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Myanmar öffnet sich

Myanmar öffnet sich

Köln (08.05.2012) - Die EU-Außenminister haben sich auf eine Aussetzung der Sanktionen gegen Myanmar geeinigt. Konkret betroffen sind Einreiseverbote, Vermögenssperren und Handelsbeschränkungen.

Bislang konnten Mittelständler wegen der EU-Sanktionen nur sehr begrenzt Geschäfte mit Myanmar machen. Durch die Öffnung des Landes entstehen nun Chancen. Exportgarantien des Bundes sind mittelfristig wieder denkbar.

Seit 1962 stand Myanmar unter einer Militärherrschaft. Mit den Wahlen im Februar 2011 wurde ein ziviler Präsident als Staatsoberhaupt eingesetzt. "Aufgrund der jüngsten Parlamentsnachwahlen am 1. April hat sich die positive Eigendynamik verstärkt", sagt Alexander Klein, Volkswirt der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG).

Bislang waren die Sanktionen und der Wechselkurs das größte Hindernis für Mittelständler. "Das Problem Wechselkurs wurde schon Anfang April gelöst", berichtet Klein. Mit Hilfe des IWF wurde ein einheitlicher Kurs eingeführt. Vorläufig sind nur wenige Banken für den Handel zugelassen und die Zentralbank wird den Wechselkurs nach eingangs 818 Kyat pro US-Dollar mit einer Schwankung von /-0,8 Prozent täglich festlegen.

Besonderes Potential erwartet Klein für das verarbeitende Gewerbe. Sowohl Konsumgüter als auch Vorleistungs- und Investitionsgüter seien gefragt. Bisher kommen zwei Drittel dieser Waren aus China und Thailand. "Ich gehe davon aus, dass Deutschland besonders im Bereich der Investitionsgüter großes Potential hat", so Klein.

Darüber hinaus hat Myanmar aber nicht nur als Exportland Potential. Auch seine regionale Lage zwischen China und Indien könnte langfristig von großer strategischer Bedeutung für Direktinvestoren sein. "Generell wird die Bedeutung der ASEAN-Staaten zunehmen", sagt Klein. Und im Jahr 2014 wird Myanmar den Vorsitz dieser Ländergruppe übernehmen. Für das nächste Jahr gehen Experten von einem BIP-Wachstum von 6 Prozent in Myanmar aus.

(Quelle: Markt und Mittelstand vom 04.05.2012, Nr. 5)

Bitte beachten Sie auch die DIHK Broschüre "Myanmar - Ein Land im Wandel" im Anhang rechts.