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DIHK Außenwirtschaftsreport 2012

Die IHKs sehen weltweit zunehmende Handelshemmnisse, aber auch Impulse aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Mit dem DIHK-Außenwirtschaftreport 2012 legt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) eine Einschätzung der IHK-Organisation zum außenwirtschaftlichen Umfeld und Handelsbeschränkungen vor. Grundlage für den Report sind die Erfahrungsberichte der IHK-Experten im Bereich Außenwirtschaft der 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit jährlich über 500.000 Kontakten zu international agierenden Unternehmen. Der Report erscheint seit dem Jahr 2009.
 

Die wesentlichen Ergebnisse des Außenwirtschaftsreports 2012:

  • Bescheinigungen und Ursprungszeugnisse durch Orientierung auf Wachstumsmärkte mit Allzeithoch
    Allen protektionistischen Tendenzen zum Trotz: Die Internationalisierung des deutschen Mittelstands schreitet voran. Die IHKs stellen so viele Ursprungszeugnisse aus wie noch nie. Die größten Impulse für die Exportbetriebe kommen derzeit aus Märkten, die außerhalb der Europäischen Union liegen. Ursache ist die zunehmende Globalisierung aber auch die Schuldenkrise in Europa. Außerhalb des Binnenmarkts sind oft Bescheinigungen und Ursprungszeugnisse im Warenverkehr nötig. Die unbürokratische Ausstellung dieser Dokumente liegt in Deutschland in den Händen der IHKs. Über 1,83 Millionen Dokumente haben die IHKs für die Unternehmen ausgestellt. Darunter sind 1,3 Millionen Ursprungszeugnisse für den internationalen Warenverkehr (plus drei Prozent zum Vorjahr). Durch die weitere Orientierung der deutschen Wirtschaft auf Märkte außerhalb Europas und die Dynamik im Handel mit Schwellenländern ist von einem weiteren deutlichen Anstieg in den nächsten Jahren auszugehen.
     
  • Handelshemmnisse nehmen weltweit zu
    Die konjunkturellen Auswirkungen der EU-Schuldenkrise wiegen aktuell schwer, die Geschäfte der Unternehmen werden jedoch auch von zunehmenden Handelshemmnissen belastet. Die exportorientierten Unternehmen beobachten protektionistische Tendenzen in vielen Zielländern deutscher Exporte. 59 Prozent geben an, dass sich in den letzten zwei Jahren die Bedingungen für den Marktzutritt weltweit verschlechtert haben. 38 Prozent schätzen den Marktzugang unverändert ein, nur drei Prozent stellen verbesserte Bedingungen fest. Der Beratungsbedarf der Betriebe nimmt dementsprechend zu.
     
  • Entwicklungsländer rücken ins Blickfeld
    Deutsche Unternehmen nehmen immer häufiger ein Engagement in Entwicklungsländern in den Blick. Das Interesse der Unternehmen an bisher weniger bekannten Märkten ist nach Ansicht der IHK-Experten in den letzten zwei Jahren gestiegen. Die große Unsicherheit, die in der Vergangenheit noch ein Engagement in vielen afrikanischen, aber auch lateinamerikanischen und asiatischen Ländern zu verhindern schien, ist einer weiteren Diversifizierung der Zielmärkte deutscher Ausfuhren gewichen: Diversifizierung der Zielmärkte deutscher Ausfuhren ist der neue Trend! Hilfreich dafür ist, dass sich die Rahmenbedingungen vielfach verbessert haben. Dahinter steckt aber auch die Strategie deutscher Unternehmen, nach der erfolgreichen Positionierung in ehemals „neuen“ Märkten, wie den sog. BRICS-Staaten oder Wachstumsmärkten in Asien, neues Geschäftspotential zu suchen.
     
  • Regulierungseifer bremst weiterhin
    Nach wie vor stellt die Exportkontrolle eine erhebliche Herausforderung im Geschäftsablauf der Unternehmen dar – sei es die korrekte Anwendung von Sanktionen oder Embargomaßnahmen gegenüber einzelnen Staaten oder auch die Umsetzung der Prüfung von Personen- und Firmendaten in den Sanktionslisten. Die Exportkontrollpraxis des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle (BAFA) und des Zolls werden von den Experten der IHKs als problematisch angesehen: Kritisiert werden vor allem längere Bearbeitungszeiten von Anträgen für Ausfuhrgenehmigungen oder auch die Verzögerung von Exporten durch verstärkte Rückfragen des Zolls.
     
  • Unterstützung bei der Internationalisierung gefragt
    Die IHKs gaben Unternehmen auch in mehr als 525.000 Gesprächen direkte Auskünfte und Beratungen (minus 1,5 Prozent gegenüber Vorjahr). Oftmals sehen sich die Unternehmen bei ihren Geschäften gerade im Zollbereich ganz speziellen Herausforderungen im Einzelfall gegenüber. Die IHKs unterstützen die Unternehmen dann mit individuell zugeschnittenen Hinweisen und Kontakten zu den entsprechenden Stellen wie Zoll oder BAFA (343.000), damit Betriebe ihre Waren beispielsweise schnell ein- bzw. ausführen können.