Hinweis:

Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Bayerische Wirtschaft gut ins Jahr 2013 gestartet

München (12.02.2013) - Die leichte Talfahrt der bayerischen Wirtschaft ist gestoppt. Zwar verlief der Jahresbeginn etwas holpriger als der Start in 2012, doch gehen die Unternehmen davon aus, das hohe Niveau mindestens halten zu können.

Die Wachstumsimpulse kommen vor allem aus dem außereuropäischen Ausland. Selbst die Aussichten für die EU sind nicht mehr so schlecht. Die Zuversicht ist allerdings noch nicht groß genug, um für zusätzlichen Schwung bei Investitionen und Beschäftigung zu sorgen. „Das zeigt, dass die Wachstumsraten 2013 nicht in den Himmel wachsen, der Arbeitsmarkt aber weiter robust bleiben wird“, sagte Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), bei der Vorstellung der aktuellen BIHK-Konjunkturumfrage unter rund 4.000 bayerischen Unternehmen. 

Der BIHK-Konjunkturindex, der Lageurteile und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, liegt mit 117 Punkten nur knapp über dem Wert vom Herbst 2012. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Situation etwas schlechter als im Herbst, doch überwiegen für die kommenden Monate wieder die positiven Stimmen. Während 20 Prozent sicher sind, dass auch dieses Jahr gut läuft, zeigen sich nur 16 Prozent pessimistisch. Damit hat der Saldo der Geschäftserwartungen von -1 Punkt auf +4 Punkte wieder ins Positive gedreht. Die Unternehmen sehen wenig Bedarf, ihre Investitionen spürbar auszubauen. Sie halten sich mit Neueinstellungen zurück. So bleiben die Beschäftigungspläne unverändert. Damit steht kein Arbeitsplatzabbau auf der Tagesordnung. 

In der Industrie gewinnen die Optimisten wieder die Oberhand, nachdem vor allem im zweiten Halbjahr 2012 die Aufträge aus dem Inland und dem europäischen Ausland nachgelassen hatten und die Auslastung zurückgegangen war. Für die kommenden Monate erwarten 18 Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte, 16 Prozent sind skeptisch. Der Saldo der Erwartungen springt von -8 auf +2 Punkte leicht ins Plus. Vor allem aus Asien und Nordamerika rechnen die Betriebe mit steigenden Aufträgen. Innerhalb der EU und im Inland kalkulieren sie eine stabile Entwicklung. Diese Aussichten regen zwar die Investitionslaune der Unternehmen leicht an. Doch stehen Ersatzbeschaffung oder Rationalisierung im Vordergrund. Auch die Beschäftigungspläne zeigen, dass die Unternehmen nur von einem schwachen Wachstum ausgehen und sie hierfür bereits ausreichend Personal haben. 

Zuversichtlich sind die bayerischen Großhändler ins neue Jahr gestartet. Wie bereits im vergangenen Jahr, als vor allem das Geschäft in Asien und Nordamerika zugelegt hat, vertrauen sie auch in 2013 auf Wachstumspotenziale im Ausland. Der Saldo der Geschäftserwartungen hat von 1 auf 8 Punkte deutlich zugelegt. 

„Die Situation der bayerischen Wirtschaft ist nach wie vor gut“, sagte Driessen. Die zwischenzeitliche Beruhigung der Euroschuldenkrise stabilisiere die Nachfrage aus der Eurozone. „Sollte diese positive Entwicklung anhalten und weitere Reformen insbesondere in den Krisenländern gelingen, könnte die bayerische Wirtschaft zusätzlich Fahrt aufnehmen“, ist er sicher. Dieser Effekt könne sich noch verstärken, wenn die amerikanische Wirtschaft weitere Fortschritte mache. Er warnt allerdings davor, diesen Aufwärtstrend als Selbstläufer zu betrachten. „Noch sind die Krisensymptome nur eingedämmt und jedes zweite Unternehmen sieht in den Energie- und Rohstoffpreisen ein großes Risiko“, warnt der BIHK-Chef.

Quelle: BIHK