien verfügt über ein beachtliches Sonnenenergiepotenzial. Die Sonne scheint mit einer hohen Lichtintensität im Schnitt an 250 bis 280 Tagen im Jahr (1.900 bis 2.200 Stunden/Jahr). Die Globalstrahlung bewegt sich in einer Spannbreite von 1.250 bis 1.800 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Die höchsten Werte (circa 1.500 bis 1.800 kWh) wurden für den mittleren Süden des Landes ermittelt (Region Samzche-Dschawachetien). Laut Energieministerium erreicht das nutzbare Solarenergiepotenzial mindestens 108 MW. Neuere Untersuchungen dürften zu einer deutlich optimistischeren Einschätzung kommen.

Geothermie vor allem für Warmwasseraufbereitung geeignet

Hydrogeologische Studien belegen, dass Georgien über beachtliche geothermische Wasservorräte verfügt. Sie werden im Schnitt mit 200 Mio. bis 250 Mio. cbm/Jahr angegeben. Gegenwärtig gibt es im Land nach Angaben des Energieministeriums mehr als 250 registrierte geothermische Bohrungen mit einer Tiefe von 200 bis 4.000 Metern. Die Temperaturen der geothermischen Vorkommen betragen 300 Grad und zum Teil deutlich mehr (bis zu etwa 1.100 Grad Celsius in 44 Vorkommen).

Die Nutzung von Geothermie und Biomasse für energetische Zwecke beschränkt sich in Georgien bisher auf wenige Pilotprojekte. In einigen Tourismusregionen gibt es Vorhaben für kleine Biomasseanlagen mit einer installierten Kapazität von bis zu 4 MW, die auf der Basis von Holzabfällen arbeiten sollen. Ein erstes Projekt für die Produktion von Holzgranulat in Georgien will die Gesellschaft Green Energy im Rahmen der Regierungsinitiative "Produziere in Georgien" mit der Agentur für Unternehmensförderung realisieren. Für das Vorhaben stellt die TBC-Bank einen zinsgünstigen Kredit über 160.000 Dollar bereit (Gesamtkosten: 185.000 $). Der Produktionsstart ist für das 1. Halbjahr 2015 vorgesehen.

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(Quelle: GTAI)