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Entwicklungszusammenarbeit: Botschafter für Deutschland

Entwicklungszusammenarbeit: Botschafter für Deutschland

Oberferrieden (23.05.2013) - Mit ihren vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekten in Lateinamerika setzt sich die Ristic AG für nachhaltigen Wildfang von Garnelen ein. Vor Ort überzeugte sich Staatssekretär Hans-Jürgen Beer­feltz vom Erfolg der Entwicklungszusammenarbeit (EZ).

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich zum Ziel gesetzt, die Aktivitäten der Wirtschaft, der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit nachhaltiger miteinander zu vernetzen. Gelingen soll dies durch eine höhere Beteiligung von Unternehmen an Projekten der EZ. Um dies zu erreichen, haben die IHKs in Bayern seit Januar 2012 einen Scout am Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ) etabliert. EZ-Scout in Bayern ist Almuth Dörre. Zu ihren Aufgaben gehört es, insbesondere mittelständische Unternehmen gemeinsam mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Einstieg in neue Märkte finden. Sie berät bayerische Firmen über Kooperationsmöglichkeiten und Förderinstrumente der Entwicklungszusammenarbeit, vermittelt Kontakte zu internationalen und lokalen Netzwerken und vermittelt Informationen zu den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit.

Anfang Mai 2013 besuchten Hans-Jürgen Beer­feltz, Staats­sekre­tär im BMZ, und Almuth Dörre die Ristic AG, die vom fränkischen Firmensitz in Oberferrieden aus die weltweiten Import-, Vertriebs- und Service-Aktivitäten steuert. Ristic ist führender Anbieter bei der Produktion und Vermarktung von Meeresfrüchten. Die Produktpalette reicht von Garnelen, Grill-Spieß bis zum tiefgekühlten Fertiggericht. Als einziger Hersteller in Deutschland bietet Ristic vom Institut für Marktökologie (IMO) und von Naturland ökologisch zertifizierte Zucht-Garnelen auf dem europäischen Markt an. Ristic hält damit eine Ausnahmeposition unter den Importeuren von rohen Garnelen.

Michael Struffert, Vorstand der Ristic AG, stellte das Unternehmen in einer Werksführung vor und beantwortete gemeinsam mit Prokurist und Vertriebsleiter Stefan Essmann die Fragen der Gäste. "Es ist unsere Aufgabe und Verpflichtung, den kom­men­den Gene­ra­tionen durch nach­hal­tige wirt­schaft­liche Ent­wick­lung eine Zu­kunft zu bieten. Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ist gerade nicht um­so bes­ser, je al­tru­is­tischer sie ist. Mit Barmherzigkeit allein befreien wir die Menschen nicht aus Ab­hän­gig­keiten. Wir wol­len eine Be­zie­hung auf Augenhöhe zu unseren Part­nern. Unsere Aufgabe ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und für nachhaltige Strukturen zu sorgen“, so Hans-Jürgen Beerfeltz.

Von 1988 bis 1992 arbeitete er als Büroleiter bei Dr. Otto Graf Lambsdorff, vorwiegend in den USA. In dieser Zeit war er auch Mitglied im Weltvorstand der Liberalen Internationale. Nach der deutschen Wiedervereinigung war er PR-Experte der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), internationaler Politikberater und Vizepräsident der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB). 1995 wurde Beerfeltz FDP- Bundesgeschäftsführer und war bis 2009 verantwortlich für die Organisations- und Kampagnenplanung der FDP bis 2009. Am 28. Oktober 2009 berief Dirk Niebel Hans-Jürgen Beerfeltz zum Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Michael Struffert würdigte das Engagement des Staatssekretärs und betonte, dass Ristic sein gesellschaftliches Engagement auch künftig in Costa Rica noch ausbauen wird: „Unsere Fabrik wurde aus eigenem Cashflow für 2,3 Millionen Dollar gebaut. Wir sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Wertschöpfungsketten in Entwicklungsländern.“ Gleichzeitig ist dies ein wichtiger Beitrag, Deutschland im Ausland nachhaltig zu repräsentieren.
 
Hans-Jürgen Beerfeltz betonte, dass Entwicklungszusammenarbeit über viele Jahre als soziale Leistung des reichen Westens in Verbindung gebracht wurde. Häufig wurde nur „gefüttert“ und nicht in neue menschliche Chancen investiert: „Wir dürfen die Menschen in unseren Kooperationsländern nicht entmündigen. Ganz im Gegenteil, unser Ziel muss sein, diese Menschen so zu stärken, dass sie ihr eigenes Leben in Freiheit gestalten können.“ Deshalb ist Nachhaltigkeit eine wichtige Leitplanke. Das Thema stand auch im Mittelpunkt der Diskussion mit Prokurist und Vertriebsleiter Stefan Essmann, der betonte, dass Nachhaltigkeit zwar jeder möchte, aber nur wenige bereit sind, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen.“ Auch sei die Distanz des Unternehmens durch die Handelswege zum Verbraucher größer geworden, was dazu führt, dass Wertschöpfungsketten nicht mehr transparent sind. Er ist davon überzeugt, dass Verbraucher mehr bezahlen würden, wenn die Geschichte und die Unternehmen hinter den Produkten sichtbar sind.   
 
Aktive Gesellschafts- und Entwicklungspolitik ist ein wichtiges unternehmerisches Handlungsfeld für die Ristic AG. Das Unternehmen wird seine gesellschaftspolitischen Aufgaben auch in Zukunft noch konstruktiver und vielfältiger wahrnehmen und ein Botschafter für Deutschland im Ausland sein.
 
Kontakt:
Almuth Dörre M.A.
Verbindungsreferentin Entwicklungszusammenarbeit
Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ)
E-Mail: Almuth.Doerre@awz-bayern.de
Telefon: 0911-23886-46