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Vertrauen als Schlüssel für Wachstum

Vertrauen als Schlüssel für Wachstum

München (15.05.2013) - Mehr als 120 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft haben sich am 8. Mai aus sachkundiger erster Hand über die wirtschaftliche Lage, die Geschäftschancen und Perspektiven in Griechenland informiert und praktische Erfahrungen mit hochrangigen, eigens aus Griechenland angereisten Vertretern der Politik und Wirtschaft ausgetauscht.

Das von den bayerischen IHKs unter der Federführung der IHK für München und Oberbayern, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Deutsch-Griechischen AHK in Athen veranstaltete Forum wurde von der bayerischen Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel, dem stellvertretenden griechischen Entwicklungsminister Notis A. Mitarachi und IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen eröffnet. Betont wurde, dass der Schlüssel zum Wachstum in Griechenland im Vertrauen der europäischen Partner liegt. Dieses wiederherzustellen, hat sich die griechische Regierung zum Ziel gesetzt. Es ist noch ein langer Weg, aber die ersten Reformmaßnahmen greifen. Erstmals seit der Krise konnte der Abwärtssog der Wirtschaftsentwicklung gestoppt werden. Die Privatisierungsbemühen zeigen erste Erfolge, neue ausländische Investoren entdecken den Standort Griechenland. Auch das politische Klima verändert sich zum Positiven – ein wichtiger vertrauensschaffender Faktor. Dennoch herrscht ein hohes Informationsdefizit, welches die Veranstaltung aufarbeiten wollte.

 
Der Vorstandsvorsitzender der Standortmarketingagentur „Invest in Greece“, Aristomenis Syngros, gab einen Überblick über aktuelle Investitionsmöglichkeiten in Griechenland nach der Krise: neben dem Tourismus liegen sie in der Agrarwirtschaft, Logistik, Rohstoffförderung und bei den Erneuerbaren Energien. Angesichts des nach wie vor desolaten Zustands des griechischen Staatshaushalts steht das Thema Privatisierung ganz oben auf der Agenda: Stelios Stavridis, Geschäftsführer des Privatisierungsfonds Griechenlands (HRADF), veranschaulichte die Bedeutung von engagiert vorangetriebenen Privatisierungen für die wirtschaftliche Erholung des Landes; erste Erfolge gab es in den vergangenen Wochen bereits zu vermelden. Auch in der Privatwirtschaft gibt es aktuelle Entwicklungen. Wie deutsche Unternehmen davon profitieren können, stellte der Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Auslandshandelskammer (AHK), Prof. Athanassios Kelemis anhand aktueller Projekte wie der Initiative „Pro Greece“ und Maßnahmen im Bereich der dualen Berufsausbildung dar.
 
Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion mit Gästen aus Wirtschaft und Politik: Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Beauftragter für die Deutsch-Griechische Versammlung, Hans-Joachim Fuchtel; und die Unternehmensvertreter Mikos Simou von Kühne & Nagel, Michael Maillis als Präsident der Deutsch-Griechischen IHK (AHK), Hans Wolfgang Kunz von Giesecke & Devrient und Michael Meißner von Amway Europe, diskutierten über Ihre geschäftlichen Erfahrungen auf dem griechischen Markt, über ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung und ihre Erwartungen an die Reformpolitik der Regierung. Quintessenz war: Der Dreh- und Angelpunkt für die bilaterale Zusammenarbeit bleibt die Frage, wie schnell die griechische Finanzwirtschaft wieder auf die Beine kommt, um das gesamte Wirtschaftsleben wieder in Schwung zu bringen. Die bislang bereits umgesetzten Reformen sind hilfreich, dies wurde von allen Diskussionsteilnehmern bestätigt. Mittelfristig wichtigstes Thema ist – auch angesichts des drohenden Fachkräfteexodus – die Aus- und Weiterbildung junger Menschen vor Ort - eine der wichtigsten Stellschrauben für nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Griechenland.
 
Nach einer Frage- und Antwortrunde zwischen Teilnehmern und Podiumsrunde wurde das Forum von einem zwanglosen Get-together abgerundet, das viele Teilnehmer und Referenten noch für bilaterale Gespräche nutzten.
 
Als roter Faden zog sich quer durch die Veranstaltung die derzeit wieder politisch relativ stabile Lage – sichtbar daran, dass Griechenland zumeist aus der Negativschlagzeilen in der Presse verschwunden ist. Die wichtigsten Maßnahmen wurden inzwischen vom Parlament gebilligt, wodurch in den letzten Monaten viel Bewegung in die Umsetzung der Reformpolitik gekommen ist. Griechenland hat das Potential, sich vom Sorgenkind Europas wieder zum Wirtschaftspartner auf Augenhöhe zu entwickeln, wenn es der Regierung gelingt, den einschneidenden Reformprozess unbeirrt fortzusetzen, und alle Kräfte in Gesellschaft und Wirtschaft mobilisieren kann, ihr dabei zu folgen – harte Arbeit und persönliche Opfer inbegriffen.