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So war´s: MENA-Forum Bayern 2014

So war´s: MENA-Forum Bayern 2014

München (27.03.2014) - Rund 100 Teilnehmer informierten sich in München am 20. März im Rahmen des MENA-Forums über aktuelle Entwicklungen und Geschäftsmöglichkeiten in Nordafrika und dem Nahen Osten. Die Veranstaltung wurde von der IHK für München und Oberbayern in Kooperation mit dem Außenwirtschaftszentrum Bayern organisiert und durchgeführt.

Das Forum im Alten Rathaussaal stand dabei unter dem Motto „Erfolgreich von Nordafrika bis zum Arabischen Golf“. Die Situation in den MENA-Staaten ist dabei nach wie vor durch die Umbrüche im Zuge des „Arabischen Frühlings“ geprägt.
 
Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den Präsidenten der IHK München Dr. Sasse folgte die erste Länderstaffel mit Fokus auf „Chancen und Risiken in Nordafrika“. Die Geschäftsführer der Auslandshandelskammern aus Ägypten, Algerien, Tunesien und Marokko vermittelten durch ihre Berichte aus erster Hand ein aktuelles und detailliertes Bild der politischen und wirtschaftlichen Lage in den nordafrikanischen Staaten.
 
In Ägypten verlieren Teile des Volkes zunehmend das Vertrauen in die militärische Führung des Landes, was die Handlungsfähigkeit des Staates einschränkt. Dringend nötige Reformen bleiben in der zweitgrößten afrikanischen Volkswirtschaft weitgehend aus, was die politische und wirtschaftliche Stellung Ägyptens schwächt. 2014 wird trotzdem mit einer konjunkturellen Erholung und einem anziehenden Außenhandel gerechnet, da das Vertrauen ausländischer Investoren wieder wächst.
Die Entwicklung Tunesiens steht dagegen ganz im Zeichen des Aufbruchs. Nach erfolgreicher Beendigung der zuvor monatelang schwelenden politischen Krise blickt das Land nun nach vorne und hofft auf mehr Stabilität. Geschäftschancen bieten sich vor allem für Unternehmen aus der Gesundheits-, Landwirtschafts- und Energiebranche sowie der Wasserwirtschaft.
 
Das Königreich Marokko blieb von den Umwälzungen des Arabischen Frühlings unberührt, was auch auf den wirtschaftlichen Modernisierungskurs des Königs zurückzuführen ist. Im Mittelpunkt stehen staatliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur mit dem Ziel, Drehschreibe für den Handel zwischen amerikanischem Kontinent, Europa und Westafrika zu werden.
 
Algerien bietet das vielleicht größte Potenzial, es ist ein Land ohne Staatsverschuldung und mit Öl- und Gasreserven gesegnet. Allerdings leidet das Land unter einer starren Bürokratie, die für Investoren ein gewisses Hindernis darstellen. Durch die gute Anbindung an Europa und das Assoziierungsabkommen mit der EU bieten sich für deutsche Unternehmen vielfältige Geschäftsmöglichkeiten.
 
Die zweite Länderstaffel mit dem Titel „Das Potenzial der Golfstaaten“ informierte über Geschäftsmöglichkeiten und Wachstumsbranchen in Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak.
 
Saudi-Arabien, die größte Volkswirtschaft der MENA-Region, bietet nach wie vor stabile Rahmenbedingungen für ausländische Investoren. Ähnlich stellt sich die Situation in Katar und den VAE dar, wo Investitionen im Hinblick auf Großereignisse wie die Expo 2020 (Dubai) und die FIFA WM 2022 (Katar) die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben und zu einer Diversifizierung der Volkswirtschaften weg von den Kohlenwasserstoff-Industrien beitragen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird in den nächsten Jahren eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. In Bahrain ist zusätzlich noch die positive Entwicklung der verarbeitenden Industrie hervorzuheben, die einen der Wachstumsmotoren des BIP darstellt.
Im Irak ist der Wachstumsmotor in der Region Kurdistan zu finden, in der deutsche Firmen zahlreiche Projekte durchführen und bereits auf Messen vertreten sind. Das Potenzial des Irak ist jedoch aufgrund der instabilen politischen Lage bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.
 
Nach den Vorträgen der AHK-Vertreter informierte die UniCredit Bank über Fragen der Finanzierung und Geschäftschancen für mittelständische Unternehmen in der MENA-Region. Der Vortrag der Kanzlei Rödl & Partner Dubai zum Thema „Fehler und Fallen im Geschäft mit den Golfstaaten“, mit Beiträgen zu kulturellen Besonderheiten der Region und rechtlichen Aspekten eines wirtschaftlichen Engagements, rundete die zweite Länderstaffel ab.
 
Im Anschluss an die Vortragsrunden und Workshops führten interessierte Unternehmer insgesamt 52 Einzelgespräche mit den anwesenden Marktexperten der deutschen Auslandshandelskammern.
Darüber hinaus informierten das Außenwirtschaftszentrum Bayern und Bayern International im Rahmen einer Begleitausstellung über Förderprojekte, Auslandsmessen und Delegationsreisen des Freistaats in die MENA-Region. Germany Trade & Invest stellte aktuelle Publikationen über die Region zur Verfügung. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München bot Interessenten eine Plattform rund um Fragen der Wirtschaftsförderung und Standortpolitik.

Im folgenden finden Sie die Vorträge des Tages, soweit diese von den Referenten freigegeben wurden:

  

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Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.